Katharina ist als junge Architektin beteiligt
am Wiederaufbau des Hotel Adlon nach der Wende in Berlin. Doch bei der Arbeit
weiß niemand, was Katharina mit diesem berühmten Haus verbindet: Ihre
Großmutter, Sonja Schadt, hat fast ihr gesamtes Leben im Adlon verbracht, bevor
es zu Grunde ging. Doch die beiden Frauen haben keinen Kontakt, erst über das
Bauprojekt lernen sie sich kennen und Sonja kann ihrer Enkelin endlich ihre
Geschichte erzählen.
Der Roman „Das Adlon“ war die Grundlage
für einen dreiteiligen Film, der die Geschichte des Adlons und von Sonja
erzählte. Das Buch von Rodica Doehnert ist jedoch keineswegs nur eine
Filmvorlage, es ist ein spannender und toll erzählter historischer Roman, der die
Geschichten der Familien Schadt und Adlon großartig verknüpft und die
Leserinnen und Leser sowohl an der Glanzzeit als auch am Untergang des
berühmten Grandhotels teilhaben lässt. Die Geschichte wirkt sehr gut recherchiert
und ist detailreich geschrieben, die Lektüre macht dadurch sehr viel Freude.
Auch das Personal ist äußerst gut gewählt, der Konflikt innerhalb der Familie Schadt
spielt zwar eine Rolle, überlagert jedoch nie den eigentlichen Star der Geschichte,
die Entwicklung des Adlons und der namensgebenden Hoteliersfamilie.
„Das Adlon“ von Rodica Doehnert ist
spannender und höchst unterhaltsamer Roman über die abwechslungsreiche
Geschichte eines berühmten Hotels und gleichzeitig ein Familiendrama, großartig
geschrieben und damit absolut empfehlenswert.
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Hier geht es zu weiteren Informationen des Heyne Verlags.
Vicky Baum ist
eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit, als Schriftstellerin und Redakteurin im
Ullstein Verlag lebt sie in den 20er Jahren in Berlin, getrennt von Mann und
Söhnen macht sie Karriere. Doch es ist harte Arbeit, ständig zerrissen zwischen
den Erwartungen des Verlags und ihren Lesern und auch ihrer Familie, die gerne
nach Berlin nachkommen möchte. Doch dafür braucht auch ihr Mann erst eine
Stelle in Berlin.
Heidi Rehn
schafft mit ihrem biographischen Roman über Vicky Baum ein spannendes und
interessantes Buch, das Einblick in das Leben dieser besonderen Frau gibt. Vicky
Baum war eine Vorreiterin der Emanzipation, so selbstverständlich wie sie Beruf
und Familie unter einen Hut zu bringen versuchte, könnte sie auch in die
heutige Zeit passen. Gleichzeitig war sie jedoch auch konservativ, sah sich nie
als die große Emanze sondern als im Kleinen am eigenen Lebensentwurf arbeitende
Frau. Diese Sichtweise fand ich sehr spannend. Heidi Rehn ist bekannt für
mitreißende und zugleich bewegende historische Roman und dies ist ihr auch mit „Vor
Frauen wird gewarnt“ wieder gelungen.
Heidi Rehns
biographischer Roman „Vor Frauen wird gewarnt“ ist zugleich unterhaltsam und
historisch interessant, ein sehr interessantes Buch, dass beim Lesen einfach
Freude macht.
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Das Buch wurde von der Verlagsgruppe Dromer Knaur als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Als Helena
Rosenberg überraschend die Hälfte einer Apotheke in Berlin von ihrem Vater
erbt, beschließt sie, ihr Leben hinter sich zu lassen und neu anzufangen.
Gemeinsam mit ihrer Halbschwester Charlotte betreibt sie die Apotheke und
beginnt dort, Schönheitsprodukte anzubieten. Das Geschäft beginnt zu laufen,
doch alte Schulden, die die beiden mit geerbt haben, machen ihnen das Leben
schwer. Als Helena sich in den reichen Pharma-Produzenten Dominik Lichtenthal
verliebt, der einer ihrer Gläubiger ist, hoffen sie auf Entspannung. Doch das
genaue Gegenteil tritt ein. Ist die Apotheke überhaupt zu retten?
„Der
Schönheitssalon. Das Erbe der Schwestern“ ist der Auftakt zu einer Romanreihe
und liefert wirklich alles, was man sich von so einem Buch erwartet. Die
Charaktere sind interessant, die Hauptfigur sympathisch und die Konstellation
der Figuren lässt schon erahnen, dass hier noch viele spannende Entwicklungen
ihren Lauf nehmen können. Die Handlung spielt in den 20er Jahren in Berlin und
liefert einen realistischen Einblick in das Leben im damaligen Berlin. Die
wilden 20er mit ihren Feiern treffen auf ein teilweise sehr traditionelles
Frauenbild, das sich besonders in der rechtlichen Lage der Frauen
widerspiegelt. Sowohl Helena als auch ihrer Schwester ist klar, dass eine
Hochzeit bedeutet sämtliche Rechte an einen Ehemann abzutreten und damit auch
keine Entscheidungen mehr über die berufliche Entwicklung und das Vorankommen
der Apotheke treffen zu können. All das beschreibt die Autorin Nora Elias auf
sehr eindrucksvolle Art und Weise, der Schreibstil ist sehr flüssig und nimmt
einen direkt mit in die Geschichte.
„Der
Schönheitssalon“ ist ein echter Schmöker, den ich schnell nicht mehr aus der
Hand legen konnte, ein historischer Roman mit großem Unterhaltungswert. Ich bin
schon sehr gespannt, wie es in der Reihe weitergehen wird, der zweite Band soll
bereits im September 2021 erscheinen.
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Das Buch wurde vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Das politische Klima in Deutschland wird immer rauer und auch Gereon Rath kann sich nicht mehr völlig vom Einfluss der Nazis auf das Polizeisystem frei machen. Während der olympischen Spiele 1936 kommt es zu einem Mord auf einen amerikanischen Olympiadelegierten und die SS vermutet eine kommunistische Verschwörung, um die Spiele zu diskreditieren. Gereon Rath soll in ihrem Auftrag ermitteln und verhindern, dass etwas an die Öffentlichkeit kommt. Gleichzeitig muss er seinen ehemaligen Ziehsohn Fritze schützen, der mehr über den Todesfall weiß, als er sollte. Seine Frau Charly leidet die ganze Zeit sehr unter dem Olympia-Brimborium, die Präsentation Deutschlands in der Welt als friedliches Land ist ihr zuwider. Heimlich hilft sie Juden und anderen Feinden des Systems bei der Flucht aus Deutschland. Eine Gemengelage, die für Charly und Gereon sehr gefährlich werden könnte.
„Olympia“ ist der lang ersehnte neue Fall für den Ermittler Gereon Rath und seine Frau Charly Ritter, die ebenfalls eine tragende Figur der Reihe ist. Wieder einmal sind die Hintergründe vom Autor Volker Kutscher großartig recherchiert, bis hin zu den hohen Preisen für das Kännchen Kaffee im olympischen Dorf hat man das Gefühl, direkt dabei zu sein und mit den Figuren dieses besondere Ereignis zu erleben. Großartig gelingt es Kutscher auch, die Gratwanderung zwischen Olympia-Begeisterung und dem völligen Abdriften des politischen Systems zu beschreiben, der ständige deutsche Gruß, die Hakenkreuz-Beflaggung, das Auftreten von Adolf Hitler bei den Wettkämpfen wirken bedrückend. Sehr deutlich wird, dass Deutschland eine bestimmte Rolle für die Welt spielen wollte, die Juden wurden weitestgehend in Ruhe gelassen, doch Charly Ritter sollte Recht behalten mit ihrer Vermutung, dass nach den Spielen alles sicher nur noch viel schlimmer werden würde.
Volker Kutscher schafft es mit „Olympia“ auf großartige Weise,historische Fakten mit einem spannenden Kriminalhandlung zu verweben und den Leserinnen und Lesern eine beeindruckende Geschichte zu präsentieren. Besonders die Verquickung von Politik und Kriminalistik wird in diesem Band besonders deutlich, die Entwicklung von den ersten Bänden der Reihe bis heute macht klar, wie sich das gesamte System entwickelte. Hochspannend und interessant von der ersten bis zu letzten Seite!
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Wenn man an
Marlene Dietrich denkt, sieht man vor sich sofort eine schmale blonde Frau im
Smoking, die eine beeindruckende Selbstsicherheit ausstrahlt. Aufgewachsen im
Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll sie auf Wunsch ihrer Mutter eine
berühmte Geigensolistin werden. Doch das Talent reicht nicht aus und so sucht
sie sich ihren eigenen Weg auf die Bühnen der Welt, tanzt und singt in Revuen
und kommt schließlich zum Film. Doch wer eine immer glückliche Frau vor sich
sieht, täuscht sich. Marlene kämpft und hadert mit sich, hat zahlreiche
Liebschaften, die sie mal mehr und mal weniger glücklich machen und kämpft als
junge Mutter darum, eine Rolle zu finden, die zu ihr passt. Ein bewegendes
Leben in bewegenden Zeiten.
In „Marlene und die Suche nach Liebe“ beschreibt C.W.
Gortner das Leben von Marlene Dietrich sehr biografisch, dennoch schafft er es,
eine besondere Spannung zu erzeugen, die einen bei der Lektüre in ihren Bann
zieht. Marlene ist nach außen eine sehr schillernde Figur, die aber mit vielen
Ängsten zu kämpfen hat und im Zweiten Weltkrieg zudem mit ihrer deutschen
Herkunft hadert. Mir hat der sehr sachliche, aber dennoch fiktionale Stil des
Autors sehr gut gefallen, hier wurde kein Kitschwerk produziert sondern eine
sehr gut lesbare Geschichte über eine ganz besondere Frau. Ob man ihren Umgang
mit Männern und Familie nun mag oder nicht hat sie eine weiche Seite, die einen
beim Lesen berührt. Der Smoking, den sie manchmal wie eine Rüstung zu tragen
schien, wurde ihr Markenzeichen und sorgte im prüden Amerika für viel
Aufregung. Bei all den Skandalen war sie immer auf der Suche nach einem
persönlichen Glück, dass ihr die Liebschaften oft nicht geben konnten und auch
ihre Familie nicht dauerhaft. Es bleibt ein wenig offen, ob sie es in ihrem
Leben jemals gefunden hat, zu wünschen ist es ihr auf jeden Fall.
„Marlene und die
Suche nach Liebe“ ist ein sehr biografisch geprägter Roman über das Leben
von Marlene Dietrich im Rampenlicht, ein spannendes und sehr schön
geschriebenes Buch, das mir viel Freude gemacht hat.
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Berlin in den
50er Jahren: Der Krieg ist endlich vorbei und das Wirtschafts- wunder bringt Deutschland
voran. So auch Sonjas Familie, ihr Vater erweitert den kleinen Fahrdienst und
übernimmt ein VW Autohaus. Während es in Westdeutschland aufwärts geht, lebt
Sonjas Onkel in Ostberlin und ist glühender SED-Anhänger. Mit dem Mauerbau
reißt der Kontakt immer weiter ab, Sonja ist inzwischen verheiratet und hat
zwei Kinder, als ihr Onkel sie um Hilfe bittet. Sie soll ihn und seine Familie
aus Ostberlin rausholen, sie werden von der Stasi drangsaliert. Ihr Mann Jürgen
sieht nicht, wieso sie ihrem Onkel helfen will und die Ehe steht auf der Kippe.
Wird ihre Familie an dem Streit zwischen Ost- und Westdeutschland zerbrechen?
In ihrem Roman „Marienfelde“
schildert Corinna Mell das Leben in den 50er und 60er Jahren in Berlin und die
besondere Situation durch Konfrontation von Sozialismus und Kapitalismus in
einer Stadt. Sehr gut beschreibt sie die politische Lage, aber besonders auch
das Leben der normalen Menschen und wie es durch die Verhältnisse beeinflusst
wurde. Das geht bei der Teilung von Familien durch die Grenze los, die Angst
vor einem Krieg und die damit verbundenen Vorsichtsmaßnahmen. Gleichzeitig geht
es aber auch um den Alltag, die Veränderung der Mode, das Frauenbild und die
Entwicklung des Wohlstandes am Beispiel des Autohauses. Mir hat die gesamte
Konstruktion sehr gut gefallen, die Autorin liefert ein schönes Bild der Zeit
mit sympathischen Figuren, die einen die Geschichte gut erleben lassen und
mitnehmen. Man erlebt mit Sonja ihre Backfischzeit im Internat, ihre Zeit kurz
vor der Ehe und ihr Leben als junge Mutter in den 60er Jahren, was ich sehr
faszinierend fand. Ihr Selbstbild als Frau, die hinter ihremMann zurückstehen muss und dafür zuständig
ist, Heim und Kinder zusammenzuhalten und sonst keine Aufgaben hat, ist mir persönlich
heute sehr fremd und wirkt regelrecht antiquiert. Hier zeigt sich deutlich, wie
sehr sich das Frauenbild in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt hat. Auch
wenn Sonja schon eine sehr selbstständige Frau ist, kommt sie oftmals gar nicht
auf die Idee, diese Rolle zu hinterfragen.
