Mittwoch, 19. Februar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Der Traum vom Glück"

Es geht wieder hoch her bei den Lernschwestern des Nightingale Krankenhauses in London. Kate O’Haras jüngere Schwester kommt aus Irland für ihre Ausbildung und muss feststellen, dass sie die erwartete Freiheit in London nicht finden wird. Und Lucy, verwöhnte Tochter eines reichen Industriellen, die bereits in den vorigen Bänden als Nebenfigur vorkam, rückt in den Mittelpunkt. Ihre Familie gerät in Schwierigkeiten und alles, worauf sie glaubte sich verlassen zu könne, gerät ins Wanken. In dieser Situation wird Dora, auf die sie jahrelang herabsah, eine überraschende Stütze. 
Der vierte Band der Reihe um die Nightingale Schwestern von Donna Douglas liefert wieder, was er verspricht, er ist unterhaltsam und kurzweilig mit sympathischen Charakteren. Die Geschichten lassen sich locker weglesen ohne viel Anspruch und sind die ideale Lektüre, wenn man sich nicht den Kopf zerbrechen sondern einfach ein paar Stunden nette Unterhaltung haben möchte. Was mich an der Reihe auch in diesem Band wieder stört, ist das Fallenlassen von Figuren. Statt die Chance zu nutzen, dass eine der drei Hauptfiguren keine Lernschwester mehr ist und so das Spektrum der Themen zu erweitern und die Arbeit und vielleicht die mögliche Karriere von ihr darzustellen, lässt die Autorin sie fast völlig außen vor und nur noch am Rande in kurzen Szenen auftreten. Sie macht die Handlung so einfacher und eindimensionaler als sie sein müsste, denn durch die Veränderung der Figuren bietet sich das Potenzial, auch die Story weiterzuentwickeln. Stattdessen werden in jedem Band neue Figuren eingeführt, um die Handlung auf den begrenzten Raum der Lernschwestern zu zentrieren. 
Wer leichte Lektüre ohne Anspruch sucht, ist auch bei diesem Band von Donna Douglas wieder richtig. Ich hätte mir für die Reihe allerdings mehr Entwicklung bei den Figuren gewünscht, statt sie immer zu ersetzen, wenn sie gerade an einer neuen Stufe in ihrem Leben stehen. 

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Freitag, 14. Februar 2020

Katrine Engberg "Blutmond"

Jeppe Kørner von der dänischen Polizei in Kopenhagen ermittelt mit seinem Team in einem neuen Mordfall. Der Promi der dänischen Modeszene, Alpha Bartholdy wird brutal ermordet, indem ihm Abflussreiniger in einem Cocktail auf einer Party verabreicht wird. Wer hat ein Motiv, den jungen Mann umzubringen? Während der Ermittlungen rückt Jeppes Freund, der Schauspieler Johannes Ledmark immer weiter ins Visier der Polizei und als ein weiterer Mord geschieht, scheint unweigerlich alles auf ihn als Täter hinzudeuten. Kann Jeppe jetzt noch unvoreingenommen ermitteln? Und ist sein Freund vielleicht wirklich ein Mörder?
Nach „Krokodilwächter“ ist dieses Buch der zweite Band um den Ermittler Jeppe Kørner und sein Team in Dänemarks Hauptstadt und wieder ist der Autorin Katrine Engberg ein großartiger und spannender Krimi gelungen. Der Fall ist sehr gut beschrieben, logisch konstruiert und spielt mit der Party- und Prominentenszene von Kopenhagen in einem spannenden Milieu. Die persönlichen Umstände der Ermittler spielen zwar immer wieder eine Rolle und besonders von Jeppes Privatleben erfährt man einiges, es überlagert jedoch nie die Kriminalhandlung, die uneingeschränkt im Mittelpunkt steht. Das hat mir auch an „Blutmond“ wieder sehr gut gefallen, ebenso wie die Beschreibung der Charaktere, die dem Roman eine wirklich gute und spannende Grundlage geben. 
„Blutmond“ von Katrine Engberg ist ein sehr spannender und gelungener Krimi, der die begonnen Kopenhagen-Reihe sehr gut fortsetzt. Mir haben sowohl die Kriminalhandlung als auch das gesamte Setting sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf den dritten Band der Reihe, der bald erscheinen wird. 

