Sonntag, 9. September 2012

John Grisham "Der Anwalt"


Kyle ist Mitte 20, Absolvent einer Elite-Uni, Chefredakteur der Yale Law Review und sollte eigentlich eine glänzende Karriere vor sich haben. Bis plötzlich eines Tages ein Unbekannter in seinem Leben auftaucht und ihn erpresst. Ein Video soll beweisen, dass er an der Vergewaltigung einer Kommilitonin beteiligt gewesen ist. Damit ihm nicht der Prozess gemacht wird, soll er bei der größten Kanzlei New Yorks anheuern und brisante Akten herausschmuggeln. Völlig verzweifelt sieht Kyle sein gesamtes Leben zerstört. Wir soll er jemals aus dieser Erpressung herauskommen?
Der Roman beginnt sehr bedächtig und läuft auch so weiter. Die unglaubliche Spannung der frühen John Grisham Romane fehlt diesem Krimi, dennoch ist die Story gut zu lesen, wenn auch stellenweise etwas unglaubwürdig. So schnell wie Kyle sich dem Erpresser unterwirft, müsste der eigentlich mehr gegen ihn in der Hand haben, als ein Video, das beweist, dass er die Studentin eben nicht vergewaltigt hat, sondern betrunken und unzurechnungsfähig im Sessel nebenan saß. Abgesehen von diesem Anfangsfehler, ist der Roman aber wie immer gut geschrieben, die Charaktere sind sympathisch und die Story bringt einen dazu, weiterzulesen. Denn am Ende will man einfach nur noch wissen, wie Kyle aus dieser Geschichte wieder herauskommt.
Dennoch kann der Autor nicht an seine alten Erfolgskrimis anknüpfen, wer noch nichts von Grisham kennt sollte auf jeden Fall erst die älteren Bücher lesen, „Der Anwalt“ ist leider nicht ganz so gut geworden.

Kommentare:

  1. Hast du schon "Die Kammer" gelesen? Fand ich bis jetzt am besten

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    1. Nein bisher nicht, aber dann werde ich das mal nach oben auf die Leseliste setzen :)

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