Der Roman
liefert ein Bild der Alltagssituation, was allerdings auch dazu führt, dass es zwar
interessant zu lesen ist, ihm teilweise aber etwas der Spannungsbogen fehlt,
der alles zusammenhält. Es sind eher einzelne Episoden in Sonjas Leben, die
ohne größeren Rahmen erzählt werden, was dennoch unterhaltsam ist. Ich habe
mich allerdings gefragt, ob der Verfasser des Klappentextes den Roman überhaupt
wirklich gelesen hat, so unpassend erschien mir diese Kurzfassung im Verhältnis
zum gesamten Roman.
„Marienfelde“
bildet das Leben der Menschen im Westberlin der 50er und 60er Jahre sehr
umfassend ab und gibt dem Leser ein schönes Bild des Lebens der Protagonisten.
Eine leichte Lektüre, die unterhaltsam ist und dennoch einen schönen
historischen Überblick vermittelt.
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Berlin 1935:
Gereon Rath hat sich zwar von Unterweltboss Johann Marlow losgesagt, dennoch
pfuscht er ihm wieder ins Handwerk, wenn auch dieses Mal ungewollt. Rath wird
zu einem Verkehrsunfall gerufen, ein Fahrer ist frontal mit Vollgas gegen einen
Brückenpfeiler gefahren, er und sein Fahrgast sind tot. Als herauskommt, dass
der Fahrer an einer tödlichen Krankheit litt und Rath auch noch Geheimakten des
SD in dem Wagen findet, ahnt er, dass mehr hinter der Sache steckt. Auch
Charly, seine Frau, verstrickt sich mal wieder in Ungereimtheiten. Sie
ermittelt mit dem ehemaligen Polizisten Böhm inzwischen als Privatdetektivin
und in einer alten Geschichte scheint es Überschneidungen zu Gereons Fall zu
geben. Gibt es eventuell sogar einen gemeinsamen Drahtzieher zwischen dem
Unfall und dem Tod von Charlys Vater vor acht Jahren?
„Marlow“ ist der
inzwischen siebte Band rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath und seine Frau
Charly, die eigentlich Rechtsanwältin werden wollte, sich inzwischen aber von
den Nazis ausgebremst sieht. Frauen gehören an den Herd und nicht ins Büro,
eine Karriere wird ihr so verbaut. Grundsätzlich merkt man dem ganzen Roman an,
dass die Stimmung sich immer dramatischer verändert. Während Gereon versucht,
sich immer hindurch zu schmuggeln, ohne wirklich bei den neuen Machthabern
anzuecken, macht Charly keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die
Nationalsozialisten, was für die beiden und ihren Pflegejungen Fritz viele Probleme
mit sich bringt. Das Personal des Romans ist größtenteils bekannt, es werden
hier kaum neue Figuren eingeführt, das ist für die Story aber auch unnötig. Es
ist die Vergangenheit von Charly, die etwas näher beleuchtet wird und als Leser
erfährt man endlich etwas mehr über diese faszinierende Frau. Von Gereon
wünscht man sich bei der Lektüre in vielen Fällen politisch etwas mehr Haltung
gegen die Nazis, aber gerade durch sein etwas schwammiges Verhalten ist er
vermutlich so typisch für die damalige Zeit. Es wird deutlich, wie groß der
Druck inzwischen ist, wie wenig Widerspruch noch geduldet wird. Bereits in
diesem Band deutet sich an, dass Charly und Böhm Verfolgten helfen, die aus
Deutschland fliehen wollen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie weit die
beiden in ihrem Widerstand gehen werden und ob das nicht letztendlich zu
weiteren Probleme zwischen Gereon und Charly führen wird.
So spannend die
historische Komponenten des Romans ist, so gelungen ist „Marlow“ auch als
Krimi. Natürlich lässt sich der Fall kaum losgelöst von den politischen
Entwicklungen sehen, denn Gereon Rath sieht sich immer wieder mit SD und SS
konfrontiert, doch auch unabhängig davon ist der Fall sehr spannend beschrieben
und lückenlos logisch aufgebaut. Es gibt viele überraschende Wendungen, die
einen mitreißen und die Geschichte zu einem wahren Schmöker machen, bei dem man
sich immer wieder dabei erwischt, mit dem Lesen einfach nicht aufhören zu
können. Die Mischung aus Kriminalfall und realistischer Beschreibung der
historischen Gegebenheiten ist dem Autor Volker Kutscher wieder auf geniale
Weise gelungen.
„Marlow“ ist ein großartiges Buch, das man
auch in der heutigen Zeit jedem ans Herz legen möchte. Es zeigt im Rahmen des
Kriminalromans sehr deutlich, welche Gefahren davon ausgehen, wenn Meinungen
aus Angst nicht mehr geäußert werden können und Menschen in einem politischen System
nicht mehr auf den Rechtstaat vertrauen können. Der Roman ist großartig
geschrieben, ein beeindruckendes Buch, das ich uneingeschränkt allen Leserinnen
und Lesern empfehlen kann.
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Hier geht es zu weiteren Informationen des Piper Verlags.
Inzwischen ist
der sechste Band der Krimi-Reihe um Gereon Rath erschienen und „Lunapark“
spielt im Jahr 1934. Als ein SA-Mann tot aufgefunden wird und dazu noch eine
kommunistische Parole über ihm an der Wand prangt, ist für das simple Schwarz-Weiß-Denken
der Sicherheitspolizei sofort klar, dass hier Kommunisten gezielt Jagd auf –natürlich
unschuldige- SA-Männer machen. Rath muss
in diesem Fall mit seinem alten Kollegen Gräf zusammen ermitteln, der
inzwischen bei der Sicherheitspolizei arbeitet. Dies stellt Rath vor große
Probleme, denn die simplen Verurteilungen der politischen Polizei kann er nicht
akzeptieren und begibt sich, wie so oft, auf eigene Ermittlungen. Das bringt
ihm einmal wieder mehr Ärger ein, als er eigentlich gedacht hatte und auch sein
altes Feindbild Dr. Marlow taucht wieder auf.
Der neue Band
von Volker Kutscher rund um den Berliner Kriminalkommissar Gereon Rath
übertrifft meiner Meinung nach alle vorhergehenden Bände noch einmal an
Qualität und besonders an historischer Auseinandersetzung mit dem Umfeld des
Protagonisten. Mit viel Sinn für Details und Stimmungen beschreibt Kutscher,
wie der Nationalsozialismus sich langsam auch in den Alltag der Familie Rath
einschleicht. Neben der Kriminalermittlung nimmt dies den Hauptteil der
Geschichte ein und macht auch den besonderen Reiz des Buches aus. Natürlich ist
auch die Kriminalhandlung wieder spannend beschrieben, doch Raths Arbeit lässt
sich nicht mehr losgelöst von der politischen Situation sehen, was für die
Hauptfigur selbst am schwierigsten zu sein scheint. Er will eigentlich nur in
Ruhe seiner Arbeit nachgehen, so das Gefühl beim Lesen, doch inzwischen ist
alles politisch und besonders der Tod eines SA-Mannes ist nicht mehr objektiv
zu untersuchen.
Volker Kutscher
zeigt in „Lunapark“ auf eindrucksvolle Weise, wie der Nationalsozialismus sich
immer weiter verbreitet und wie er das Leben aller Menschen beeinflusst. Diese
gesellschaftlichen Veränderungen packt er dabei in einen spannenden Krimi, den
man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein großartiger Roman, der weit
mehr ist als ein Krimi, sondern uns einen detaillierten Blick auf die
gesellschaftlichen Umbrüche der 30er Jahre werfen lässt.
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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlag Kiepenheuer & Witsch
Ein Reiseführer
für die Stadt in der man lebt – eine großartige Idee und wirklich überfällig.
Gerade wenn man in Berlin lebt, ist man schnell erschlagen von den vielen
Möglichkeiten und Informationskanälen, die einem sagen, was man unbedingt
gesehen, gemacht und gegessen haben muss. Der Marco Polo Reiseführer „Berlin
für Berliner“ bündelt alles in einem kleinen Buch, das am Wochenende auch
schnell in fast jede Handtasche passt.
Der Reiseführer
ist sehr übersichtlich und farblich abgestimmt aufgebaut und man findet Tipps
zu Restaurants, Märkten und Veranstaltungen sehr schnell anhand der farbig
markierten Seiten. Die Auswahl ist sehr vielfältig, so dass wirklich für jeden
etwas dabei sein sollte. Schade finde ich jedoch, dass der Aufbau, gerade bei
den Restaurants, rein thematisch erfolgt ist. Zwar steht immer dabei, in
welchem Stadtteil sich ein Lokal befindet, doch ich hätte es schöner gefunden,
den ganzen Reiseführer nach Stadtteilen aufzuteilen, so dass ich, wenn ich zum
Beispiel in Charlottenburg oder Schöneberg wohne, gezielt nachschauen kann, was
sich in meiner Nähe befindet. Man hat ja nicht immer Lust, mit der S-Bahn eine
Stunde durch die Stadt zu fahren. Mich interessiert besonders, was ich in der
Nähe von dem Ort finde, wo ich gerade bin, und da muss ich mich leider in jeder
Kategorie erst durchsuchen. Das finde ich etwas schade.
Alles in allem
eine großartige Idee, die ich noch besser gefunden hätte, wenn man stärker auf
den örtlichen Bezug geachtet und alles direkt nach Ort und nicht nach Thema
sortiert hätte.
Gereon Rath ermittelt wieder, und dieses Mal nicht nur in Berlin sondern auch in Ostpreußen. Die Polizei findet eine Leiche, die auf außergewöhnliche Art und Weise gestorben ist. Im „Haus Vaterland“, dem Vergnügungstempel am Potsdamer Platz in den 30er Jahren, wurde der Mann im Fahrstuhl zunächst mit einem seltenen Gift betäubt und dann ertränkt. Schnell zeichnet sich ab, dass es sich hier um einen Serientäter handelt. Gereon Rath und seine Kollegen vermuten die Hintergründe im Alkoholschmuggel und der Kommissar reist nach Ostpreußen, um im Umfeld der Firma „Mathée Luisenbrand“ und des Chefs Wengler zu ermitteln.
Der neuste Krimi von Volker Kutscher ist spannend und mitreißend wie schon die Vorgänger. Endlich spielt auch Charly Ritter eine größere Rolle, da sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat und als Kommissaranwärterin in der Burg am Alexanderplatz arbeitet. Eigentlich ist sie der Inspektion G zugeteilt, wo alle Frauen arbeiten, doch für den aktuellen Fall wird sie an die Mordinspektion ausgeliehen. Wieder einmal kommt es zu Reibereien mit Gereons lockerer Art und seiner Unzuverlässigkeit. All dies geschieht vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen Anfang der 30er Jahre, die vor der Polizei nicht Halt machen. Die mörderischen Kämpfe zwischen Sozialisten und SS-Truppen verstärken sich und auch die Führungsebene des Polizeipräsidiums wird geradezu weggeputscht. All dies beeinflusst die Arbeit von Gereon und Charly jedoch noch wenig, da ihr Fall wenig politischen Bezüge hat. Ein großes Thema ist auch die Teilung Deutschlands durch die Entstehung des Staates Polen und die Abgrenzung Ostpreußens vom Deutschen Reich. Die ausgeprägte Antipolnische Stimmung und das überall präsente nationale Gedankengut schockieren Gereon Rath und behindern gleichzeitig seine Ermittlungen, da es in dem kleinen ostpreußischen Dorf keiner wagt, gegen Mitglieder von SS oder NSDAP auszusagen.
Volker Kutscher zeichnet in seinem Roman ein graues und bedrückendes Bild von den politischen Verhältnissen, die den Hintergrund bilden für Gereon Raths Mordermittlungen bilden. Das gesamte Buch ist so spannend aufgebaut und hervorragend recherchiert, das man es unmöglich aus der Hand legen kann. Ein absolutes Muss für Krimifans.
Der amerikanische Kriminelle Abraham Goldstein ist in Berlin und statt an einer Mordermittlung teilnehmen zu dürfen, muss Gereon Rath den windigen Kriminellen auf Schritt und Tritt beschatten. Seine Freundin Charly Ritter hat inzwischen ihren Vorbereitungsdienst am Gericht angetreten und muss sich mit kriminellen Jugendlichen rumärgern, die ihr dann auch noch aus dem Büro abhauen. Gleichzeitig beginnt ein Kleinkrieg zwischen den konkurrierenden Ringverbänden der Berolina und den Nordpiraten, das Chaos scheint sich in der Berliner Unterwelt breit zu machen. Über all dem liegt die politisch angespannte Stimmung der gerade begonnenen 30er Jahre mit Antisemitismus und SA-Aufmärschen auf dem Kurfürstendamm.
Der dritte Band um Gereon Rath ist meiner Meinung nach bisher der gelungenste, endlich kommt er ein wenig Weg von seinem totalen Individualismus, arbeitet mehr mit seinen Kollegen zusammen und so entsteht auch ein in sich viel flüssigerer Krimi. Außerdem bekommt Charly Ritter in diesem Band eine sehr viel größere Rolle, die sie großartig ausfüllt. Ihr Charakter wird von Volker Kutscher endlich weiter ausgearbeitet und durch ihre neue Arbeit kommt sie auf einer ganz anderen Ebene in Kontakt mit Gereon Rath. Dadurch erhält ihre Beziehung sehr viel mehr Tiefe und Charly muss sich aktiv mit der Rolle der Frau Anfang der 30er Jahre auseinander setzen. Will sie heiraten und zu Hause bleiben oder doch Karriere machen? Kann sie nicht beides haben? Das sind Fragen, die sie sich stellen muss, während sie gleichzeitig vom Chef der Mordkommission Gennart in halboffzielle Ermittlungen reingezogen wird.
Insgesamt hat der dritte Band von Gereon Rath sehr viel mehr Substanz und Tiefe als die ersten beiden Bände, die schon sehr gut waren. Die zeitgeschichtlichen Elemente rücken immer mehr in den Vordergrund und beginnen, das Leben der bekannten Charaktere zu beeinflussen. Es bleibt spannend, wie es für Gereon und Charly angesichts der Machtgewinnung der Nazis weitergeht, wie sie damit umgehen und was für Fälle dadurch noch ihren Weg kreuzen. „Goldstein“ ist bisher der beste Roman von Volker Kutscher, man darf gespannt sein, wie es weitergeht!
Im zweiten Band
der Krimireihe von Volker Kutscher trifft Gereon Rath auf einen alten Bekannten
aus dem ersten Band, den Filmproduzenten Oppenberg. Rath muss in seinem neuen
Fall in Berlin rund um das Milieu des neu entstehenden Tonfilms ermitteln,
nachdem eine Schauspielerin von einem Scheinwerfer erschlagen wurde. Ein Unfall
scheint dies jedoch nicht gewesen zu sein, vielmehr steckte Sabotage hinter dem
Anschlag auf die Schauspielerin zu stecken. Doch mit seinen eigenmächtigen
Ermittlungsmethoden macht sich Rath auch dieses Mal keine Freunde.
Wie im ersten
Band auch glänzt das Werk von Volker Kutscher durch detaillierte Beschreibungen
des Berlins der 30er Jahre und großartige Rechercheleistung. Selten war ein
historischer Roman so glaubwürdig und realistisch geschrieben und die Figuren
gleichzeitig so interessant und schillernd in allen Facetten. Mit Gereon Rath
ist dem Autor eine Figur gelungen, die durch seine Probleme und eigenwilligen
Methoden sicher noch Grundlage für zahlreiche Krimis sein kann, ebenso seine
Kollegen am Alex in der Mordinspektion. Das Zusammenspiel der Charaktere sorgt
dafür, dass die Geschichte auf keiner Seite langweilig wird.
Neben der
eigentlichen Krimihandlung gelingt Kutscher dabei eine großartige Beschreibung
einer spannenden Epoche, der Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm mit den
Herausforderungen für Schauspieler und Produzenten wird von ihm eindrucksvoll
und glaubwürdig beschrieben. Stellenweise fühlte ich mich ein wenig an den Film
„The Artist“ erinnert, der mit zahlreichen Oscars ausgezeichnet wurde.
Wie schon der
erste Band ist auch „Der stumme Tod“ uneingeschränkt zu empfehlen.