Dienstag, 26. Juli 2022

Martin Walker "Tête-à-Tête"


 

Ein ungeklärter Mordfall zieht Bruno in seinen Bann. Die Leiche eines jungen Mannes wurde vor Jahren gefunden und konnte nie identifiziert werden. Mit neuen Möglichkeiten der Rekonstruktion, wie Bruno sie in einer Ausstellung sieht, ließe sich die Identität des jungen Mannes vielleicht auch nach vielen Jahren herausfinden und damit auch sein Tod aufklären. Die Suche nach dem Mörder beginnt und Bruno macht einige überraschende Entdeckungen.

Ich bin nach so vielen Bruno-Bänden schon nicht mehr als objektive Leserin zu bezeichnen, sondern ein riesiger Fan und daher inzwischen vermutlich einfach voreingenommen. Mich hat dieser Krimi wieder begeistert. Ein spannender Fall, das wunderschöne Périgord und das Personal, das einem im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen ist. Martin Walker hat ein Händchen für Stimmungen und Details und so schafft er es mit seinen Krimis jedes Mal, den Zauber der Landschaft und das ländliche Leben in treffende Wort zu verpacken, die einen bei der Lektüre sofort mitnehmen. Bruno ist nach so vielen Geschichten zu einem guten Freund geworden und ich freue mich, ihn jeden Sommer mit einer neuen Geschichte wiederzutreffen.

Martin Walkers neuer Bruno-Krimi „Tête-à-Tête“ ist wieder ein spannender Krimi mit tollen Charakteren, der einfach nur Freude macht beim Lesen. Jetzt heißt es wieder warten, bis Bruno mit einem neuen Fall in unser Leben tritt.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. Das Buch wurde vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

 

Donnerstag, 21. Juli 2022

Alexandra Zöbeli "Scones zum Frühstück"

 

Max führt ein erfolgreiches Restaurant, doch die Arbeit ist zu seinem einzigen Lebensinhalt geworden. Als ein Herzinfarkt ihn ans Bett fesselt und er durch einen betrügerischen Mitarbeiter sein Restaurant verliert, wagt er einen Neustart. Ein alter Freund kann ihn als Koch der Schulküche gewinnen und so zieht Max aufs Land. Dort lernt er auch Robyn kennen, eine faszinierende, doch tief traumatisierte Frau. Gibt es für die beiden eine Chance auf Glück?

Alexandra Zöbeli ist bekannt für romantische Geschichten vor dem Hintergrund der schönen Landschaft Schottlands und so ist es auch dieses Mal. Die Liebesgeschichte ist sehr anrührend, die Figuren sind wunderbar beschrieben und wachsen einem direkt ans Herz. „Scones zum Frühstück“ ein toller, leichter Roman, der einen schnell mitnimmt und viel Freude macht. Mit Max hat die Autorin einen Protagonisten geschaffen, der zwar sehr sympathisch ist, aber auch ein paar kleine Ecken und Kanten hat, die die Geschichte noch interessanter und weniger platt machen, was mir gut gefallen hat. Die Geschichten sind sehr menschlich und führen dazu, dass man mit den Hauptfiguren mitfiebert und sich gut in sie einfühlen kann.

„Scones zum Frühstück“ von Alexandra Zöbeli ist ein sehr schöner Liebesroman, perfekt für einen Nachmittag auf der Sonnenliege am Strand oder einen Abend auf dem Balkon, einfach abschalten und genießen.

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Montag, 18. Juli 2022

Leïla Slimani "Das Land der Anderen"

 

Mathilde wagt am Ende des Zweiten Weltkriegs einen großen Schritt. Als Französin heiratet sie den marokkanischen Offizier Amine Belhaj und geht mit ihm in sein Heimatland nach Marokko. Doch dort ist es schnell vorbei mit dem wilden Abenteuer und Mathilde kommt in der Realität an. Zum einen ist das Leben hart, anstrengend und arbeitsam. Zum anderen ist es nicht ihr Land, sie ist immer außen vor und gehört nirgends richtig dazu.

Leïla Slimani ist eine großartige Schriftstellerin und bewegt mit ihren Romanen, in den sie immer gesellschaftlich relevante Probleme anspricht. Auch mit diesem Buch ist ihr etwas Großartiges gelungen. Sie beschreibt die Geschichte von Mathilde und Armine ohne zu urteilen, ohne die Rollen in Gut und Böse zu unterteilen. Alle Figuren sind zutiefst menschlich, von Fehlern behaftet und von ihren eigenen Träumen geprägt. Mathilde ist nicht die wunderbare Frau mit einer enttäuschten Liebe, sie war vielleicht eine Träumerin, aber sie versucht anzukommen. Doch gleichzeitig stößt sie immer auf Widerstand, weil sie ungewollt Regeln verletzt, die sich ihr nicht erschließen und sich nicht in ein Gesellschaftssystem einfügen kann, das für Frauen wie sie überhaupt keine Rolle vorsieht. Die weiße französische Frau eines Marokkaners, wo steht sie überhaupt? Sie ist Französin, aber eigentlich keine Kolonialistin, gleichzeitig keine Marokkanerin und gehört auch dort nicht dazu. Sie lebt immer im „Land der Anderen“, wie schon der Titel sagt.

Der Roman „Das Land der Anderen“ von Leïla Slimani hat mich vollkommen begeistert. Die Sensibilität und Genauigkeit, mit der die Autorin erzählt und die großartige Konstruktion der Hauptfigur Mathilde sind einfach beeindruckend. Ein Ausnahmeroman, der einen mitreißt ohne je trivial zu sein.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des btb Verlags.

Das Buch wurde über das Bloggerportal der Verlagsgruppe Penguin Random House als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. 


Donnerstag, 14. Juli 2022

Svea Jensen "Nordwestnacht"


 

Ein Filmteam dreht in St. Peter-Ording und Nils Scheffler ist begeistert, er darf bei der Krimiserie als Berater tätig sein. Als jedoch der Aufnahmeleiter nach einem brutalen Mord tot aufgefunden wird, verändert sich seine Rolle schnell. Gemeinsam mit Hendrik Norberg und Anna Wagner soll er ermitteln. Doch dann verschwindet auch noch die Hauptdarstellerin, in die Nils sich verguckt hatte und mit der professionellen Objektivität scheint es vorbei zu sein. Kann das sympathische Team aus St. Peter-Ording diesen verwirrenden Fall dennoch lösen?

Der Schreibstil von Svea Jensen hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Die Kriminalfälle sind komplex und sehr spannend, die Figuren sind sehr schön beschrieben, sympathisch und wachsen einem sofort ans Herz. Egal ob der schrullige Norberg, die engagierte Anna Wagner oder der junge und oft übermotivierte Nils Scheffler, sie alle halten die Geschichte am Laufen und machen viel Freude. Auch der dritte Band der Nordwest-Krimireihe ist daher sehr gelungen. Dieses Mal rückt mit Nils Scheffler eine Figur in den Mittelpunkt, die bisher eher eine Nebenrolle gespielt hat und das gefällt mir an der Reihe besonders gut. Die Konstellation ist sehr dynamisch, nichts ist festgefahren oder wird langweilig.

„Nordwestnacht“ ist der dritte Krimi von Svea Jensen in der Reihe und er hat mich wieder begeistert. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, ich kann diesen Krimi nur uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Harper Collins.

Montag, 11. Juli 2022

Lucinda Riley "Die Toten von Fleat House"

 

Als Charlie Cavendish, der 18-jährige Schüler eines prestigeträchtigen Internats zu Tode kommt, werden Ermittlungen angestellt. Der Junge wusste von seiner extrem ausgeprägten Aspirin-Allergie, dennoch hat er zwei Tabletten genommen und ist daran gestorben. War dies nur ein Unfall oder ein ausgefeilter Mord? Und welche Geheimnisse verstecken sich noch hinter den dicken Mauern von Fleat House? All das soll Detective Inspector Jazz Hunter mit ihren Kollegen herausbekommen.

Lucinda Riley schreibt immer unglaublich spannend und hat einen Draht zu ihren Figuren, den man selten findet. Bei der Lektüre hat man das Gefühl, mitten in der Geschichte zu sein und ihre Sprache nimmt einen sofort mit. Schon nach wenigen Seiten konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Es ist der erste richtige Krimi, den ich von ihr lese und das Zusammenspiel aus Kriminalfall und privaten Erlebnissen der Ermittler ist meiner Meinung nach perfekt gestaltet. Man lernt sie gut kennen, es dominiert aber nicht die Geschichte. Zudem ist der Fall sehr spannend und geschickt konstruiert, man tappt lange im Dunkeln und ist von der Auflösung umso überraschter.

„Die Toten von Fleat House“ von Lucinda Riley ist ein großartiger Krimi, der das Potenzial für eine lange Reihe gehabt hätte. Leider verstarb Lucinda Riley bereits vor einem Jahr. Doch sie hat bewiesen, dass sie auch Krimis schreiben konnte!

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Goldmann Verlags. 

Donnerstag, 7. Juli 2022

Pierre Martin "Madame le Commissaire und der tote Liebhaber"


 

Das Leben im beschaulichen Fragolin in Südfrankreich plätschert dahin und immer mal wieder schließt Isabelle Bonnet einen ihrer Fälle ab. Doch die Ruhe ist vorbei als Thierry, der Bürgermeister von Fragolin und Isabelles ehemaliger Geliebter, ermordet aufgefunden wird. Im wunderschönen Sanary-sur-mer wurde ihm am Hafen die Kehle durchgeschnitten. Doch was wollte er dort überhaupt? Isabelle wird von höchster Stelle beauftragt, den Fall zu lösen und ihre emotionale Verbindung treibt sie immer weiter an, den Täter schnellstmöglich zu schnappen. Denn auch wenn sie und Thierry kein Paar mehr waren, hat sie ihn sehr gemocht und ist zutiefst betroffen von seinem Tod.

Die Sonne brennt auf Fragolin und als Leserin oder Leser bekommt man sehr schnell ein Gefühl für das Leben und Zusammenwirken in dem kleinen Ort. War Isabelle am Anfang noch fast ein Fremdkörper, hat sie sich komplett eingefunden und daher versucht jeder, ihr bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Pierre Martin schreibt wie immer spannend, aber auch lustig und unterhaltsam über Isabelle und ihren Sous-Brigadier Appollinaire, der ein echtes Unikum ist und mit jedem Band noch liebenswerter wird. Dieses Mal fand ich die Kriminalhandlung besonders spannend, vielleicht auch wegen der persönlichen Betroffenheit von Isabelle und weil man die Geschichte der beiden Figuren schon über die vergangenen Bände verfolgen konnte.

Mir hat „Madame le Commissaire und der tote Liebhaber“ ausgesprochen gut gefallen, ein toller Schmöker, der einen in die Hitze Südfrankreichs entführt.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur. 

Montag, 4. Juli 2022

Marco Malvaldi "Im Schatten der Pineta"


Wo findet in einem kleinen toskanischen Ort das Leben statt, wenn nicht in einer Bar? In der Bar von Massimo finden sich täglich vier alte Herren ein, um das Leben und seine Verwicklungen zu diskutieren. Als die Leiche eines Mädchens gefunden wird, dass alle kennen und Massimo auch noch als Zeuge befragt wird, herrscht helle Aufregung am Tisch und das Gesprächspotenzial ist unermesslich. Und während Massimo versucht herauszufinden, was dem Mädchen wirklich zugestoßen ist, unterstützen ihn seine Gäste mit mehr oder wenigen wertvollen und neugierigen Beiträgen.

So unterhaltsam und kurzweilig wie schon der Inhalt klingt, ist auch die Lektüre. Es ist kein dicker Krimi, den Marco Malvaldi geschrieben hat, aber es ist eine spannende Sommerlektüre, die perfekt einen Nachmittag auf der Sonnenliege oder auf dem Balkon ist, um in Gedanken in das wunderbare Italien zu reisen. Der Fall ist kniffliger als man zunächst annehmen würde und das Zusammenspiel der Charaktere äußerst gelungen. Die Lektüre macht Freude, die Protagonisten wachsen einem ans Herz und eh man sich versieht, ist man selbst Mitten in Pineta angekommen, spürt die Hitze des Mittags und die Aufregung um den Kriminalfall.

„Im Schatten der Pineta“ ist ein wunderbarer kleiner Krimi, mit viel Feingefühl und Sinn für lokale Besonderheiten geschrieben. Marco Malvaldi überzeugt mit seinem ersten Krimi auf ganzer Linie. Jetzt folgt eine ganze Reihe rund um Barbesitzer Massimo und ich bin schon sehr gespannt, ob es so gut weitergeht.  

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Piper Verlags.