Donnerstag, 19. März 2020

Katrine Engberg "Glasflügel"

Jeppe Kørner von der Kopenhagener Polizei hat es wieder mit einem brutalen Mordfall zu tun. Während seine Kollegin Annette Werner in Elternzeit ist und sich um ihr Baby kümmern sollte, jagt er einen Mörder, der seine Opfer mit einem Schröpfmesser tötet und langsam verbluten lässt. Als aus einem einzelnen Mord eine Mordserie wird, rückt ein geschlossenes Wohnheim für psychisch kranke Jugendliche in den Blickpunkt der Ermittler. Was passierte wirklich in „Sommerfuglen“ und wer hat ein Motiv, Jahre später das Personal zu ermorden?
Dies ist bereits der dritte Krimi in der Reihe um den Ermittler Jeppe Kørner und die Autorin Katrine Engberg schafft es auf großartige Weise, eine spannende und sehr logisch konstruierte Kriminalhandlung mit interessanten Entwicklungen im Privatleben ihrer Protagonisten zu verbinden. Sowohl bei Jeppe als auch bei Annette gibt es viele Veränderungen und so gibt es mehrere Handlungsstränge, die die Handlung vorantreiben und den Leserinnen und Lesern gleichzeitig die Figuren näher bringen. Die Krimireihe zeichnet für mich besonders aus, dass das Verhältnis zwischen privaten Entwicklungen und einem spannenden Plot perfekt gewählt ist. Zwar erfährt man Privates von den Ermittlern, doch im Fokus der Erzählung stehen immer der Fall und die Ermittlungen. 
"Glasflügel“ von Katrine Engberg ist ein großartiger Krimi, sehr spannend und toll geschrieben!

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Freitag, 13. März 2020

Beatrix Potter "Die Geschichte von Peter Hase"

Beatrix Potters Kinderbuch „Die Geschichte von Peter Hase“ ist ein echter Kinderbuchklassiker. Die Geschichte des frechen Hasenkindes Peter, das sich nicht an die Ermahnungen seiner Mutter halten will und sich deshalb in Gefahr bringt, ist nicht nur sehr schön geschrieben sondern auch mit wunderbaren Zeichnungen illustriert. Der kleine Hase wächst einem so schnell ans Herz und kann die Kinder begeistern, denn sie bekommen so noch schneller Zugang zu der schönen Geschichte. 
Das Buch ist sowohl von der Größe als auch der Aufmachung in dieser gebundenen Ausgabe sehr schön neu vom Diogenes Verlag herausgebracht worden. Es ist stabil und hält einige Leseabenteuer mit den kleinen Leserinnen und Lesern aus. So kann Peter Hase die Kinder lange begleiten, denn dies ist definitiv eine der Geschichten, die immer wieder vorgelesen werden muss, deren Bilder immer wieder auf ein neues betrachtet werden können, um Neues zu entdecken.
Die Neuausgabe von „Die Geschichte von Peter Hase“, die erstmals 1902 erschien, ist äußerst gelungen, eine schöne Aufmachung mit den originalen, wunderschönen Zeichnungen der Kinderbuchautorin Beatrix Potter.

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Mittwoch, 11. März 2020

Lauren Weisberger "Die Frauen von Greenwich"

