Freitag, 27. April 2018

Franka Bloom "Mitte 40, fertig los"


Was kann man sich Schlimmeres vorstellen, als mit Mitte vierzig reumütig wieder bei der Mutter einzuziehen, nachdem man doch immer nur raus in die weite Welt wollte, weg aus der kleinen Stadt, in der man aufgewachsen ist? Es gibt wenig, was dem gleichkommt und doch muss Rike die Zähne zusammenbeißen und sich der Situation stellen. Ihr Mann hat sie verlassen und einen Berg Schulden hinterlassen, das Haus ist weg und der pubertierende Sohn wohnt auch lieber bei dem coolen Vater in der Stadt, als bei seiner langweiligen Mutter mit all den Vorschriften. Doch Rike lässt sich nicht unterkriegen und kämpft sich wieder nach oben – auch mit Hilfe alter Freunde aus Schulzeiten, die sie ebenso wie den Ort eigentlich hinter sich gelassen hatte. Und der ein oder andere kann sie dabei noch wirklich überraschen.
Der Roman „Mitte 40, fertig, los“ von Franka Bloom überzeugt von der ersten Seite an durch eine Menge Charme und eine sympathische und chaotische Hauptfigur. Rike musste eine Menge einstecken, aber sie lässt den Kopf nicht hängen, auch wenn sie sich bei allem manchmal spießiger vorkommt als ihre eigentlich doch so langweilige Mutter. Doch nicht nur ihre Mutter überrascht mit neuer Liebe und neuem Leben, auch der furchtbar langweilige Nachbarsjunge Michael, genannt Schmiddi, erscheint in völlig neuem Licht. Ein echter Freund, der hilft, wo er kann. Und Hilfe kann Rike wirklich gebrauchen. Die Lektüre des Romans ist sehr unterhaltsam, die Handlung fließt leicht dahin und bietet dennoch ein paar schöne Überraschungen und Wendungen, so dass es nie langweilig wird.
Mir hat Franka Blooms Roman „Mitte 40, fertig, los“ gut gefallen, die Lektüre war äußerst kurzweilig und die Charaktere sind von der Autorin mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Die perfekte Unterhaltungslektüre für ein verregnetes Wochenende und einen entspannten Tag am Meer.

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Hier geht es zur Leseprobe und weiteren Informationen des Rowohlt Verlags. 

Donnerstag, 26. April 2018

Haruki Murakami "Die Ermordung des Commendatore Band 2. Eine Metapher wandelt sich"

Die Geschichte um einen Porträtmaler und seinen seltsamen Nachbarn Menshiki geht weiter. In seinem Auftrag arbeitet der Maler am Porträt des Mädchens Marie, das Menshikis Tochter sein könnte. Langsam lernen sich auch Menshiki und Maries Tante näher kennen. Doch alles gerät aus den Fugen, als Marie plötzlich verschwindet und der Maler sie mit Hilfe des Commendatore suchen muss. Dabei landet er in einer Welt, in der völlig andere Gesetze zu gelten scheinen.
Auch im zweiten Band um den Commendatore entführt Murakami die Leser in ein spannendes in faszinierenderes Zwischenreich, indem sich Traum und Realität immer zu überschneiden scheinen. Die wunderbare Sprache des Autors, wieder in der großartigen Übersetzung von Ursula Gräfe, zieht den Leser schnell in seinen Bann und reißt ihn mit in die Geschichte. Dennoch konnte mich der zweite Band nicht so uneingeschränkt begeistern wie der erste Teil, manchmal war die Handlung mit all ihren Geheimnissen für mich einfach nicht mehr richtig nachvollziehbar, auch wenn ich gerade diese Elemente bei Murakami eigentlich sehr schätze. Irgendwo im Verlauf des zweiten Bandes habe ich den Anschluss an die Geschichte verloren und fühlte mich auch als Leser nicht mehr mitgenommen. Dennoch bleibt der Roman allein durch seine sprachliche Kraft und Ausdrucksstärke immer noch ein ganz besonderes Buch.
Auch wenn "Die Ermordung des Commendatore Band 2. Eine Metapher wandelt sich" von Haruki Murakami mich nicht so überzeugen konnte wie der erste Band, ist es ein bemerkenswertes Stück Literatur, egal ob man sich für die Handlung uneingeschränkt erwärmen kann, denn Murakamis Stil und Sprache begeistern von Anfang bis Ende.