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Mittwoch, 12. Februar 2020

Hédi Fried "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden"

Es gibt immer weniger Überlebende, die von den Gräuel des Holocaust persönlich berichten können, umso wichtiger ist ein Buch wie „Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden“ von Hédi Fried. Sie fasst darin jene Fragen zusammen, die ihr in Gesprächen besonders mit Schulklassen immer wieder gestellt wurden und wie sie diese beantwortet hat. Das Themenspektrum reicht dabei von ihrer Kindheit und Jugend über das Familienleben, die Zeit in den Lagern der Nazis und ihr neues Leben nach dem Krieg in Schweden für sie und ihre Schwester. Sie waren die einzigen Überlebenden des Holocausts in ihrer Familie. 
Hédi Fried beschreibt alles auf eine sehr sachliche, fast distanzierte Art, was ihren Bericht jedoch umso eindringlicher macht. In ihrem Einzelbeispiel spiegeln sich das Leben und die Erfahrung unzähliger Menschen, die gleiches durchmachen mussten und von denen viele die Befreiung im Jahr 1945 nicht mehr erleben durften. Ihre Erfahrungen bewegen einen bei der Lektüre unweigerlich und machen einem immer wieder klar, dass das viel postulierte „Nie wieder“ niemals nur dahingesagt werden darf, sondern viel Arbeit und Information bedarf. Frieds Buch sollte eigentlich Pflichtlektüre für alle Schülerinnen und Schüler sein, die eben nicht mehr mit Zeitzeugen sprechen und sich so ein direktes Bild machen können.
Mich hat Hédi Frieds Buch „Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden“ sehr bewegt und betroffen gemacht, es ist sehr persönlich und dadurch geht es auch so unter die Haut. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen, es gibt einen Einblick in den Holocaust, den kein Geschichtsbuch so nah vermitteln kann.

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Samstag, 8. Februar 2020

Petra Hartlieb "Wenn es Frühling wird in Wien"

Marie ist nach wie vor sehr glücklich als Kindermädchen im mondänen Haushalt von Arthur Schnitzler und seiner Frau, als zwei Dinge ihr Glück trüben: Zum einen hat sich das Hausmädchen Sophie in eine schwierige Lage gebracht und stirbt beinahe in Folge einer illegalen Abtreibung. Zum zweiten scheint sich der Buchhändler Oskar, mit dem Marie eine besondere Beziehung verbindet, mit einer anderen Frau zu treffen. Wie Marie damit umgeht, beschreibt Petra Hartlieb in „Wenn es Frühling wird in Wien“. 
Dies ist der zweite Band der bezaubernden Reihe um das Kindermädchen Marie in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und auch dieses Buch kann wieder auf ganzer Linie überzeugen. Der Stil der Autorin ist so wunderbar, dass man sich fühlt, als wäre man selbst in Wien und würde an Maries Seite alles erleben. Dabei beschreibt sie die Figuren von Marie und Oskar wieder so sympathisch und bodenständig, dass man die beiden einfach mögen muss und sich mit ihnen gerne auf diese aufregende kleine Reise der Liebe begibt. 
Mir hat „Wenn es Frühling wird in Wien“ großartig gefallen, ein schöner kleiner Band, der einen mit nimmt auf eine literarische Reise, die einfach Spaß macht. 

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Hier geht es zu weitern Informationen des Dumont Buchverlags. 

Mittwoch, 5. Februar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Sturm der Gefühle"