Emily Charlton, die berühmte erste Assistentin von Miranda Priestley aus „Der Teufel trägt Prada“, ist zurück in einem eigenen Roman. Sie hat „Runway“ inzwischen verlassen und arbeitet als Krisenmanagerin für Promis von New York bis Los Angeles, ist glücklich verheiratet und lebt ein aufregendes Leben. Doch dann geht es beruflich bergab und sie flieht zu ihrer Freundin Miriam nach Greenwich, einer beschaulichen Vorstadt von New York. Dorthin hat sich auch Carolina verkrochen, ein bekanntes Supermodel, die angeblich ein Alkoholproblem hat und in den Medien durch den Dreck gezogen wird. Der ideale Fall für Emily, um ihr Talent zu beweisen und ihre Kunden zurückzuholen. 
Wer „Der Teufel trägt Prada“ mochte, wird auch von „Die Frauen von Greenwich“ begeistert sein. Lauren Weisberger überzeugt wie gewohnt durch einen flüssigen, anschaulichen Stil und eine äußerst unterhaltsame Handlung. Emily ist wie man sie kennt, bissig, durchsetzungsstark und dennoch mag man sie irgendwie und kann ihr nichts übel nehmen. Die Lektüre macht einfach Freude und ist kurzweilig, auch wenn die Story natürlich eher leichte Kost ist und ein wenig dem Lesen einer Klatschzeitschrift gleicht, nur mit fiktiven Personen. Doch der Roman lässt sich gut weglesen und wer auf der Suche nach einer schönen Lektüre für einen Nachmittag auf dem Sofa ist, ist hier genau richtig.
Lauren Weisberger hat mit „Die Frauen von Greenwich“ eine schöne und unterhaltsame Story für ihre Figur Emily Charlton geschaffen. Hier steht sie im verdienten Rampenlicht und kann die Leserinnen und Leser mit ihrer resoluten Art mitnehmen, die wieder sehr vom Zusammenspiel mit den anderen Figuren lebt. Meiner Meinung nach ein sehr gelungener leichter Roman. 

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Freitag, 6. März 2020

Nora Elias "Villa Conradi"

Sophia ist eine junge, lebenslustige Frau in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, ihre beste Freundin Rosa ist Jüdin, verliebt ist sie in einen Schauspieler, der halber Sinto ist. Doch die Zeiten ändern sich, das politische Klima wird immer aggressiver und Rosa und ihre Familie sind in Deutschland ebenso verfolgt wie die Sinti und Roma, die auf Plätzen in Sophias Heimatstadt Frankfurt zusammengetrieben werden. Sophie ist das angepasste Leben ihres Vaters ebenso zuwider wie die Profitgier ihres Schwagers und die überzeugte Ideologie ihrer Schwester Clara. Sie sucht ihren eigenen Weg, um dem System ein Schnippchen zu schlagen, ebenso wie ihr Bruder Ludwig und die Schwägerin Emilia. 
„Villa Conradi“ beschreibt das Leben der Familie Conradi während der Nazi-Herrschaft und die Autorin Nora Elias nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf eine Reise in eine spannende und auch abstoßende Zeit. Sophia ist eine sehr sympathische, wenn auch anfangs etwas naive Protagonistin, die an den Herausforderungen wächst, mit denen sie konfrontiert wird. Besonders der Verlust ihrer besten Freundin, die mit ihrer Familie in die Schweiz fliehen muss, macht ihr klar, dass sie kämpfen muss, wenn sie am Ende guten Gewissens in die Welt gehen will. Dadurch wächst einem die Figur immer mehr ans Herz, man leidet mit ihr und geht mit ihr auf diese Reise, in deren Verlauf sie erwachsen wird. 
Mir hat „Villa Conradi“ gut gefallen, der Roman ist unterhaltsam und gibt die historischen Gegebenheiten für die Leserinnen und  Leser gut wieder, bleibt immer kurzweilig und unterhaltsam und ist damit für mich äußerst gelungen. 

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Mittwoch, 4. März 2020

Lore Marr-Bieger "Kvarner Bucht"

Kroatien ist als Reiseland bereits seit Jahren auf dem Vormarsch und besonders die Region um die Kvarner Bucht ist absolut eine Reise wert. Die beeindruckende Landschaft ist ebenso wie Kultur, Kulinarik und Geschichte interessant zu erkunden und bietet zudem noch die Möglichkeit, ein bisschen abseits der größten Touristenströme einen wunderbaren Urlaub zu verbringen. 
Der Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag, verfasst von Lore Marr-Bieger ist hierfür der ideale Reisebegleiter und macht auch schon vor der Reise wirklich Lust auf mehr. Wunderbare Bilder wechseln sich ab mit vielen Tipps und Tricks für die Reise, egal ob es um Übernachtungen, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten geht. Wie in allen Reiseführern des Verlags gibt es am Schluss einen kleinen Wanderführer mit schönen Strecken, um die Region näher zu erkunden. Egal ob Badeurlaub oder Naturerlebnis, die Kvarner Bucht bietet wirklich für alle etwas und ist ein super Reisetipp.
Lore Marr-Bieger hat mit dem Reiseführer zur Kvarner Bucht einen wunderbaren Reisebegleiter geschaffen, der dem hohen Niveau des Michael Müller Verlags problemlos gerecht wird. Von mir gibt es hierfür eine uneingeschränkte Empfehlung. 