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Dumont Verlags. 

Freitag, 20. April 2018

Jean-Luc Sady "Torten ohne Backen"


Torten ohne Backen- das klingt Prinzip her schon einmal großartig, unkompliziert und frisch, die perfekten Rezepte für den Sommer, so hatte ich persönlich mir dieses Nicht-Backbuch vorgestellt. Die Optik finde ich auch sehr schön, es ist kein riesiges Buch sondern kleiner und praktisch zu handhaben, die Rezeptauswahl war dafür jedoch noch sehr umfangreich.
Die Rezepte selber können mich persönlich leider nicht so überzeugen. So gut ich die Idee der Torten ohne Backen auch finde, sind mir diese Rezepte einfach zu schwer und pompös. Ich hatte mehr auf viel Obst und Frischkäsecreme gehofft statt auf viel Sahne, Schokolade und fettige Kekse. Die etwas leichteren und sommerlicheren Varianten fehlten mir in diesem Buch, so dass ich etwas enttäuscht war. Gerade im Sommer finde ich eine Alternative gut, bei der ich in der warmen Küche nicht noch den Ofen anschmeißen muss, im Winter schmeckt mir auch die klassische Schwarzwälder-Kirsch-Torte sehr gut.
Ich hatte mir von dem Buch persönlich etwas anderes erwartet, die Aufmachung ist aber sehr schön und die Rezeptauswahl groß, wenn auch für mich zu einseitig und schwer.

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Hier geht es zu weitern Informationen des Bassermann Verlags. 

Donnerstag, 19. April 2018

Heidi Rehn "Der Himmel über unseren Träumen"


Veras Eltern flohen als Juden mit ihr aus München vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust nach Amerika. Dennoch kamen sie zurück nach Deutschland, ihr Vater sitzt Anfang der fünfziger Jahre für die SPD im Bundestag in Bonn und sie selbst arbeitet als Architektin in ihrer Heimatstadt München. Dort lernt sie Arthur kennen und lieben, doch die Vergangenheit steht zwischen den beiden, denn Vera kann ihre Sorgen nicht ganz abschütteln: Was hat Arthur während der Nazi-Zeit gemacht, war er wirklich so unbeteiligt, wie er tut?
Heidi Rehn setzt sich in ihrem neuen Roman „Der Himmel über unseren Träumen“ mit der spannenden Situation von Menschen auseinander, die unter den Nazis verfolgt wurden und es dennoch wagten, in der Bundesrepublik noch einmal neu anzufangen. Auch für Vera ist es schwer, einerseits sind vielen Posten noch mit der alten Riege besetzt, die gegenüber Juden und zusätzlich oft auch gegenüber Frauen Vorurteile hat. Zugleich wird ihr vorgeworfen, sie habe es sich leicht gemacht, habe den Krieg in Amerika verbracht und würde gar nicht verstehen, wie die Menschen gelitten hätten. All das führt in eine moralische Zwickmühle, aus der Vera sich nur schwer befreien kann. Die Autorin beschreibt diese Problematiken sehr realistisch und schafft es auch gut, das Problem der berufstätigen Frauen in der 50ern mit den Problematiken der Rückkehrer nach dem Weltkrieg zu verknüpfen. Das gelingt ihr, wie auch bei der Liebesgeschichte von Vera und Artur, ohne viel Kitsch und Pathos, was das Lesen sehr angenehm macht. Lediglich die Formulierung „Der Himmel über unseren Träumen“, die ich schon als Titel sehr sperrig finde, wird im Verlauf des Romans meiner Meinung nach viel zu oft ausgeschlachtet. Immer wieder benutzen Vera, Arthur oder Veras Mutter diese Formulierung, die für mich künstlich konstruiert ist, um einen Bezug zum Titel herzustellen.
Der Roman „Der Himmel über unseren Träumen“ ist eine sehr gut geschriebene Geschichte über die Anfangszeit der Bundesrepublik mit starken und spannenden Hauptfiguren, die lediglich an winzigen Formulierungen kränkelt, die mir beim Lesen aufgestoßen sind. Alles in allem aber eine spannende Lektüre, die ich nur weiterempfehlen kann.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur. Vor kurzem hat die Autorin Heidi Rehn auch den Fragebogen "Zehn Fragen an..." für Sarahs Bücherregal ausgefüllt. Ihre Antworten könnt ihr hier nachlesen. 

Freitag, 13. April 2018

Christian v. Ditfurth "Böse Schatten"


Als in Hamburg eine zwanzig Jahre alte Leiche gefunden wird, steht die Polizei vor einem Rätsel. Ein Papierschnipsel bei dem Opfer verweist auf einen historischen Bezug, Professor Stachelmann von der Uni Hamburg soll wieder helfen können. Doch der Fall scheint auch für ihn unlösbar und als seine Freundin und ihr Sohn auch noch in eine bedrohliche Lage geraten, wird auch sein Privatleben auf den Kopf gestellt. Dieser Fall ist für Stachelmann ein besonders schwieriger – beruflich wie auch privat.
Ich habe bereits einige Stachelmann-Krimis gelesen und sie haben mir immer sehr gut gefallen. Mit dem neuesten Band „Böse Schatten“ hatte ich jedoch so meine Probleme, die Perspektivwechsel waren mir teilweise zu abrupt und nicht gut gekennzeichnet. Dadurch wurde die Lektüre etwas verwirrend, auch wenn ich den Fall an sich und den Lösungsweg sehr spannend fand. Die privaten Einlassungen des Professor Stachelmann nahmen hier meiner Meinung nach einen etwas zu großen Raum ein, das hätte die Geschichte nicht gebraucht und weniger wäre mehr gewesen. Zudem fehlte mir teilweise etwas der rote Faden für eine klare und stringente Kriminalhandlung, zu viele Nebenbereiche spielten eine Rolle.

In „Böse Schatten“ reaktiviert Christian v. Ditfurth seinen ermittelnden Geschichtsprofessor Stachelmann, der seine Fälle auf unkonventionelle Art und Weise zu lösen vermag. Dieser Fall war zwar spannend, mir aber zu strukturlos, um richtig überzeugen zu können.

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Hier geht es zu weiteren Informationen und zur Leseprobe des Penguin Verlags. 

Donnerstag, 12. April 2018

Christine Kabus "Das Lied des Nordwinds"


Karoline glaubt zunächst, mit der Hochzeit mit dem adeligen Moritz großes Glück zu haben. Doch schon bald stellt sich heraus, dass ihr Gatte kein liebender Ehemann werden wird und er sie nur wegen der finanziellen Möglichkeiten ihres Vaters geheiratet hat. Fast zeitgleich kämpft die junge Liv in Norwegen mit ihrer neuen Arbeitsstelle als Hausmädchen bei einem strengen Lehrer, der seinen Sohn drangsaliert. Die Rolle der Frau in der damaligen  Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts lässt beiden wenig Handlungsspielraum, doch beide kämpfen für sich und die, die sie lieben, um ein glückliches Leben führen zu können. Über viele Umwege führt diese Geschichte die beiden Frauen zusammen.
Christine Kabus hat mit „Das Lied des Nordwinds“ einen schönen Roman über zwei starke Frauenfiguren geschrieben, die sich in schweren Zeiten durchsetzen und vielen Frauen der damaligen Zeit ein großes Stück voraus sind. Eindrucksvoll beschreibt sie das Leben der beiden, ihre Schwierigkeiten und Kämpfe. Doch auch die Nebenfiguren sind sehr gut und detailliert dargestellt, besonders die emanzipierte Frau Bethge ist mir schnell ans Herz gewachsen. Die Geschichte fliegt beim Lesen nur so dahin und man kann gar nicht mehr aufhören. Die Erzählung springt immer hin und her zwischen dem Leben von Karoline und Liv, was die Spannung zusätzlich erhöht. Hat man sich gerade widerwillig von der einen Geschichte verabschiedet, wird man sofort in den nächsten Handlungsstrang hineingezogen und lebt wieder voll und ganz im zweiten Teil der Story. Diese Wechsel treiben die Geschichte kontinuierlich voran und lassen die Zeit regelrecht verfliegen.
Mir hat „Das Lied des Nordwinds“ von Christine Kabus ausgesprochen gut gefallen, die Geschichten waren spannend und kurzweilig geschrieben und dass die beiden Erzählungen erst so spät zusammenfinden, hat die Spannung zusätzlich gleichbleibend hoch gehalten. Ein tolles Buch für alle, die starke Frauengeschichten vor historischer Kulisse zu schätzen wissen.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Bastei Lübbe Verlags. 

Mittwoch, 11. April 2018

Arthur Isarin "Blasse Helden"


Nach dem Ende der Sowjetunion begibt sich Anton in das aufstrebende Russland, um dort als Geschäftsmann zu arbeiten. Es gefällt ihm dort, es gibt viel Geld zu verdienen, viele schöne Frauen und das kulturelle Umfeld mit Bolschoi Theater, Ballett, Oper und vielem mehr begeistert ihn. Es ist eine wilde und unruhige Zeit in Russland unter Jelzin. Die Zeit, bevor Putin an die Macht kam, es wenig Regeln gab und sich nach dem Umbruch und dem Untergang der Sowjetunion alles finden musste. Und Anton nimmt alles mit, was sich bietet. Bis sich das gesellschaftliche Klima zu ändern beginnt.
Es ist ein bizarres Leben, dass Arthur Isarin seinen Protagonisten, den „Blassen Helden“ wie er im Titel heißt, leben lässt. Alles scheint möglich und passiert entweder aberwitzig schnell oder über hunderte Umwege in schleichendem Tempo, Korruption und Bestechung finden sich an jeder Ecke. Obwohl einem Anton eigentlich unsympathisch sein müsste, wie er als westlicher Kapitalist nach Russland kommt und mit seinem Chef die Kohlebranche regelrecht an sich reißt, ich konnte nicht anders, irgendwie wurde er im Laufe des Romans sympathisch. Seine Sicht auf das damalige Russland wirkt so ungefiltert, die 90er Jahre durch seine Augen so wild und fast schon romantisch verklärt, dass man sich von ihm mitreißen lässt in seine Welt und „sein Russland“. Die Geschichte entwickelt schnell einen Sog, man kann nicht mehr aufhören, man muss weiterlesen, weiterleben in dieser chaotischen Welt voller Willkür, aber auch voller Chancen und Möglichkeiten.
Es ist wie ein Blick durch ein Schlüsselloch, eine kurze Zeit sieht man einen eingeschränkten Ausschnitt eines größeren Bildes und lässt sich davon faszinieren. Arthur Isarin ist mit „Blasse Helden“ ein spannender Roman gelungen, der einem Russland und die herrschende Mentalität in den 90er Jahren näherbringt. Aber auch etwas das Verständnis für den danach stattfindenden Wandel nährt und die Folgen, die er mit sich brachte. Auf alle Fälle ist es ein großartiger Roman, der einen als Leser anspricht und mitnimmt.  

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Knaus Verlags. 

Dienstag, 10. April 2018

Zehn Fragen an Alexandra Zöbeli

© Carole Fleischmann

Alexandra Zöbeli begeistert regelmäßig mit schönen Romanen, die in den zauberhaftesten Landschaften Groß- britanniens spielen. Ihr neuester Roman "Der Pub der guten Hoffnung" ist gerade erschienen und führt die Leser  mit der Hauptfigur Sam in die raue Landschaft von Wales und dem Mount Snowdon. Für Sarahs Bücherregal hat sie jetzt den Fragenbogen "Zehn Fragen an..." beantwortet. 




1) Am frühen Morgen - Kaffee oder Tee?

Tee und später am liebsten einen Cappuccino.

2) Wofür sind Sie dankbar?

Dass ich das Glück habe in einem Land zu leben, in dem Frieden herrscht. Für meinen Mann, meine Familie, meine beiden vierbeinigen Kumpanen und meine Freundinnen. Dass wir Arbeit haben, ein Dach über dem Kopf, gesund sind und dafür, dass ich so wunderbare Leserinnen und Leser habe. Ich könnte noch weiter aufzählen, denn ich bin wirklich dankbar, so ein Glückskind zu sein.

3) Urlaub – in die Berge oder an den Strand?

Rumliegen liegt mir gar nicht. Bei einem Strandurlaub auf den Malediven wurde ich wohl aus lauter Langeweile krank *lach*. Auch wenn ich das Meer wirklich sehr liebe, brauche ich etwas mehr als „nur“ Strand. Daher würde ich mich wohl für die Berge entscheiden, diejenigen am Meer *grins*… Mount Snowdon in Wales zum Beispiel.

4) Ihr Lieblingsbuch?

Ein Lieblingsbuch habe ich eigentlich gar nicht. Ich lese viel und gern, weil ich süchtig nach Geschichten bin. Ich gestehe aber, dass ich ein Buch selten mehr als ein Mal lese. Ich mag aber die Bücher von Katie Fforde, Robin Pilcher, Barbara Delinsky und Luanne Rice. Sie zaubern mir immer wunderbares Kino in den Kopf.

5) Ihr Tipp, wenn es mal stressig wird?

Ruhe bewahren und eines nach dem anderen erledigen. Flippt man nämlich aus (was ich auch ganz gut kann), kann man nicht mehr logisch denken und kriegt gar nichts mehr gebacken. Manchmal hilft auch eine kurze Teepause einzulegen, um danach wieder konzentrierter an die Sache rangehen zu können.

6) Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

The Walled Garden von Jules Hudson. Das ist kein Roman, sondern ein Gartenbuch über die Geschichte der englischen Walled Gardens. Natürlich gewährt das Buch auch Einblicke in diverse britische Gärten, die ich unbedingt besuchen möchte😊.

7) Welches Buch können Sie immer wieder lesen?

Hmm, wie oben geschrieben, ich lese kaum ein Buch zwei Mal. Lieber habe ich immer wieder neue Geschichten, da kann ich einfach nicht genug davon kriegen.

8) Ihr Berufswunsch als Kind?

Oh, ich glaube, da gab es einiges wie Köchin, Konditorin, Tierärztin, Tierpflegerin, Bäuerin, Seiltänzerin, … Als ich den Film „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ gesehen hatte, wollte ich auch kurz mal Schauspielerin werden, damit ich mit Michael Douglas durch den nächsten Urwald rennen konnte … Tja, da ich aber weder Talent noch das Aussehen habe, habe ich mich am Ende zu einer Ausbildung als Kauffrau entschieden.

9) Mit wem würden Sie gerne einen Tag Ihr Leben tauschen?

Mit meinem Kater. Der darf am Morgen liegen bleiben und meint höchsten, ob wir bitte die Haustür leise von aussen schliessen könnten, damit er nicht aufwacht. Wenn er sein Futter nicht mag, wird es so lange stehen gelassen, bis Frau Zweibeiner ihm etwas anderes serviert, damit er nicht tot umfällt. Es wird ihm die Tür aufgehalten und der Bauch gekrault, wenn er mal von seinem Mittagsschläfchen an der Sonne zurückkehrt. Irgendwas mache ich wohl einfach falsch in meinem Leben *seufz* :o).

10) Und zum Abschluss - Sie haben drei Wünsche frei! Was wünschen Sie sich?

1. Wunsch: Dass wir Menschen mit den Tieren endlich anständig umgehen und sie als Lebewesen und nicht als Dinge behandeln.

2. Wunsch: Dass wir respektvoller miteinander umgehen. Damit meine ich, dass ein „Danke“, „Bitte“, „Hallo“ und „Tschüss“ wieder selbstverständlich werden sollte. Dass es einem wirklich interessiert, wenn man den anderen fragt: „Wie geht es dir?“
Manchmal habe ich den Eindruck, wir benehmen uns nicht viel anders als Trump, mit seinem „America first“. Jeder schaut in erster Linie nur noch für sich, das finde ich sehr bedenklich.

3. Wunsch: Mein letzter Wunsch ist ein egoistischer: Ich wünsche mir Gesundheit für meine Familie, meine Liebsten und nicht zuletzt auch für mich selbst.

Hier geht es zu meiner Rezension von Alexandra Zöbelis neuem Roman "Der Pub der guten Hoffnung". Doch auch die anderen Romane der Autorin kann ich nur empfehlen. Bisher erschienen sind folgende Titel:





Montag, 9. April 2018

Claire Winter "Die geliehene Schuld"


Veras Freund Jonathan arbeitet wie sie Ende der vierziger Jahre in Berlin bei dem Magazin „Echo“. Als er für eine Geschichte über die Flüchtlingsströme in Europa recherchiert, muss er einer großen Story auf der Spur gewesen sein, denn aus Sorge, dass ihm etwas passieren könnte, schickt er Vera seine Unterlagen, verbunden mit der Bitte, die Recherche fortzuführen, wenn ihm etwas passieren sollte. Eigentlich wollte Vera die Vergangenheit voller Krieg, Hass und Verlust nur hinter sich lassen, doch als Jonathan tödlich verunglückt, ist es damit vorbei: Sie muss seine Geschichte zu Ende bringen und herausfinden, wer für seinen Tod verantwortlich ist.
Selten habe ich ein Buch so verschlungen wie „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter. Der Aufbau des Romans mit Rückblenden zu Jonathans Recherchen im Wechsel mit der Gegenwart des Romans ein halbes Jahr später und Veras Recherche, sorgt für eine hohe Spannung und die Fakten, die die beiden über das Ende des Nationalsozialismus und handelnde Akteure aufdecken, lassen einen teilweise wirklich gruseln. Vera kämpft mühsam mit sich, um von einer antrainierten unpolitischen Haltung, in der sie einfach nur ihre Ruhe haben will, zu einer aktiven politischen Journalistin zu werden, die auch versteht, wofür Jonathan die ganze Zeit gestritten hat. Langsam tut sich ein Geflecht alter Mächte auf, die die Bundesrepublik keineswegs aus ihren Fängen gelassen hat, was auch Vera letztlich darin bestärkt, nicht aufzugeben. Sie ist eine starke Figur, die die Leser mitnimmt und berührt, was auch ein Grund dafür ist, dass einen diese Geschichte so angreift und bewegt, dass man nicht mehr aufhören kann. Man muss einfach immer weiterlesen.
Claire Winters historischer Roman „Die geliehene Schuld“ ist ein außergewöhnlich spannendes und mitreißendes Buch, das sich mit den Schattenseiten der Anfangszeit der Bundesrepublik beschäftigt. Es glänzt mit einer großartig durchstrukturierten Romanhandlung und lädt zum Nachdenken und Recherchieren buchstäblich ein, so unglaublich ist die Geschichte.

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Diana Verlags. 

Donnerstag, 5. April 2018

J. Paul Henderson "Der Vater, der vom Himmel fiel"


Nach dem Tod ihres Vaters müssen Greg und Billy sich wieder zusammenraufen. Sieben Jahre haben sie nach einem Streit nicht miteinander gesprochen, doch nach der Beerdigung gilt es, das Erbe zu klären. Greg zieht zunächst in das Haus seines verstorbenen Vaters und soll auf dessen Wunsch die Familie wieder zusammenbringen. Gar nicht so leicht, bei all den Verrücktheiten, die hier ans Tageslicht kommen.
„Der Vater, der vom Himmel fiel“ ist eine schöne, lustige und gleichzeitig traurige Geschichte über Familienzusammenhalt und Vergänglichkeit. J. Paul Henderson beschreibt eine Familie, die eher nebeneinander als miteinander lebt, der plötzliche Tod rüttelt sie jedoch auf. Nicht alle, aber doch einige, wie die Brüder Greg und Billy, beginnen sich Gedanken über das Leben zu machen und darüber, dass man manchmal einfach machen sollte, was einem Spaß macht und den Menschen, die man liebt, das auch besser rechtzeitig sagt. Denn das Leben kann schnell vorbei sein. All das klingt jetzt sehr weise und tragend, wird aber vom Autor auf äußerst kurzweilige Art und Weise beschrieben, mit viel Witz und Humor an den richtigen Stellen. Meine absolute Lieblingsfigur war der einen Banküberfall planende Onkel Frank, dessen größter Traum es ist, als Cowboy in Montana seinen Lebensabend zu verbringen. Greg versucht, ihm wenigstens einen Teil seines Traums zu erfüllen – möglichst ohne dafür kriminell zu werden.
J. Paul Henderson hat mit „Der Vater, der vom Himmel fiel“ eine perfekte Mischung aus kurzweiliger Unterhaltung und höchst lesenswerter Literatur geschaffen, die auf leichte Art ein ernstes Thema aufbereitet – einfach großartig. Dies ist ein Buch, das definitiv in Erinnerung bleibt.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Mittwoch, 4. April 2018

Hendrik Groen "Eierlikörtage. Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre"


Das Leben im Seniorenheim kann trist sein. Hendrik Groen hat keine Lust mehr, sich vom Heim hin und herschieben zu lassen. Er beginnt, Tagebuch zu führen über all die Dinge, die ihm falsch vorkommen und findet schnell Mitstreiter. Gemeinsam gründen sie den „Alt, aber nicht Tod Club“, machen Ausflüge und kämpfen im Kleinen für eine Verbesserung der Lebenssituation der Senioren.
Das Hörbuch zu „Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“, gelesen von Felix von Manteuffel ist eine äußerst kurzweilige und witzige Unterhaltung, die stellenweise aber auch tragische Elemente hat. Zum Beispiel die schweren Erkrankungen, die langsam unter Hendriks Freunden um sich greifen und ihr Leben radikal verändern. Doch Hendrik ist ein wahrer Freund, tapfer stellt er sich all diesen Widrigkeiten und bleibt an der Seite seiner Freunde. Familie, die ihn besucht, hat er selber nicht, dafür aber viel Zeit für seine Freunde. Besonders gut hat mir bei dem Hörbuch auch der Sprecher, Felix von Mateuffel gefallen, er gibt Hendrik Groen einen ganz eigenen Charme, der renitente Rentner muss einem so einfach ans Herz wachsen.
Das Hörbuch „Eierlikörtage“ von Hendrik Groen ist perfekt für alle, die kurzweilige Unterhaltung suchen, bei der man jederzeit gut ein- und aussteigen kann, ganz wie es zeitlich passt. Und man sollte gewarnt sein, der „Alt, aber nicht Tod Club“ wächst einem schnell ans Herz und es bleibt eine kleine Lücke zurück, wenn das Hörbuch beendet ist.
Zum Glück gibt es mit „Tanztee“ bereits den zweiten Band von Hendrik Groens Tagebüchern, ebenfalls gelesen von Felix von Manteuffel, es geht also weiter mit der Seniorenbande.

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Hier geht es zu weiteren Informationen von Hörbuch Hamburg. 

Dienstag, 3. April 2018

Zehn Fragen an: Heidi Rehn

©Erol Gurian
Heute erscheint ihr neuester Roman "Der Himmel über unseren Träumen", eine Geschichte über die große Aufbruchsstimmung der 50er Jahre in der Bundesrepublik. Passend dazu hat die Autorin Heidi Rehn für Sarahs Bücherregal den Fragebogen "Zehn Fragen an..." ausgefüllt. 

1) Am frühen Morgen - Kaffee oder Tee? 
Beides – erst eine Tasse Tee und dann ein Espresso mit dem Saft einer halben, frisch gepressten Zitrone. Das gibt mir Energie, um am Schreibtisch durchzustarten.

2) Wofür sind Sie dankbar? 
Dass wir hier in Europa auf einer „Insel der Glückseligen“ leben, auf der Frieden herrscht und wir uns keine Sorgen um unser Überleben machen müssen. Und natürlich, dass ich auf dieser Insel beruflich das tun darf, was ich am liebsten tue: mir Geschichten ausdenken und sie anderen erzählen.

3) Urlaub – in die Berge oder an den Strand? 
Beides hat seine Reize: das Meer mit seiner unendlichen Weite, dem beruhigenden Auf und Ab der Wellen, die Berge mit ihrer massiven, hoch aufragenden Gestalt, in der so viel zu entdecken ist. Es kommt auf meine Stimmung an, zu was mir gerade mehr ist.

4) Ihr Lieblingsbuch? 
„Fabian“ von Erich Kästner – oder, wie es inzwischen wieder heißt „Der Gang vor die Hunde“

5) Ihr Tipp, wenn es mal stressig wird? 
Tief durchatmen und versuchen, Ruhe zu bewahren, auch wenn es schwerfällt.

6) Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch? 
„Die geliehene Schuld“ von Claire Winter

7) Welches Buch können Sie immer wieder lesen? 
Kästners „Fabian“ (s.o.)

8) Ihr Berufswunsch als Kind? 
Immer schon irgendwas mit Schreiben und Geschichten erzählen.


9) Mit wem würden Sie gerne einen Tag Ihr Leben tauschen? 
Auch wenn es arrogant klingt: mit niemandem, weil ich mein Leben liebe, so wie es ist.

10) Und zum Abschluss - Sie haben drei Wünsche frei! Was wünschen Sie sich? 
Ganz klassisch: Frieden, Gesundheit, ein langes, erfülltes Leben im Kreis meiner Familie.

"Der Himmel über unseren Träumen" ist ab heute im Buchhandel erhältlich. Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur.