Montag, 30. November 2020

Giulia Davisson "Weihnachtsbacken express"

 

Pünktlich zu Weihnachten geht es wieder los mit Plätzchen und weihnachtlichen Kuchen, die jeder gerne isst. Doch jedes Jahr kommt dazu auch die Frage, wie man es denn nun schaffen soll, die Leckereien auch zu produzieren, ohne tagelang in der Küche zu stehen. Die Lösung lautet für mich „Weihnachtsbacken express“ von Giulia Davidsson. 

Das Buch hat mich auf ganzer Linie überzeugt und ich konnte jetzt schon einige Rezepte daraus ausprobieren. Die Rezepte sind sehr simpel, schnell zubereitet und schmecken auch noch unglaublich lecker. Und was ja wirklich selten vorkommt, das Endergebnis sah den Fotos im Buch auch noch sehr ähnlich. Die Beschreibungen sind sehr gut und übersichtlich, die Zeitangaben realistisch und damit hat dieses Backbuch meiner Meinung nach wirklich alles, was es braucht. Ich kann es allen Weihnachtsbäckerinnen und -bäckern nur uneingeschränkt empfehlen, ich werde in den nächsten Wochen sicher noch oft etwas ausprobieren.

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Stollenkonfekt, Lebkuchen-Crinkle-Cookies und
Schoko-Orangen-Cookies (hier ohne Zuckerguss)

Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Gräfe & Unzer. 

Samstag, 28. November 2020

Owen Matthews "Black Sun"

 

1961 in der geheimen Stadt Arsamas-16 in der Sowjetunion: Hier wird an einer Bombe geforscht, die die Welt in Angst und Schrecken versetzen und die Vorherrschaft der Sowjetunion auf lange Zeit sicher stellen soll. Doch kurz vor dem ersten Test wird der Wissenschaftler Fjodor Petrow tot aufgefunden, angeblich ein Selbstmord. Doch der KGB schickt Alexander Wassin aus Moskau in die Stadt, um zu ermitteln. Er trifft auf einen geschlossenen Kreis aus Wissenschaftlern und Geheimdienste, die in ihm eine Bedrohung sehen und eines gemeinsam haben: Sie wollen auf jeden Fall verhindern, dass er die Wahrheit herausfindet. 

 Die Beschreibung des Inhalts klang für mich schon sehr spannend und so erwartete ich einen mitreißenden Thriller mitten im Kalten Krieg. Leider hat mich das Buch dann nicht so überzeugen können, wie ich gehofft hatte. Die Figuren bleiben seltsam schemenhaft und sind wenig detailliert beschrieben, so dass man sich schwer ein Bild von ihnen machen kann. Auch die Handlung läuft zäh vor sich hin und oft ist nicht klar, wohin die Ermittlungen von Wassin eigentlich führen sollen. Das Zwischenspiel mit der Frau eines Professors, mit der ihn etwas zu verbindet, erschien mir dann auch sehr gewollt, um noch irgendwie eine Liebesgeschichte in dem Thriller unterzubringen, so dass am Ende nichts mehr so richtig zusammenpassen will. Gut und auch interessant fand ich hingegen die Beschreibungen der sowjetischen Geheimdienststrukturen. Der Roman bietet einen spannenden Einblick in das Durcheinander von Zuständigkeiten und das Misstrauen, mit dem sich die verschiedenen Dienste begegnet sind. 

 Der Thriller „Black Sun“ von Matthew Owens konnte mich leider nicht richtig mitnehmen. Es entsteht keine wirkliche Spannung während der trägen Handlung und auch die Figuren konnten mich nicht überzeugen. Da gibt es weitaus bessere Thriller auf dem Markt, mit denen man seine Lesezeit verbringen kann.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Bastei Lübbe Verlags. 

Dienstag, 24. November 2020

Maja Lunde "Als die Welt stehen blieb"

 

Die Corona-Pandemie verändert das Leben aller Menschen und auch Norwegen ging Anfang des Jahres in den Lockdown und zwang die Menschen zur Reduzierung ihrer sozialen Kontakte und den Rückzug auf das engste Umfeld. Das hat auch Bestseller-Autorin Maja Lunde mit ihrer Familie erlebt und beschreibt in „Als die Welt stehen blieb“, wie sie die Zeit wahrgenommen hat und wie es sie und ihre Familie verändert hat.

 Ein Buch zur Pandemie, schnell geschrieben und auf den Markt geworfen um Geld zu verdienen, das waren meine Zweifel als ich mit der Lektüre begann. Auch wenn mein Urteil jetzt nicht mehr so hart ausfällt, überzeugen konnte mich das Buch nicht. Natürlich ist es mit Lundes langwierig recherchierten Romanen in keiner Weise zu vergleichen und das sollte es auch nicht. Dennoch gehen mir die Gedanken der Autorin zu wenig über das private Zusammenleben hinaus und die Beschreibung ihres Familienlebens mag interessant sein, unterscheidet sich letztendlich jedoch nicht von dem, was fast alle Menschen in ganz Europa während der ersten Corona-Welle erlebt haben. Es ist wenig Spannendes oder Erhellendes dabei, was sich von dem unterscheidet, was man selbst mitgemacht hat. Dieses Buch hätte schlichtweg jeder schreiben können, der während der Corona-Welle im Frühjahr ein Tagebuch geführt hat. 

 Ich finde „Als die Welt stehen blieb“ von Maja Lunde sehr enttäuschend, sie schafft es nicht aus bloßen Lebensbeschreibungen herauszukommen und aus dem Buch eine spannende Lektüre zu machen. Für mich leider ein unnötiges Buch, ich freue mich aber schon jetzt auf einen neuen Roman der Autorin.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des btb Verlags. 

Freitag, 13. November 2020

Dick Bruna "Miffy sucht die Tiere"

 

Miffy ist mal wieder auf Entdeckungsreise und dieses Mal geht es um verschiedenste Tiere. „Miffy sucht die Tiere“ ist ein Memorybuch, in dem die Kinder auf jeder Seite Paar entdecken können, die zusammen passen. Dabei ist jede Seite einem Thema zugeordnet, zum Beispiel Tieren im Meer, in der Luft oder auf dem Bauernhof. 

 Das Memorybuch von Miffy ist eine große Freude für kleine und große Leser und Ratefüchse, die Bilder sind wieder einmal sehr schön gezeichnet und das Entdecken der Tiere hinter den Pappschiebern macht viel Freude. Das ganze Buch ist sehr stabil, so dass man es in mit sehr kleinen Kindern schon als Bilderbuch nutzen kann und wenn die Kinder größer sind, können sie anfangen, erst die Tiere selber zu entdecken um später wirklich Memory damit spiele zu können. 

 Bei uns kommt Dick Brunas Buch „Miffy sucht die Tiere“ großartig an, es ist liebevoll gestaltet und sowohl für ganz kleine als auch größere Kinder geeignet.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Montag, 9. November 2020

Marie Lacrosse "Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre"

 

Sophie von Werdenfels lebt im Wien der 1880er Jahre mit strengen gesellschaftlichen Konventionen und einem missgünstigen Stiefvater. Wann immer sie kann flieht sie daher in das Kaffeehaus ihres Onkels, um dort auszuhelfen. Ihre beste Freundin Mary hat sich in den Kronprinzen Rudolf verliebt, der jedoch verheiratet ist und Sophie tut was sie kann, um ihre Kompromittierung zu verhindern. In diesem Zusammenhang lernt sie Richard von Löwenstein kennen und verliebt sich in ihn. Doch er ist bereits verlobt und so hat auch ihre eigene Liebe keine Zukunft. Während sie dies akzeptiert, steigert Mary sich jedoch immer weiter in ihre Liebe hinein. 

 Marie Lacrosse hat bereits mit ihrer Weingut-Saga vollständig überzeugt und der Beginn ihrer Kaffeehaus-Reihe gefällt mir fast noch besser. Das Personal ist äußerst vielfältig, die historischen Details sind sehr gut recherchiert und großartig in die Geschichte einbezogen, so dass man bei der Lektüre das Gefühl bekommt, selbst dabei zu sein und durch die Wiener Straßen zu streifen, während Mary heimlich von einer Pferdekutsche abgeholt wird. Die jungen Komtessen sind derart vielen gesellschaftlichen Vorgaben unterworfen, dass jeder falsche Schritt die ganze Familie ruinieren kann, während eine gute Eheschließung auch noch für entfernte Verwandte viele Vorteile bietet. Es werden Verschwörungen geschmiedet, Hoffnungen zerstört und überraschende Wendungen initiiert, dass einem als Leser oder Leserin fast schwindelig wird. Marie Lacrosse schreibt wie immer sehr mitreißend und anschaulich, das Personal wächst einem ans Herz und schnell kann man gar nicht mehr anders als immer nur noch weiterlesen zu wollen. 

 „Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre“ ist einer großartiger historischer Roman, sehr detailgenau geschrieben und mit spannenden historischen Tatsachen, die in die fiktive Geschichte eingesponnen werden. Mich hat das Buch vollständig überzeugt und ich kann ihn wirklich nur allen weiterempfehlen, die historische Romane lieben.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Goldmann Verlags. 