Das Leben der Nightingale Schwestern Dora, Millie und Helen geht weiter. Es ist 1936 und während die Faschisten auch in England an Einfluss gewinnen und das politische Klima im East End vergiften, versuchen die drei ihren eigenen Weg zu gehen. Während Millie sich auf ihre Hochzeit freut, hat Dora Liebeskummer, denn ihre beste Freundin heiratet den Mann den Dora liebt. Und Helen muss sich wieder einmal mit ihrer Mutter auseinandersetzen, die ihre Beziehung zu Charlie nicht akzeptieren will. 
Der dritte Band der Reihe der Nightingale Schwestern von Donna Douglas ist wie der erste äußerst kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Die Geschichten sind zwar etwas seicht, dennoch nimmt die Autorin die gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit mit auf und baut sie aktiv in die Geschichte ein. So etwa die Differenzen zwischen den Faschisten, denen sich Doras Bruder angeschlossen hat, und den jüdischen Bewohnern des East End, wie Dr. Adler im Krankenhaus und Doras ehemalige Chefin Esther Gold. Das Buch liest sich sehr flüssig weg und ist gute Unterhaltungsliteratur mit sympathischen Protagonistinnen, denen man gerne folgt. Etwas enttäuscht war ich jedoch, das zwei im vorigen Band aufgetauchte Figuren völlig unter den Tisch fielen, nämlich die Nachtschwester Violet Tanner und die junge Patientin Jenny, die eigentlich bei Doras Mutter eingezogen war. Diese Handlungsstränge hätte man schöner mit aufnehmen können. 
„Sturm der Gefühle“ von Donna Douglas ist ein unterhaltsamer, wenn auch etwas seichter und oberflächlicher Roman, der einen gut unterhalten kann, wenn man nicht mehr erwartet. 

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Sonntag, 2. Februar 2020

Martina Kittler "Vegetarisch"

Das neue Kochbuch „Vegetarisch“ aus dem Verlag Gräfe & Unzer sammelt schöne vegetarische Rezepte in einem schmalen Buch mit toller Grafik. Die Rezepte sind alle gut und unkompliziert nachzukochen und die Beschreibungen sind auch für weniger erfahrene Köchinnen und Köche gut nachvollziehbar. Zudem gibt es neuerdings eine App, die es ermöglich, die Rezepte auch auf dem Tablet oder Smartphone zu haben, was für die Einkaufsplanung äußerst praktisch ist. 
Besonders schön finde ich die Fotographien und Grafiken in dem Buch, die das Kocherlebnis noch unterstützen. Viele Kochschritte sind graphisch aufbereitet und es gibt viele Tipps zum grundsätzlichen Aufbau der Gerichte, so dass man auch Lust bekommt, diese einmal zu variieren. Zudem gibt es neben vielen einfachen und schnellen Gerichten auch einige, die sich für das ausgiebige gemeinsame Kochen am Wochenende eignen, so ist für alle etwas dabei. 
„Vegetarisch“ von Marina Kittler ist ein gelungenes kleines Kochbuch, das sicher nicht nur für Vegetarier geeignet ist und viel Freude beim Kochen vermittelt, für mich sehr gelungen. 

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Freitag, 31. Januar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Geheimnisse des Herzens"

Eine neue Schwester bringt frischen Wind in das Nightingale Krankenhaus: Die Nachtschwester Violet Tanner wohnt nicht wie die anderen Schwestern im Krankenhaus, sondern außerhalb. Das sorgt für eine Menge Gerüchte und tatsächlich hat Violet einige Geheimnisse, die nur Stück für Stück ans Licht kommen. Auch Millie, Dora und Helen, die drei Schwesternschülerinnen haben einige Probleme zu bewältigen. 
Die Reihe um die Nightingale Schwestern geht im Jahr 1936 weiter und bringt mit neuen Figuren auch neuen Schwung in die Handlung. Es stehen nicht mehr nur die drei Schwesternschülerinnen im Mittelpunkt, sondern mit anderen Figuren auch Probleme und Lebensphasen, was der Geschichte sehr gut tut. Die Charaktere sind wieder sehr gut beschrieben, so dass man bei der Lektüre schnell ein Bild vor Augen hat, egal ob es um die sympathische Oberin des Krankenhauses oder die miesepetrige Schwester Sutton mit ihrem Hund geht. Man hat beim Lesen einfach Freude an der Handlung, auch wenn die historischen Elemente wie gesellschaftliche und politische Entwicklungen meiner Meinung nach etwas zu kurz kommen. Es ist eher eine leichte Lektüre als ein fundierter historischer Roman, dabei aber sehr unterhaltsam. 
Mir hat „Die Nightingale Schwestern. Geheimnisse des Herzens“ wieder gut gefallen, eine leichte Lektüre, die einen gut unterhält und sehr kurzweilig ist. 

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