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Freitag, 28. Februar 2020

Thilo Scheu "Fuerteventura"

Fuerteventura, eine der kanarischen Inseln, ist als traumhaftes Reiseziel bekannt. Besonders das konstante und trockene Klima laden ganzjährig zu Reisen ein, Wanderungen sind ebenso möglich wie Badeurlaub oder verschiedenste Sportarten, von Fahrradfahren bis Surfen. Grund genug, sich dieses Reiseziel mit Hilfe des Reiseführers „Fuerteventura“ von Thilo Scheu aus dem Michael Müller Verlag einmal näher anzusehen. 
Der Michael Müller Verlag steht nicht ohne Grund für individuelle Reisen mit vielen Hintergrundinformationen, auch dieser Reiseführer kann das Versprechen mühelos einhalten. Die Bilder machen einfach Lust auf mehr und beweisen, dass die Insel weitaus mehr zu bieten hat als große Hotelkomplexe am Wasser, die nur zum Baden einladen. Viele vorgeschlagene Wanderungen ermöglichen es einem, die Insel auf eigene Faust auch einmal jenseits der Touristenpfade zu erkunden. Schade finde ich lediglich, dass es sehr wenig Rundwanderwege gibt und man sich so immer mit dem Thema An- und Abfahrt von Start oder Ziel auseinandersetzen muss. Das könnte man für die Reisenden noch einfacher gestalten. Ansonsten überzeugt Thilo Scheus Reiseführer durch eine klare Gliederung, vielen Informationen und Reisetipps und gutes Kartenmaterial. 
Mir hat der Reiseführer „Fuerteventura“ sehr gut gefallen, man bekommt sofort Lust, seine Tasche zu packen und in den nächsten Flieger zu steigen. Und mit diesem Buch ist man dabei auch noch für alles perfekt vorbereitet. 

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Mittwoch, 19. Februar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Der Traum vom Glück"

Es geht wieder hoch her bei den Lernschwestern des Nightingale Krankenhauses in London. Kate O’Haras jüngere Schwester kommt aus Irland für ihre Ausbildung und muss feststellen, dass sie die erwartete Freiheit in London nicht finden wird. Und Lucy, verwöhnte Tochter eines reichen Industriellen, die bereits in den vorigen Bänden als Nebenfigur vorkam, rückt in den Mittelpunkt. Ihre Familie gerät in Schwierigkeiten und alles, worauf sie glaubte sich verlassen zu könne, gerät ins Wanken. In dieser Situation wird Dora, auf die sie jahrelang herabsah, eine überraschende Stütze. 
Der vierte Band der Reihe um die Nightingale Schwestern von Donna Douglas liefert wieder, was er verspricht, er ist unterhaltsam und kurzweilig mit sympathischen Charakteren. Die Geschichten lassen sich locker weglesen ohne viel Anspruch und sind die ideale Lektüre, wenn man sich nicht den Kopf zerbrechen sondern einfach ein paar Stunden nette Unterhaltung haben möchte. Was mich an der Reihe auch in diesem Band wieder stört, ist das Fallenlassen von Figuren. Statt die Chance zu nutzen, dass eine der drei Hauptfiguren keine Lernschwester mehr ist und so das Spektrum der Themen zu erweitern und die Arbeit und vielleicht die mögliche Karriere von ihr darzustellen, lässt die Autorin sie fast völlig außen vor und nur noch am Rande in kurzen Szenen auftreten. Sie macht die Handlung so einfacher und eindimensionaler als sie sein müsste, denn durch die Veränderung der Figuren bietet sich das Potenzial, auch die Story weiterzuentwickeln. Stattdessen werden in jedem Band neue Figuren eingeführt, um die Handlung auf den begrenzten Raum der Lernschwestern zu zentrieren. 
Wer leichte Lektüre ohne Anspruch sucht, ist auch bei diesem Band von Donna Douglas wieder richtig. Ich hätte mir für die Reihe allerdings mehr Entwicklung bei den Figuren gewünscht, statt sie immer zu ersetzen, wenn sie gerade an einer neuen Stufe in ihrem Leben stehen. 

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