Sonntag, 1. November 2020

Sue Monk Kidd "Das Buch Ana"

 

Ana ist erst vierzehn Jahre alt, als sie von ihrem Vater mit einem älteren Mann verlobt wird. Doch in ihrer Zeit, im Jahr 16 n. Chr. in Galiläa, ist dies nichts Bemerkenswertes. Doch Ana weigert sich, sich den Vorstellungen ihrer Eltern zu unterwerfen, sie ist gebildet, will Schriftgelehrte werden und sich selbst verwirklichen. In dieser Zeit lernt sie Jesus kennen, einen jungen Mann, der als Handwerker sein Geld verdient und damit hadert, welche Rolle Gott für ihn vorgesehen hat. Ana wird über Umwege seine Frau und begleitet seinen Lebensweg, wenn auch oft nur aus der Ferne. Und sie gibt alles, um ihre Träume zu verwirklichen. Mich hat 

„Das Buch Ana“ von Sue Monk Kidd unglaublich beeindruckt. Zum einen in seiner Detailgenauigkeit, hinter der sehr viel Recherche stecken muss, denn die Autorin lässt vor unseren Augen eine ganz fremde Welt auferstehen. Von Kleidern über Schmuck bis zu Gebräuchen und Örtlichkeiten ist alles bis in Kleinste beschrieben und spielt sich wie ein Film vor dem inneren Auge ab. Zum anderen finde ich auch die Umsetzung der Idee großartig. Wie einfach wäre es gewesen, einfach das Leben und Wirken von Jesus aus dem Blickwinkel seiner Frau Ana zu beschreiben. Stattdessen wählt Sue Monk Kidd einen Weg, der Ana vollständig in den Mittelpunkt des Romans stellt und Jesus zu einer Nebenfigur macht. Es ist Anas Leben, das die Autorin schildert, natürlich spielt Jesus Wirken eine Rolle, doch durch die räumliche Trennung der beiden trennen sich auch ihre Geschichten und Ana bleibt als zentraler Dreh- und Angelpunkt des Romans die entscheidende Perspektive. Dieser weibliche Blickwinkel auf eine für uns heute kaum noch vorstellbare Welt mit ihren Regen, Traditionen und Gebräuchen aber auch einer strengen und wenig hinterfragten Gläubigkeit macht diesen Roman zu etwas ganz Besonderem. 

 „Das Buch Ana“ ist definitiv das beste und beeindruckendste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Es bleibt in Erinnerung und wirkt nach, Ana lässt einen einfach nicht los. Mich hat Sue Monk Kidd restlos begeistert, daher kann ich nur sagen: Bitte lest dieses Buch, es ist großartig.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des btb Verlags. 

Dienstag, 27. Oktober 2020

Pierre Martin "Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer"

 

Isabelle Bonnet reist in ihren Heimatort Fragolin im Süden Frankreichs um sich von einer schweren Verletzung zu erholen und ihre Gedanken zu sortieren. Während ihrer Tätigkeit für die nationale Sicherheit wurde sie bei einem Bombenanschlag verletzt, doch die erhoffte Ruhe findet sie in Fragolin nicht. Ihr Chef aus Paris bittet sie, spontan in einem Mordfall zu ermitteln. Im Haus eines Engländers wurde eine Leiche gefunden, der Hausbesitzer ist seitdem verschwunden, seine Identität ist unbekannt. Mit ihrem leichten tapsigen Kollegen Appollinaire macht sich Isabelle daran, den Fall zu lösen. 

 „Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer“ ist ein wunderbarer Krimi mit viel Lokalkolorit, vielen sympathischen Charakteren und ein paar widerspenstigen Einheimischen, die es Isabelle nicht leicht machen, in ihrer alten Heimat zu ermitteln. Der Kriminalfall ist dabei sehr mitreißend, logisch aufgebaut und hält die Spannung immer aufrecht. Es gibt viele überraschende Zusammenhänge, die Isabelle zwar schnell erkennt, die sich einem bei der Lektüre jedoch erst mit der Zeit erschließen. Dass hier die Ermittlerin den Leserinnen und Lesern mal einen Schritt voraus ist und sich ihre Handlung erst rückwirkend erklärt, fand ich sehr erfrischend und abwechslungsreich. 

Mit hat Pierre Martins Auftakt zur Krimireihe rund um die „Madame le Commissaire“ sehr gut gefallen und ich freue mich schon darauf, die weiteren Krimis zu entdecken. Bisher sind sieben davon erschienen, es bleibt zu hoffen, dass noch zahlreiche dazu kommen.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur.