Montag, 31. Dezember 2018

Die besten Bücher 2018

Zum Abschluss des Jahres habe ich mir noch einmal die lange Liste der Bücher angeschaut, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Was ist in Erinnerung geblieben, was habe ich gleich wieder vergessen? Welche Bücher stachen heraus und waren etwas ganz Besonderes? Auf der Suche nach meiner persönlichen Top Ten des Jahres 2018 habe ich mir viele Bücher noch einmal angeschaut und bin zu einem Ergebnis gekommen. Es sind nicht zehn Bücher geworden, sondern elf Bücher, die ich auf jeden Fall zum Jahresabschluss empfehlen möchte. Keines der Bücher ließe sich von der Liste streichen, daher gibt es in diesem Jahr eben meine „Top Eleven“. Und hier kommen sie, in willkürlicher Reihenfolge:



Bernhard Schlink "Olga"
Erschienen im Diogenes Verlag. 

Die Geschichte einer ganz besonderen Frau, deren Liebe an der Vorstellungen einer vergangenen Zeit und den damit verbundenen Idealen scheitert. Ihrer Liebe bleibt sie dennoch für immer verbunden. 






Claire Winter "Die geliehene Schuld"
Erschienen im Diana Verlag.

Ein beeindruckender historischer Romane über die ersten Jahre in der Bundesrepublik nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und die Verstrickung vieler alter Nazis in den Neuaufbau Deutschlands. 





Michael Lichwark-Aschoff "Als die Giraffe noch Liebhaber hatte"
Erschienen im Verlag Klöpfer & Meyer.

Vier Erzählungen über wissenschaftliche Entdeckungen, die die Welt verändert haben und ihre Helden, die wirklich berühren und beeindrucken. 






Thomas Montasser "Das Glück der kleinen Augenblicke"
Erschienen im Piper Verlag. 

Die bezaubernde Geschichte einer Lektorin, die zufällig ein Manuskript auf den Stufen eines Museum findet und dann völlig in die beschriebene Welt gezogen wird. Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte - großartig umgesetzt von Thomas Montasser. 




Claudia Schreiber "Goldregenrausch"
Erschienen im Kein & Aber Verlag. 

Eine Kindheit auf dem Land, die Liebe eines Kindes zu seiner Tante und die Kühle und Rücksichtslosigkeit einer Familie, in der alles darauf ausgelegt ist, wie hilfreich jedes Familienmitglied im Alltag ist - all diese Elemente beschreibt Claudia Schreiber so nah und berührend, dass dieses Buch einfach in Erinnerung bleibt. 



 Jean-Philippe Blondel "Ein Winter in Paris"
Erschienen im Hanser Literaturverlag.

Eine sehr sensible Geschichte über einen einsamen jungen Mann, dessen Leben sich komplett verändert, als sein einziger Freund in Paris sich das Leben nimmt und ihn so in den Mittelpunkt rückt. Blondel beschreibt Victors Situation so nah und berührend, dass es einfach unter die Haut geht.




Cixin Liu "Die drei Sonnen"
Erschienen im Heyne Verlag.

Der Roman ist der Auftakt zu einer grandiosen Science-Fiction-Trilogie, die wissenschaftlich fundiert auf Basis von Physik und Astronomie die mögliche Kontaktaufnahme mit einer Spezies eines fernen Planten durchspielt und beängstigend realistisch die Schwächen der Menschen vorführt. Der dritte und letzte Band erscheint im kommenden Jahr.




Lukas Rietzschel "Mit der Faust in die Welt schlagen"
Erschienen im Ullstein Buchverlag.

Für mich ist dieser Roman wohl das wichtigste Buch des Jahres, denn es beschreibt das Leben von zwei jungen Männern in Ostdeutschland, die ihr durch Perspektivlosigkeit  geprägtes Leben in rechte Szene treibt. Während einer den Absprung schafft, radikalisiert sich der andere immer weiter. Die Hintergründe der beiden sind dabei so großartig beschrieben, dass ihr Verhalten für den Leser nachvollziehbar wird, was eine fast beängstigende Leseerfahrung ist.


Maja Lunde "Die Geschichte des Wassers"
Erschienen im btb Verlag.

Die Autorin zeigt in ihrem Roman auf beeindruckende Weise, was mit uns Menschen schon in kurzer Zeit passieren kann, wenn wir weiter Raubbau mit unserem Planeten betreiben. Immer mehr Menschen fliehen in den Norden, die Wüste hat den Süden Europas eingenommen und riesige Flüchtlingslager prägen den ganzen Kontinent. An diesem Punkt gibt es für die Menschen keine Hoffnung mehr - bleibt zu hoffen, dass wir noch rechtzeitig reagieren, bevor Maja Lundes Fiktion zur Wirklichkeit wird.



Olivier Guez "Das Verschwinden des Josef Mengele"
Erschienen im Aufbau Verlag.

Ein Roman über die Flucht Josef Mengeles 1949 nach Südamerika, seine Jahre im Versteck und all das Grauen, dass er hinterlassen hat. Ein bewegender Roman, der einen nicht unberührt zurücklassen kann.






Adam Haslett "Stellt euch vor, ich bin fort"
Erschienen im Rowohlt Verlag.

Dieser Roman beschreibt die Geschichte einer Familie, deren ganze Existenz geprägt ist von der manisch-depressiven Erkrankung des Vaters. Ein Buch, das einen mitnimmt in eine Familie, in der Normalität eine andere Bedeutung hat und das einen tief erschüttert zurücklässt.


Donnerstag, 27. Dezember 2018

Brigitte Riebe "Die Schwestern vom Ku'damm. Jahre des Aufbaus"



Es ist 1945 und Berlin liegt in Schutt und Asche. Nach dem Krieg müssen die Menschen langsam anfangen, ihre Existenz wieder aufzubauen, so auch die Familie Thalheim. Ihr Kaufhaus am Ku’damm ist völlig zerstört, der Vater in Gefangenschaft und der Sohn in Russland vermisst. Die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine müssen selbst anpacken, um einen neuen Traum aufzubauen. Rike, die älteste, übernimmt dabei fast unbewusst das Kommando, was nach der Rückkehr des Vaters zu Differenzen führt. Nur schwer kann er akzeptieren, dass sich die Rolle der Frau gewandelt hat und seine Tochter eine neue Position einfordert. Dennoch soll der Wiederaufbau des alten glamourösen „Kaufhaus Thalheim“ beginnen und an alte Zeiten anknüpfen. 
Brigitte Riebe beschreibt im ersten Band einer geplanten Trilogie unter dem Titel „Die Schwestern von Ku’damm“ nicht nur das Schicksal einer Familie, sondern schafft mit ihnen ein Symbol für die gesamte Zeitepoche. Die Zerstörung der Stadt und der Tod so vieler Männer bringt die Frauen in eine neue Position. Wie Rikes Vater befanden sich viele Männer noch in Gefangenschaft und es lag an den Frauen, die Trümmer wegzuräumen, die Ärmel hochzukrempeln und etwas Neues zu beginnen. Auch die Teilung Berlins in vier Besatzungszonen, die Währungsreform und die Gründung der DDR spielen eine Rolle, schränken sie doch das private und auch das berufliche Leben der Schwestern Thalheim ein. Der Roman liest sich sehr spannend und die Frauen wachsen einem schnell ans Herz, während man mit den Männern noch ein bisschen hadert. Doch auch ihre Rolle ist sehr nachvollziehbar anhand von Rikes Vater beschrieben. Während er nach dem Krieg einfach nur zurück will in eine Zeit, die es nicht mehr gibt, wollen seine Töchter den Aufbruch wagen. 
Mit „Die Schwestern vom Ku’damm. Jahre des Aufbaus“ hat Brigitte Riebe einen wunderbaren historischen Roman geschrieben, der wirklich Lust auf die Fortsetzungen macht. Ich bin schon sehr gespannt, wie es für die drei Schwestern in den 50er Jahren weitergehen wird. Dass sie als junge, selbstbewusste Frauen noch viele Kämpfe ausfechten müssen, ist auf jeden Fall vorprogrammiert. 

✭✭✭✭✭

Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Wunderlich Verlags. 

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Frohe Weihnachten!

Es ist zwar schon fast zu spät, aber heute komme ich auch endlich dazu, allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten zu wünschen. 
Ich hoffe, bei allen gab es viele Bücher, die jetzt darauf warten, gelesen zu werden. Bei mir lag unter anderem die Biografie von Michelle Obama unter dem Weihnachtsbaum. 

Freitag, 21. Dezember 2018

Lucinda Riley "Die Mondschwester"


Tiggy ist die stille, die zurückhaltende der Schwestern d’Aplièse, die sich auf ihre Intuition verlässt und in Schottland als Wildtierpflegerin arbeitet. Doch wie ihre Schwestern sucht auch sie nach dem Tod ihres Adoptivvaters nach ihrer wahren Familie. Die Suche führt sie nach Granada und nach Sacromonte, wo die Gitanos leben, zu denen auch ihre Familie gehört. Doch auch in Schottland halten sie Verbindungen fest, wo soll sie also Wurzeln schlagen?
„Die Mondschwester“ ist der inzwischen fünfte Band von Lucinda Riley um die Schwestern d’Aplièse, die alle als Babys adoptiert wurden und nach den Plejaden benannt sind. Lucinda Riley arbeitet auch hier wieder ihr bewährtes Konzept ab, eine junge Frau steckt in einer Krise und besinnt sich in dieser Situation auf ihre Wurzeln. Dort wird sie freudig aufgenommen und löst gleichzeitig ihre Probleme. Das klingt zwar etwas platt und besonders tiefgreifend sind die Geschichten wirklich nicht, aber sie sind vor allem eins: äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Der Schreibstil von Lucinda Riley ist spannend und flüssig, sie beschreibt die Charaktere auf eine Weise, dass sie einem sofort an Herz wachsen und man sich schnell mitten in der Geschichte wiederfindet. Da verzeiht man dann auch, dass es doch sehr unrealistisch wirkt, dass mit der alten Familie immer auch uneingeschränktes Glück und meistens gleich auch noch die große Liebe einhergeht.
Lucinda Riley schreibt wahre Schmöker, Unterhaltungsliteratur ohne Anspruch auf Realitätsnähe, dafür aber spannend und kurzweilig. Daher gibt es von mir auch für diesen Band eine Leseempfehlung.

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Goldmann Verlags. 

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Scarlett Curtis (Hrsg.) "The future is female. Was Frauen über Feminismus denken"


Feministinnen sind Frauen, die ihre BHs verbrennen, sich nicht die Beine rasieren und alle Männer hassen. Dieses Vorurteil hat sich längst überlebt und mit dem Buch „The future is female. Was Frauen über Feminismus denken“ beweist die Herausgeberin Scarlett Curtis mit ihren Mitstreiterinnen, dass Feminismus in vielen Formen und Farben auftreten kann und sich nicht immer unter einer einheitlichen Fahne verbinden muss. Jeder kann etwas für die Frauenbewegung tun, jede Frau (und jeder Mann) kann für sich in seinem Umfeld an Gleichberechtigung und einem respektvollen  Umgang miteinander arbeiten.
Zahlreiche berühmte Frauen haben sich gefunden, um Essays für dieses Buch zu schreiben und für die deutsche Ausgabe sind noch einige hinzugekommen, zum Beispiel die Bloggerin und Buchkolumnistin Karla Paul oder auch die beliebte Moderatorin und Autorin Katrin Bauerfeind.  Bei all den unterschiedlichen Geschichten haben doch viele eins gemeinsam, sie zeigen das Selbstverständnis dieser selbstbewussten starken Frauen und berichten oft von ihrem Aha-Moment, in dem ihnen klar wurde, dass sie sich engagieren und für etwas eintreten müssen, da Gleichberechtigung eben noch nicht selbstverständlich sondern weiterhin harte Arbeit ist. Vergangene Generationen haben die Grundlage für vieles gelegt, was uns heute selbstverständlich ist, diese Grundlage weiterzuentwickeln zu echter Gleichberechtigung ist die Aufgabe folgender Generationen, wie die Autorinnen beweisen.
„The future is female. Was Frauen über Feminismus denken“ ist ein unglaublich wichtiges Buch, denn es zeigt, dass es für Feministinnen eben kein Klischee gibt, dass man High Heels und pinke Miniröcke tragen kann und trotzdem für Feminismus stehen kann, dass man romantische Komödien schauen und trotzdem wissen kann, dass die Realität anders aussieht. Deshalb kann man trotzdem Freude daran haben. Mich hat dieses Buch restlos begeistert, es fasst ein meiner Meinung nach unglaublich wichtiges Thema auf und verpackt es auf unterhaltsame und inspirierende Weise, so dass hoffentlich viele Leserinnen und Leser auch ihre eigene Position zum Feminismus hinterfragen.

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Goldmann Verlags. 

Montag, 17. Dezember 2018

Marita Spang "Die Rose des Herzogs"


Charlotte de Rohan-Rochefort lebt in einer Zeit großen Umbruchs in Frankreich. Als 1789 die Französische Revolution über das Land hinwegrollt, bandelt sie gerade mit dem Ziehsohn der Oberhofmeisterin von Königin Marie-Antoinette an. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern und nach langer Zeit des Wartens verstirbt ihr geliebter Vincent noch bevor die beiden heiraten konnten. Sie schwört der Liebe ab und lebt mit ihrem Onkel im Exil in Ettenheim, als ein Mann erneut versucht, ihr Herz zu erobern. Louis-Antoine, der Herzog von Enghien ist hartnäckig und will sich nicht abweisen lassen. Doch die Umbrüche im Frankreich mit der Terrorherrschaft und später unter Napoleon Bonaparte lassen auch Charlotte und Louis-Antoine keine Ruhe.
Marita Spangs Romane zeichnen sich besonders durch zwei Dinge aus: starke Frauenfiguren und unglaublich gute Recherche. Bis ins kleinste Details wird das Leben einer Prinzessin zur damaligen Zeit beschrieben, die Veränderungen durch die Revolution, die Flucht ins Exil und damit verbunden der Verlust an Ansehen, Prestige und schlicht und einfach auch Geld. Den Figuren haucht die Autorin mit ihrer Erzählweise so viel Leben ein, dass man als Leserin oder Leser hineingezogen wird in die Geschichte. Die Charaktere wachsen einem – trotz einiger Macken, die sie so lebensecht machen- schnell ans Herz und man mag sie gar nicht wieder gehen lassen. Charlotte von Rohan-Rochefort ist eine unglaublich vielfältige und spannende Figur, der Marita Spang mit ihrem Roman „Die Rose des Herzogs“ ein Denkmal setzt. Natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle,  doch im Gegensatz zu vielen gängigen historischen Romanen ist die Protagonistin hier sehr eigenständig und zudem an einer realen Figur orientiert, so dass es sich nicht in erster Linie um einen schnulzigen Liebesroman, sondern um einen sehr detailreichen und gut recherchierten historischen Roman handelt.  
Wer historische Roman und starke Frauenfiguren mag, sollte unbedingt die Bücher von Marita Spang lesen! Ich konnte auch „Die Rose des Herzogs“ wieder nicht aus der Hand legen, nachdem ich mit dem Roman begonnen hatte und war restlos begeistert.

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Von Marita Spang sind ebenfalls in Verlagsgruppe Droemer Knaur folgende Titel erschienen:



Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe der Verlagsgruppe Droemer Knaur. 


Bereits im Mai diesen Jahres hatte Marita Spang für Sarahs Bücherregal den Fragebogen "Zehn Fragen an..." beantwortet. Wer die Autorin etwas näher kennenlernen möchte, kann Ihre Antworten hier noch einmal nachlesen.

Freitag, 14. Dezember 2018

Peter Untucht "Freiburg und die Regio"


Wenn ich an Freiburg denke, denke ich automatisch an gutes Wetter. Denn wenn man die Wetterkarte so vor sich hat, scheint es dort immer etwas wärmer zu sein als im Rest von Deutschland, und mehr Sonne scheint es auch zu geben. Daher ist es ein beliebtes Reiseziel und ein guter Reiseführer natürlich Pflicht. „Freiburg und die Regio“ von Peter Untucht eignet sich hierfür ausgezeichnet. Der Reiseführer gibt nicht nur einen sehr guten Überblick über die Region, sondern macht auch wirklich Lust auf die Reise. Hinweise auf Feste und Feiern, sportliche Aktivitäten und viel historischer Hintergrund bieten viele Anreize für Reisende, etwas zu unternehmen und die Gegend wirklich kennenzulernen.
Den Aufbau des Reiseführer finde ich sehr übersichtlich, das Format ist kompakt und trotz seiner fast 300 Seiten passt das Buch immer noch gut in die Handtasche, wenn man abends noch unterwegs ist. Es gibt neben den typischen Sehenswürdigkeiten auch schöne Tour-Empfehlungen für Wanderungen und Restauranttipps, es ist also ein Rundum-Sorglos-Paket, das einen mit diesem Reiseführer erwartet.
Für mich ist der Reiseführer „Freiburg und die Regio“ der perfekte Reisebegleiter für alle, die im Urlaub aktiv die Region kennenlernen wollen, da gibt es nichts zu bemängeln.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des DuMont Reiseverlags. 

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Adventsverlosung


Die Adventsverlosung ist beendet und die Gewinnerin des Romans „Traum des Lebens“ von Jeffrey Archer wurde informiert und kann das Buch jetzt hoffentlich ganz bald in den Händen halten. Allen andere danke ich für die Teilnahme am Gewinnspiel und hoffe, dass Sie „Sarahs Bücherregal“ auch ohne Gewinn als Leser erhalten bleiben.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Miroslav Nemec "Kroatisches Roulette"


Miroslav Nemec, hauptberuflich Schauspieler und Tatort-Kommissar, gerät während eines Besuchs in seinem Heimatland Kroatien in eine brenzlige Situation. Ein Zimmermädchen versucht erst ihn zu verführen, als er sie rausschmeißen will, wird er plötzlich fotografiert. Wie die Fotos aussehen kann er sich denken, eine verzweifelt wirkende halbnackte Frau und ein Mann, der handgreiflich wird. Doch wer hat die Fotos gemacht und warum? Will man seine Karriere zerstören? Werden die Fotos in der Presse auftauchen oder seiner Frau geschickt? Oder soll er gar erpresst werden? Dass alles noch schlimmer werden kann, hätte er zunächst nicht gedacht, doch der Fall zieht ihn in ein dunkles Loch und verbindet ihn zugleich mit Freunden aus der Vergangenheit.
Der Schreibstil von „Kroatisches Roulette“ ist äußerst unterhaltsam und kurzweilig, Nemec versteht es sehr gut, seine Leser mitzunehmen  und nach wie vor finde ich die Idee dieser halbfiktiven Krimis mit einer realen Hauptperson sehr gut. Sie funktioniert auch für Leserinnen und Leser hervorragend, die keine Tatort-Fans sind und Nemec schafft es sogar, aus sich selbst eine spannende Hauptfigur zu machen, die nicht zu Ich-bezogen wirkt. Das große Manko des Krimis ist jedoch meiner Meinung nach die absolut unrealistische und verworrene Handlung. Erst auf den allerletzten Seiten begann alles für mich ein klein wenig nachvollziehbar zu werden, bis dahin habe ich beim Lesen jedoch immer wieder nur gedacht „Was für ein Blödsinn.“ Das kann Nemec auch mit seinem guten und lockeren Schreibstil nicht mehr ausgleichen, die Geschichte hakt an vielen Ecken und läuft einfach nicht richtig rund. Die Auflösung ist doch etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wurde bis zur letzten Seite kaum einmal angedeutet, so dass man als Leser etwas verwirrt zurück bleibt. Das soll es jetzt also gewesen sein?
Es ist sehr schade, dass Miroslav Nemec es in diesem Band seiner Krimireihe nicht geschafft hat, eine gute Story zu entwickeln, sein Schreibstil und das Personal wären es auf jeden Fall wert, die Reihe fortzusetzen. Vielleicht mit einem etwas spannenderen und logischeren Fall.  

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Penguin Verlags.

Montag, 10. Dezember 2018

Jeffrey Archer "Traum des Lebens"


Alexander Karpenko flieht als Jugendlicher 1968 mit seiner Mutter aus Leningrad, nachdem sein Vater vom KGB ermordet wurde. Am Hafen hat sein Onkel zwei Fluchtmöglichkeiten für sie organisiert, die eine Kiste bringt sie nach Amerika, die andere nach England. Je nachdem auf welchem Schiff sie landen, warten zwei völlig unterschiedliche Leben auf ihn und seine Mutter Elena. Diese Option spinnt Jeffrey Archer weiter, Alexander und Elena müssen sich nicht entscheiden, für den Leser bietet Archer beide Möglichkeiten an. Und so erzählt er von zwei Lebensentwürfen, die gar nicht so unterschiedlich sind und sie dennoch sehr verschiedene Erfahrungen machen lassen. Egal ob als Alex oder als Sascha, das Leben von Alexander Karpenko wird bemerkenswert.
Jeffrey Archers Roman „Traum des Lebens“ ist ein echter Schmöker, den man schon nach wenigen Seiten nur noch verschlingen möchte und nicht mehr aus der Hand legen kann. Wie schon bei der Clifton-Saga entwickelt er seine fiktiven Personen entlang von historischen Fakten, die ihr Leben beeinflussen und so die Geschichte vorantreiben. Alexander Karpenko erscheint dabei mal mehr, mal weniger sympathisch, er und seine Mutter sind jedoch einfach starke Persönlichkeiten, die einem viel Bewunderung abringen, wie sie mit ihrem Leben umgehen. Von Rückschlägen lassen sie sich nicht abschrecken, sie kämpfen immer weiter um ihr Leben in Freiheit. All das beschreibt Archer so lebendig und mitreißend, dass die Geschichten fast wie ein Film im Kopf ablaufen. Alles wirkt so echt und nahbar, man lässt sich als Leserin oder Leser vollständig in die Geschichte hinein ziehen und mitreißen.
„Traum des Lebens“ ist der neueste Roman des Erfolgsautors Jeffrey Archer und er muss keinesfalls hinter ältere Bücher zurücktreten. Im Gegenteil, durch die spannende Idee, zwei Lebensentwürfe parallel zu entwickeln, finde ich diesen Roman sehr innovativ und dabei genauso spannend wie bekannte Romane. Einfach großartig geschrieben und mit tollen Figuren, ein Muss für jedes Bücherregal.


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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Heyne Verlags. 

Freitag, 7. Dezember 2018

Große Advents-Verlosung


Heute starte ich eine große Advents-Verlosung für alle Leseratten! 

Das neue Buch von Jeffrey Archer „Traum des Lebens“ ist wieder ein packender historischer Roman, den man gar nicht aus Hand legen kann. Archer ist in Deutschland auch durch seine Reihe um die Familie Clifton bekannt geworden, die sehr anschaulich die Entwicklung einer Familie entlang vieler historischer Begebenheiten schildert. Diesen schmalen Grat aus Fiktion und Realität bewandert Jeffrey Archer auch in seinem neuen Buch auf faszinierende Weise und reißt seine Leser von der ersten Seite an mit.

Wer also ein gebundenes Exemplar von Jeffrey Archers Roman "Traum des Lebens" gewinnen möchte, muss nur diesen Beitrag oder den Facebook-Post auf meiner Seite „Sarahs Bücherregal“ bis zum 10. Dezember 2018 um 23.59 Uhr kommentieren, um in den Lostopf zu hüpfen.

Und jetzt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein schönes Adventswochenende  und viel Glück bei der Verlosung!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnehmer unter 18 Jahren brauchen die Zustimmung ihrer Eltern. 


Mittwoch, 5. Dezember 2018

Carola Dunn "Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig"


Weihnachten steht vor der Tür und Daisy wird zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Mann Alex und dessen Tochter Belinda das Fest auf dem alten Landsitz Brookdene bei Familie Norville verbringen. Doch schnell merkt Daisy, dass irgendein Geheimnis in der Familie verborgen gehalten wird. Als Victor Norville von seiner Indienreise einen alten Pfarrer mitbringt, wird die Anspannung im Haus immer größer, bis sogar dessen Leiche gefunden wird. Wer hatte ein Interesse daran, den alten Mann umzubringen? Daisys Mann übernimmt als Polizist bei Scotland Yard die Ermittlungen und wie immer hilft Daisy, wo sie kann und schnüffelt auch ein wenig auf eigene Faust herum. Kann sie den Mörder vor der Polizei ermitteln?
Die Krimis rund um Daisy Flechter (ehemals Dalrymple) spielen in den zwanziger Jahren und liefern nicht nur spannende Kriminalfälle sondern auch unterhaltsame Darstellungen der damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen. Daisys Mutter, eine echte Lady, hadert damit, dass ihre Tochter sich mit dem niederen Personal vermählt hat, als das sie einen Polizisten empfindet. Auch die Norvilles streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und am Beispiel von Felicity Norville wird deutlich, wie wenig Möglichkeiten eine junge Frau in der damaligen Zeit hatte. Das Zusammenspiel von Daisy und ihrem Mann bei den Ermittlungen und ihr herzlicher Umgang mit dessen Tochter Belinda finden ein perfektes Miteinander, um den Krimi so unterhaltsam und kurzweilig zu halten. Der Kriminalfall ist dabei äußerst spannend beschrieben und während das Alltagsleben sehr an „Downton Abbey“ erinnert, sehe ich bei den Polizisten immer Miss Marpe von Agatha Christie vor mir, die genau wie Daisy gerne auf eigene Faust ermittelte und dabei auch mal etwas über die Stränge schlug.

„Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig“ ist ein wunderbares Buch für Vorweihnachtszeit, unterhaltsam und spannend zugleich.

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Wer sich für die Romane rund um Daisy interessiert, findet hier die Rezension zu „Miss Daisy und der Mord im Museum“ und hier meine Besprechung zu „Miss Daisy und der Tote auf dem Eis“.

Weitere Informationen zu den Romanen gibt es beim Aufbau Verlag

Freitag, 30. November 2018

Michael Müller "Südtoscana"


Ich muss vorweg sagen: Dieser Reiseführer liegt mir besonders am Herzen, denn ich habe selber ein Jahr in der Toskana gelebt und die Gegend sehr gut kennengelernt. Umso mehr hat es mich gefreut, vieles wieder zu entdecken, was mich damals begeistert hat. Wie immer beim Michael Müller Verlag ist der Reiseführer ausgesprochen übersichtlich aufgebaut und man bekommt sehr viele Informationen über Siena als Stadt und die Umgebung. Gerade Siena ist sehr interessant, mit dem Palio und den einzelnen Contraden (Stadtvierteln) herrscht dort nicht nur während der Pferderennen im Juli und August ein ganz besonderes Flair, das Michael Müller in diesem Reiseführer ganz wunderbar vermittelt.
Doch auch Restaurants, Bars und Cafés die ich schon vor Jahren sehr mochte, finden sich in diesem Reiseführer, was die Freude auf einen erneuten Besuch noch erhöht, scheint die Qualität doch in den vergangenen Jahren nicht nachgelassen zu haben. Bei zahlreichen Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag, die ich bisher testen durfte, kann ich nämlich eins mit Sicherheit sagen: Die Restauranttipps haben mich noch nie enttäuscht.
So lässt sich abschließend sagen, dass dieser Reiseführer über die „Südtoscana“, von Verlagsgründer Michael Müller persönlich verfasst, wieder rundum gelungen ist und zudem beweist, dass es durchaus Sinn macht, einen Reiseführer nur über den Süden dieser faszinierenden Region zu schreiben, denn es gibt so viel zu sehen und zu probieren, dass es für die ganze Toskana kaum in ein Buch passen kann.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Michael Müller Verlags. 

Donnerstag, 29. November 2018

Barbara Bartos Höppner "Schnüpperle. 24 Geschichten zu Weihnachten"


Aus aktuellem Anlass möchte ich hier ein sehr schönes Buch vorstellen. Wer sagt denn, dass ein Adventskalender immer aus Schokolade bestehen muss, wenn es auch Geschichten sein können?
Schnüpperle ist ein wunderbares Buch für die Vorweihnachszeit: Vom ersten bis zum 24. Dezember begleiten die großen und kleinen Leser Schnüpperle und seine Schwester beim Warten auf Weihnachten. Egal ob das Öffnen des Adventskalenders, die Schulaufführung seiner großen Schwester oder das Kekse backen mit Mama- Schnüpperle ist mein ungeschlagener Held in der Adventszeit und mindestens so gut wie der schönste Adventskalender. Ein Muss nicht nur für kleine Weihnachtsfans!


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Hier geht es zu weiteren Informationen des cbj Kinderbuchverlags.

Mittwoch, 21. November 2018

Timur Vermes "Die Hungrigen und die Satten"


In einer  Zeit, in der Europa seine Grenzen gnadenlos abgeriegelt hat und auch mit den korruptesten afrikanischen Staaten zusammenarbeitet um die Migration nach Europa zu verhindern, begibt sich ein bekanntes TV-Sternchen in ein Flüchtlingslager vor Ort um „den Menschen zu helfen“. Trotz des Erfolgs sind die Dreharbeiten irgendwann beendet, die Flüchtlinge ahnen, dass sie schnell in Vergessenheit geraten werden, besonders Lionel, der inzwischen eine Beziehung mit Nadeshe Hakenbusch, dem aufstrebenden Fernsehstar hat. Kurzerhand machen sie sich auf den Weg, zu Fuß nach Europa, live im Fernsehen. Der Politik in Deutschland wird mit Schaudern bewusst, was auf sie zukommt und versucht zu handeln – doch das Chaos ist bereits ausgebrochen.
Timur Vermes hat bereits mit „Er ist wieder da“ sein Talent für bitter-böse Satire bewiesen und genau damit glänzt er auch in seinem neuen Roman „Die Hungrigen und die Satten“. Schon der Titel ist bezogen auf die Handlung an Zynismus kaum zu überbieten und so beschreibt er das, was da passiert, auf eine Art und Weise, die im starken Gegensatz zur Handlung steht. Das Drama der Menschen, ihre Hoffnungslosigkeit und Angst erzählt er eben auf locker-leichte unterhaltsame Weise. Unterstrichen wird dies noch durch eingestreute Artikel aus der fiktiven Frauenzeitschrift „Evangeline“, deren Redakteurin Nadeshe Hackenbusch auf Schritt und Tritt begleitet. Völlig übertrieben und ins Absurde geführt, beschreibt sie das TV-Sternchen und ihre Erfahrungen auf eine Art und Weise, dass man überall Regenbogen und Glitzersternchen sieht, während fröhlich bunte Einhörner um den Flüchtlingstreck springen. Man könnte lachen, wenn es nicht so grausam wäre. Und dieses Gefühl bleibt einem auch über den gesamten Roman erhalten, der Wunsch zu lachen über diese Albernheiten, wenn man nicht im Bauch dieses Gefühl hätte. Ist das wirklich so absurd? Kann man sich das nicht wirklich auch vorstellen, dass es irgendwie so passieren würde? Würde die Regierung nicht vermutlich am Ende wirklich so reagieren wie in dieser Satire? Und dass man so zwischen Lachen und Grauen gefangen ist, macht das besondere Talent des Autors aus.
Timur Vermes hat sich seit seinem Debütroman viel Zeit gelassen, bis „Die Hungrigen und die Satten“ in diesem Jahr erschienen ist. Es hat sich gelohnt, ihm ist eine großartige Satire über das fröhliche Gutmenschentum auf der einen und die simple Radikalisierung von Fremdenfeindlichkeit auf der anderen Seite gelungen. Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre in der aktuellen Zeit, es unterhält und schafft es gleichzeitig, dass es einem eiskalt den Rücken herunterläuft, immer bitter-böse am Puls der Zeit. 

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Eichborn Verlags. 

Donnerstag, 15. November 2018

Volker Kutscher "Marlow"


Berlin 1935: Gereon Rath hat sich zwar von Unterweltboss Johann Marlow losgesagt, dennoch pfuscht er ihm wieder ins Handwerk, wenn auch dieses Mal ungewollt. Rath wird zu einem Verkehrsunfall gerufen, ein Fahrer ist frontal mit Vollgas gegen einen Brückenpfeiler gefahren, er und sein Fahrgast sind tot. Als herauskommt, dass der Fahrer an einer tödlichen Krankheit litt und Rath auch noch Geheimakten des SD in dem Wagen findet, ahnt er, dass mehr hinter der Sache steckt. Auch Charly, seine Frau, verstrickt sich mal wieder in Ungereimtheiten. Sie ermittelt mit dem ehemaligen Polizisten Böhm inzwischen als Privatdetektivin und in einer alten Geschichte scheint es Überschneidungen zu Gereons Fall zu geben. Gibt es eventuell sogar einen gemeinsamen Drahtzieher zwischen dem Unfall und dem Tod von Charlys Vater vor acht Jahren?
„Marlow“ ist der inzwischen siebte Band rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath und seine Frau Charly, die eigentlich Rechtsanwältin werden wollte, sich inzwischen aber von den Nazis ausgebremst sieht. Frauen gehören an den Herd und nicht ins Büro, eine Karriere wird ihr so verbaut. Grundsätzlich merkt man dem ganzen Roman an, dass die Stimmung sich immer dramatischer verändert. Während Gereon versucht, sich immer hindurch zu schmuggeln, ohne wirklich bei den neuen Machthabern anzuecken, macht Charly keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Nationalsozialisten, was für die beiden und ihren Pflegejungen Fritz viele Probleme mit sich bringt. Das Personal des Romans ist größtenteils bekannt, es werden hier kaum neue Figuren eingeführt, das ist für die Story aber auch unnötig. Es ist die Vergangenheit von Charly, die etwas näher beleuchtet wird und als Leser erfährt man endlich etwas mehr über diese faszinierende Frau. Von Gereon wünscht man sich bei der Lektüre in vielen Fällen politisch etwas mehr Haltung gegen die Nazis, aber gerade durch sein etwas schwammiges Verhalten ist er vermutlich so typisch für die damalige Zeit. Es wird deutlich, wie groß der Druck inzwischen ist, wie wenig Widerspruch noch geduldet wird. Bereits in diesem Band deutet sich an, dass Charly und Böhm Verfolgten helfen, die aus Deutschland fliehen wollen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie weit die beiden in ihrem Widerstand gehen werden und ob das nicht letztendlich zu weiteren Probleme zwischen Gereon und Charly führen wird.
So spannend die historische Komponenten des Romans ist, so gelungen ist „Marlow“ auch als Krimi. Natürlich lässt sich der Fall kaum losgelöst von den politischen Entwicklungen sehen, denn Gereon Rath sieht sich immer wieder mit SD und SS konfrontiert, doch auch unabhängig davon ist der Fall sehr spannend beschrieben und lückenlos logisch aufgebaut. Es gibt viele überraschende Wendungen, die einen mitreißen und die Geschichte zu einem wahren Schmöker machen, bei dem man sich immer wieder dabei erwischt, mit dem Lesen einfach nicht aufhören zu können. Die Mischung aus Kriminalfall und realistischer Beschreibung der historischen Gegebenheiten ist dem Autor Volker Kutscher wieder auf geniale Weise gelungen.
 „Marlow“ ist ein großartiges Buch, das man auch in der heutigen Zeit jedem ans Herz legen möchte. Es zeigt im Rahmen des Kriminalromans sehr deutlich, welche Gefahren davon ausgehen, wenn Meinungen aus Angst nicht mehr geäußert werden können und Menschen in einem politischen System nicht mehr auf den Rechtstaat vertrauen können. Der Roman ist großartig geschrieben, ein beeindruckendes Buch, das ich uneingeschränkt allen Leserinnen und Lesern empfehlen kann.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Piper Verlags. 



Mittwoch, 14. November 2018

Arno Geiger "Unter der Drachenwand"


Es ist 1944 und Deutschland liegt im Chaos. Soldat Veit Kolbe ist verwundet und kommt auf Erholungsurlaub nach Hause, nach Wien. Doch dort hält er es nicht aus, er fährt in das kleine Örtchen Mondsee, wo sein Onkel als Polizist arbeitet. Da Dorf liegt unter der Drachenwand, einem mächtigen Bergmassiv am See. Dort verliebt sich Veit und auch um ihn herum geht das Leben weiter. Doch der Krieg prägt auch weit ab von der Front die Menschen, wie er feststellen muss.
„Unter der Drachenwand“ ist ein sehr bewegendes und aufrüttelndes Buch, denn es zeigt - wenn auch in einer fiktiven Geschichte - wie omnipräsent der Krieg im Leben der Menschen im Jahre 1944 war. Und wie selbstverständlich genau dies auch teilweise schon. Dabei geht es nicht nur um das Leben des Soldaten, sondern auch um das Mädchen Annemarie Schaller. Eigentlich sollte sie vor dem Krieg in Sicherheit gebracht werden mit der Landverschickung aus Wien, doch genau in der angeblichen Idylle wendet sich ihr Schicksal ins Tragische. Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht des Soldaten erzählt, wechselt aber immer wieder die Perspektive durch die Briefe, die die Menschen in Mondsee erreichen und die der Autor Arno Geiger geschickt in die Erzählung einbringt, um das Leben in Mondsee und den Städten wie Darmstadt und Wien gegenüber zu stellen. In Mondsee geht es den Menschen noch recht gut, sie werden nicht ausgebombt, lediglich Überflüge von alliierten Flugzeugen haben sie zu ertragen. Nahrungsmittel sind auf dem Land zumindest eher vorhanden als in der Stadt, dafür kennt jeder jeden und die Kontrollfunktion der Gesellschaft funktioniert ganz wunderbar. Jeder weiß, was sein Nachbar sagt oder denkt und so geht es schnell ins Gefängnis, wenn man Kritik äußert. Diese ganze Situation beschreibt Geiger so gut, dass man beim Lesen das Gefühl bekommt, selbst in dieser Enge zu sitzen. Veit helfen nur Medikamente gegen die Panik, die er aus dem Krieg mitgebracht hat, in den er aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch wieder zurück muss. Als Leserin oder Leser fühlt man unweigerlich mit Veit, wenn er seine Gefühle beschreibt, denn er kommt einem sehr nah, trotz der nüchternen Sprache des Autors. Der Protagonist nimmt die Leser direkt mit in den Krieg mit all seinen Rahmenerscheinungen und das macht das Buch auch so beachtenswert, denn es lässt einen einfach nicht los.
Arno Geiger ist mit „Unter der Drachenwand“ ein bewegender Roman über Alltag und Krieg im Jahre 1944 gelungen, der dennoch eins deutlich macht: Die Protagonisten sind nicht ohne Hoffnung, im Gegenteil, sie glauben fest daran, diese verlorene Zeit endlich überwinden zu können, um erneut leben zu leben. Wie in einer Wartehalle pausiert ihr Leben bis zum Kriegsende. Ein beeindruckendes Buch, das vollkommen zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2018 gestanden hat.

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Hier geht es zu weiteren Informationen der Hanser Literaturverlage. 

Montag, 12. November 2018

Hanna Caspian "Gut Greifenau - Abendglanz"


Es ist 1913 auf Gut Greifenau in Hinterpommern und der erste Weltkrieg wirft bereits seine Schatten voraus. Doch noch wäre die Welt in Ordnung, würden sich nicht die gräflichen Kinder so ganz anders verhalten, als es von ihnen erwartet wird. Während Konstantin als ältester Sohn mit seinem Vater Kämpfe um die Modernisierung des Anwesens ausficht und heimlich eine Liebesbeziehung zur Dorflehrerin eingeht, wehrt sich die jüngste Tochter Katharina mit Händen und Füße gegen eine vorgesehen Verlobung mit einem Verwandten des Kaisers. Sie hat sich in einen reichen Fabrikantensohn verliebt, für ihre Eltern ist völlig ausgeschlossen, dass sie derart unter ihrem Stand heiraten könnte. Auch beim Gesinde des Hauses ist einiges los, ein neuer Kutscher sorgt für Unruhe unter dem Hauspersonal. Die Streitigkeiten sind also vorgezeichnet, während Europa weiter auf den Abgrund des Ersten Weltkrieges zurollt.
Wie die Inhaltsangabe schon verrät, geht es viel um Liebesgeschichten in diesem historischen Roman, doch Hanna Caspian bietet den Lesern mit „Gut Greifenau – Abendglanz“ mehr als nur einen Liebesroman vor historischer Kulisse. Die Figuren sind so klug eingesetzt, dass viele soziale Konflikte der damaligen Zeit deutlich werden. Probleme im Bildungssystem und die starre Kaste der Aristokraten, die unter sich bleiben wollen werden ebenso thematisiert wie das Aufstreben des Bürgertums, der Militarismus und die Gegensätze von ländlichem Leben und pulsierender Stadt. Gerade diese Vielschichtigkeit macht diesen Roman so spannend und mitreißend, denn so unglaublich viel passiert in diesem ersten Band der Reihe noch nicht. Das schadet aber keineswegs, vielmehr lebt der Roman von den detaillierten Beschreibungen von Personen und Lebensbedingungen, von sozialen Gegebenheiten und Problemen. Die Figuren wachsen einem dabei sehr schnell ans Herz und glücklicherweise verfällt die Autorin an keiner Stelle auf simple Schwarz-Weiß-Malerei. Im Gegenteil, alle Charaktere werden in ihren Vor- und Nachteilen ausgebreitet, niemand ist charakterlich perfekt, wahre Abgründe tun sich aber auch nicht auf. Diese realistische Erzählweise und der detaillierte Einblick in das Leben der Menschen haben mir ausgesprochen gut gefallen.
„Gut Greifenau – Abendglanz“ ist der Auftakt zu einer Reihe, die sich mit der gräflichen Familie auf Gut Greifenau, dem dazugehörigen Ort und ihren Angestellten in einer wahrlich spannenden Zeit beschäftigt. Rund um den ersten Weltkrieg wurde das ganze gesellschaftliche System auf den Kopf gestellt und das merkt man auch schon im ersten Band zumindest andeutungsweise. Hanna Caspian hat einen spannenden historischen Roman geschrieben, ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur. 

Vor kurzem hat die Autorin Hanna Caspian zudem den Fragebogen "Zehn Fragen an..." für Sarahs Bücherregal ausgefüllt. Ihre Antworten könnt ihr hier nachlesen. 

Dienstag, 6. November 2018

Lukas Rietzschel "Mit der Faust in die Welt schlagen"


Tobias und Philipp werden nach der Wende in Sachsen geboren, sie wachsen in einer Kleinstadt auf, in der immer mehr Menschen und Jobs abwandern, es gibt kaum noch Perspektiven für die beiden Brüder. Schon früh versucht Philipp, sich einer Clique älterer Jungs anzuschließen, die besonders cool für ihn wirkt. Doch mit der Zeit stellt er fest, dass die in ihrer Wut auf die Welt immer mehr ins rechte Milieu abdriften. Er zieht sich zurück, im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Tobias, der früher immer seinem großen Bruder nacheiferte und ihn jetzt überflügeln will.
„Mit der Faust in die Welt schlagen“ ist an Aktualität kaum zu überbieten. In einer schlichten und sachlichen Sprache beschreibt Lukas Rietzschel die wachsende Hoffnungslosigkeit in der ländlichen Region, die den jungen Menschen das Gefühl gibt, dass sich keiner für sie interessiert. Für die Griechenland-Rettung war Geld da, für die Förderung ihrer Region nicht, so wird es empfunden und immer wieder formuliert. Die beiden Protagonisten kommen aus keinem rechten Umfeld und würden sich selbst kaum als rechtsradikal oder Neonazis bezeichnen, sie sehen sich nur als Kämpfer für etwas, woran keiner mehr zu glauben scheint. Wer sich nicht wehrt gegen Migration und „Überfremdung“ ist in ihren Augen dumm und naiv. Die Politik der Regierung ist für sie einfach nur völlig unverständlich und so fühlt sich besonders Tobias mit seinen Freunden berufen, auf seine Situation aufmerksam zu machen – wenn es sein muss auch mit Gewalt. Diese Geschichte geht unter die Haut, beschreibt sie doch genau die Situationen, die man im Fernsehen aus Sachsen häufig sieht, und die so schwer verständlich sind, wenn man gefühlt auf der anderen Seite steht. Rietzschel schafft es auf bemerkenswert sensible Art und Weise, die Entwicklung der Brüder zu beschreiben, ohne sie verurteilen oder zu rechtfertigen. Er berichtet, das Urteil und die Folgerung daraus überlässt er dem Leser, was das Buch für mich besonders auszeichnet. Ob ich wollte oder nicht und auch wenn ich die Methoden der Clique verurteile, keimt doch so etwas wie Verständnis für ihr Empfinden der Situation in mir auf und damit hat der Autor dieses Romans meiner Meinung nach mehr erreicht, als alle Medienberichte in den letzten Jahren zusammen.
Lukas Rietzschels Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ zeichnet sich durch seine politische Aktualität und eine Sprache aus, die den Leser berühren und mitnehmen kann, auch wenn man eigentlich geneigt wäre, die beiden Protagonisten einfach zu verurteilen. Rietzschel zwingt zum Nachdenken und fordert vom Leser ein, dass er sich auf Tobias und Philipp einlässt und ihnen eine Chance gibt. Für mich ist es völlig unverständlich, dass ein so großartig geschriebener und vom Thema so wichtiger Roman von der Buchpreis-Jury in diesem Jahr nicht berücksichtigt wurde.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Ullstein Verlags. 

Sonntag, 4. November 2018

Christian von Ditfurth "Schattenmänner"


Kommissar de Bodt ist der Spezialist für scheinbar unlösbare Fälle beim LKA Berlin, gleichzeitig ist er aber auch bekannt für seine unkonventionellen Ermittlungs- methoden. Als mehrere Personen ermordet werden, deren einzige Gemeinsamkeit die Mitgliedschaft in einer Katzengruppe bei Facebook zu sein scheint, muss er mit seinem Team Yussuf und Sahlinger tief graben. Auch seine Kollegen Merkow aus Russland und Lebranc aus Frankreich tauchen in diesem Band wieder auf und sollen helfen- mal mehr und mal weniger erfolgreich. Langsam kristallisiert sich heraus, dass sie es eventuell mit einem Fall von Spionage zu tun haben – und auch die Ermittler selbst in Lebensgefahr sind.
Der vierte Band rund um Kommissar de Bodt steht den bisherigen Krimis an Spannung in nichts nach, das Buch ist wieder sehr mitreißend geschrieben und wenn man einmal in den Fall abgetaucht ist, kann man gar nicht aufhören. Es ist kein schnöder, einfacher Fall, den es zu lösen gilt, im Gegenteil, das Netz scheint sich über halb Europa zu ziehen und de Bodt kommt nur zäh voran. So langsam beginnt mir dieser ruppige Kommissar auch wirklich ans Herz zu wachsen, sein Team ist und bleibt absolut sympathisch und man merkt beim Lesen schon die großartige Chemie, die zwischen den Protagonisten herrscht. So wird die Handlung vorangetrieben und lässt einem keine Ruhe. Private Probleme spielen höchstens am Rande eine Rolle, eine wohltuende Abwechslung zu vielen Krimis, in denen mehr Seiten auf Eheprobleme von Kommissaren verwendet werden als auf die Lösung des Kriminalfalls. Mein einziger Kritikpunkt ist -und daher auch ein Stern Abzug -, dass ein künstlicher Aufhänger provoziert wird, der auf die tatsächliche Affäre eines CSU-Ministers anspielt. Dieser Fall wird aber später nicht mehr wirklich thematisiert und scheint mir daher nur oberflächlich eine Rolle für den Roman zu spielen. Insgesamt wäre das Buch auch sehr gut ohne das Aufwärmen dieses Skandals ausgekommen. 
Dennoch hat mir auch dieser Roman rund um Kommissar Eugen de Bodt und sein sympathisches Team wieder sehr gut gefallen, er ist unglaublich spannend und wie immer sehr aktuell. Ich hoffe sehr, dass noch viele weitere Bände dieser Reihe erscheinen, denn es ist spannend, wie sich de Bodt und auch die Nebenfiguren immer weiter entwickeln, was den Spannungbogen auch über viele Romane hinweg erhält. Alles in allem ein großartiger Krimi, den ich allen Fans von politischen Krimis und Thrillern  empfehlen kann.  

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Manfred Görgens "Bordeaux & Atlantikküste"


Der Reiseführer „Bordeaux & Atlantikküste“ gibt einen schönen Überblick über die Region und verführt zu ausgiebigen Touren ins Hinterland. Denn während man zunächst nur an Wein, Sonne und Meer denkt, hat Südfrankreich doch weitaus mehr zu bieten als tolle Strände für Surfer und Sonne ohne Ende.
Besonders gut gefallen haben mir bei diesem sehr übersichtlichen Reiseführer die Kategorien „Lieblingsort“ und „Auf Entdeckungstour“, da sie einen schönen Einblick geben in Land und Leute und wirklich Lust auf eine interessante Reise machen. Darüber hinaus vermittelt Manfred Görgens in seinem Reiseführer sehr viel Hintergrundwissen, das die Erlebnisse auf Reisen unterfüttert. Gerade für Reisende, die gerne schmökern und immer noch ein bisschen mehr wissen wollen, ist dieser Reiseführer daher empfehlenswert. Das umfangreiche Kartenmaterial mit Übersichtsplänen und Stadtplänen liefert das nötige Rüstzeug für einen äußerst aktiven Urlaub.
Mir hat der Reiseführer „Bordeaux & Atlantikküste“ ausgesprochen gut gefallen, er ist sowohl für die Reiseplanung als auch für Touren vor Ort sehr gut geeignet.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des DuMont Reiseverlags. 

Donnerstag, 1. November 2018

Zehn Fragen an Hanna Caspian


Morgen erscheint der Roman „Gut Greifenau – Abendglanz“ von Hanna Caspian, der Beginn einer Romanreihe, die der Verlag Droemer Knaur als „Downton Abbey in Hinterpommern“ beschreibt. Auf jeden Fall verspricht der Klappentext eine spannende und emotionale Familiensaga, die neugierig macht. Für Sarahs Bücherregal hat die Autorin jetzt schon den Fragebogen „Zehn Fragen an...“ ausgefüllt, damit ihre Leser sie besser kennenlernen können.
Hanna Caspian (© Traumstoff)

1) Am frühen Morgen - Kaffee oder Tee?
Am frühen Morgen setzte ich mich mit einer großen Kanne Kaffee an den Schreibtisch. Sehr viel später, schon zur Mittagszeit, frühstücke ich. Dann trinke ich aber Earl Grey Tea.

2) Wofür sind Sie dankbar?
Dass ich es tatsächlich geschafft habe, Autorin zu werden. Ich habe lange davon geträumt, und irgendwann den Sprung gewagt. Dann merkt man, es ist kein einfacher Job. Das stellt man sich immer nur so vor. Viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind da gefragt. Ein dickes Fell und einen Dickschädel kann man auch sehr gut gebrauchen. Ich hab mich durchgeboxt. Und hier bin ich. Tata. Dafür klopfe ich mir selbst auf die Schultern und bin mir dankbar. Klingt vielleicht eine Spur egozentrisch, aber ich weiß, wie schwer es war.

3) Urlaub - in die Berge oder an den Strand?
Meer, Meer und noch mehr Meerchen. Ich bin eine absolute Wasserratte. Von mir aus darf es auch Urlaub an einem Bergsee sein. Mich stören die Berge rundherum nicht besonders. Sie sehen eigentlich ganz hübsch aus, so, wie sie da so bewegungslos rumstehen.

4) Ihr Lieblingsbuch?
Eine überaus schwierige Frage an eine Autorin. Ich liebe gute Geschichten. Die finde ich auch in allen Genres. Da ich allerdings den Rest meines Lebens auch einfach lesend verbringen könnte, soll ich mich auf ein einziges Buch festlegen? Das geht gar nicht.

5) Ihr Tipp, wenn es mal stressig wird?
Sich wenigstens einen ganzen Tag ausklinken. Komplett den Kopf durchpusten lassen. Ein Tag an der holländischen Nordsee – von Köln aus die nächste erreichbare Küste – bewirkt wahre Wunder. Und bei einer Frites Spezial und einem belgischen Starkbier im Dünencafé vergehen alle Sorgen. 

6) Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Die „Chronik 1920“, die „Chronik 1921“, die „Chronik 1922“ und die „Chronik 1923“. Jetzt dürfen alle mal Vermutungen anstellen.

7) Welches Buch könnten Sie immer wieder lesen?
Alle Steven King Romane. Alle vom Preston & Child-Duo. „The Circle“ von Dave Eggers. „Gone Girl“, überhaupt alle „Girl“-Thriller.
Zum Vergnügen lese ich gerne abseits meines eigenen Genres.  Bei historischen Büchern setze ich zu sehr die Brille der Autorin auf. Dabei will ich doch nur die Leserin sein. Das klappt aber oft nicht so gut.

8) Ihr Berufswunsch als Kind?
Zirkusakrobatin. Tja, ich war sechs, oder vielleicht auch sieben. Anscheinend hatte ich schon immer den kreativen Drang zu Luftakrobatik, Spannung und Drahtseilakten.

9) Mit wem würden Sie gerne einen Tag Ihr Leben tauschen?
Mit Hermine Granger. Sie ist wissbegierig, zielgerichtet, kann zaubern und sogar ein wenig durch die Zeit reisen. Das sollte doch reichen, um einen Tag lang richtig Spaß zu haben.

10) Und zum Abschluss: Sie haben drei Wünsche frei! Was wünschen Sie sich?
Weltfrieden. Wirklich. Auch wenn es so unwahrscheinlich klingt, oder vielleicht gerade deswegen.
Etwas naheliegender ist schon mein nächster Wunsch: ein eigener Swimmingpool. Das ist mein absoluter Traum.
Das Wichtigste zum Schluss: Glück und Gesundheit für mich und für alle meine Lieben.

"Gut Greifenau - Abendglanz" erscheint am 2. November 2018 im Verlag Droemer Knaur. Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags. 

Montag, 29. Oktober 2018

Charlotte Link "Die Suche"


Die Leiche eines verschwundenen Mädchens wird in den  Hochmooren Nordenglands gefunden und wenig später melden die Eltern von Amelie Goldsby ihre Tochter als vermisst. Die Polizei ist unter Hochspannung, treibt etwas ein Serientäter sein Unwesen? Den großen Druck scheint der ermittelnde Polizist Caleb Hall nur mit Alkohol ertragen zu können, dennoch setzt er alles daran, das verschwunden Mädchen zu finden. Die Polizistin Kate Linville gerät hingegen eher ungewollt in die Ermittlungen, da sie in der Pension von Amelies Eltern übernachtet. Sie ist nur aus London nach Scarborough zurückgekehrt, um ihr Elternhaus zu verkaufen. Doch das Leid der Eltern lässt sie nicht los und so beginnt sie, auch auf eigene Faust zu ermitteln. Kann sie den Täter finden, bevor Amelie stirbt?
Charlotte Links neuer Roman „Die Suche“ ist ein wahrer Pageturner, hat man das Buch einmal begonnen, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben, man fühlt mit ihnen und die Autorin bringt uns Leserinnen und Leser mehr als einmal auf die falsche Fährte und spielt mit unseren Einschätzungen von Gut und Böse auf dem Weg zur Lösung des Falls. Sehr feinsinnig schafft sie ein Netz aus Verbindungen zwischen den Personen, das einen immer wieder in die Falle gehen lässt. Der Kriminalfall ist äußerst spannend konstruiert und bis ins kleinste Detail so logisch aufgebaut, das man keine Zweifel an den Abläufen entwickeln kann. Die Auflösung am Schluss fand ich einfach genial, völlig unerwartet und dennoch nicht anzuzweifeln, perfekt für einen guten Kriminalroman.
Mich hat „Die Suche“ von Charlotte Link ohne Einschränkungen überzeugt. Wer einen echten Schmöker sucht, der Hochspannung mit tollen Figuren und einem logischen Kriminalfall verbindet, ist hier auf jeden Fall genau richtig!

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Hier geht es zu weiteren Informationen und der Leseprobe des Blanvalet Verlags.