Samstag, 8. Februar 2020

Petra Hartlieb "Wenn es Frühling wird in Wien"

Marie ist nach wie vor sehr glücklich als Kindermädchen im mondänen Haushalt von Arthur Schnitzler und seiner Frau, als zwei Dinge ihr Glück trüben: Zum einen hat sich das Hausmädchen Sophie in eine schwierige Lage gebracht und stirbt beinahe in Folge einer illegalen Abtreibung. Zum zweiten scheint sich der Buchhändler Oskar, mit dem Marie eine besondere Beziehung verbindet, mit einer anderen Frau zu treffen. Wie Marie damit umgeht, beschreibt Petra Hartlieb in „Wenn es Frühling wird in Wien“. 
Dies ist der zweite Band der bezaubernden Reihe um das Kindermädchen Marie in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und auch dieses Buch kann wieder auf ganzer Linie überzeugen. Der Stil der Autorin ist so wunderbar, dass man sich fühlt, als wäre man selbst in Wien und würde an Maries Seite alles erleben. Dabei beschreibt sie die Figuren von Marie und Oskar wieder so sympathisch und bodenständig, dass man die beiden einfach mögen muss und sich mit ihnen gerne auf diese aufregende kleine Reise der Liebe begibt. 
Mir hat „Wenn es Frühling wird in Wien“ großartig gefallen, ein schöner kleiner Band, der einen mit nimmt auf eine literarische Reise, die einfach Spaß macht. 

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Hier geht es zu weitern Informationen des Dumont Buchverlags. 

Mittwoch, 5. Februar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Sturm der Gefühle"

Das Leben der Nightingale Schwestern Dora, Millie und Helen geht weiter. Es ist 1936 und während die Faschisten auch in England an Einfluss gewinnen und das politische Klima im East End vergiften, versuchen die drei ihren eigenen Weg zu gehen. Während Millie sich auf ihre Hochzeit freut, hat Dora Liebeskummer, denn ihre beste Freundin heiratet den Mann den Dora liebt. Und Helen muss sich wieder einmal mit ihrer Mutter auseinandersetzen, die ihre Beziehung zu Charlie nicht akzeptieren will. 
Der dritte Band der Reihe der Nightingale Schwestern von Donna Douglas ist wie der erste äußerst kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Die Geschichten sind zwar etwas seicht, dennoch nimmt die Autorin die gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit mit auf und baut sie aktiv in die Geschichte ein. So etwa die Differenzen zwischen den Faschisten, denen sich Doras Bruder angeschlossen hat, und den jüdischen Bewohnern des East End, wie Dr. Adler im Krankenhaus und Doras ehemalige Chefin Esther Gold. Das Buch liest sich sehr flüssig weg und ist gute Unterhaltungsliteratur mit sympathischen Protagonistinnen, denen man gerne folgt. Etwas enttäuscht war ich jedoch, das zwei im vorigen Band aufgetauchte Figuren völlig unter den Tisch fielen, nämlich die Nachtschwester Violet Tanner und die junge Patientin Jenny, die eigentlich bei Doras Mutter eingezogen war. Diese Handlungsstränge hätte man schöner mit aufnehmen können. 
„Sturm der Gefühle“ von Donna Douglas ist ein unterhaltsamer, wenn auch etwas seichter und oberflächlicher Roman, der einen gut unterhalten kann, wenn man nicht mehr erwartet. 

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Sonntag, 2. Februar 2020

Martina Kittler "Vegetarisch"

Das neue Kochbuch „Vegetarisch“ aus dem Verlag Gräfe & Unzer sammelt schöne vegetarische Rezepte in einem schmalen Buch mit toller Grafik. Die Rezepte sind alle gut und unkompliziert nachzukochen und die Beschreibungen sind auch für weniger erfahrene Köchinnen und Köche gut nachvollziehbar. Zudem gibt es neuerdings eine App, die es ermöglich, die Rezepte auch auf dem Tablet oder Smartphone zu haben, was für die Einkaufsplanung äußerst praktisch ist. 
Besonders schön finde ich die Fotographien und Grafiken in dem Buch, die das Kocherlebnis noch unterstützen. Viele Kochschritte sind graphisch aufbereitet und es gibt viele Tipps zum grundsätzlichen Aufbau der Gerichte, so dass man auch Lust bekommt, diese einmal zu variieren. Zudem gibt es neben vielen einfachen und schnellen Gerichten auch einige, die sich für das ausgiebige gemeinsame Kochen am Wochenende eignen, so ist für alle etwas dabei. 
„Vegetarisch“ von Marina Kittler ist ein gelungenes kleines Kochbuch, das sicher nicht nur für Vegetarier geeignet ist und viel Freude beim Kochen vermittelt, für mich sehr gelungen. 

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Freitag, 31. Januar 2020

Donna Douglas "Die Nightingale Schwestern. Geheimnisse des Herzens"

Eine neue Schwester bringt frischen Wind in das Nightingale Krankenhaus: Die Nachtschwester Violet Tanner wohnt nicht wie die anderen Schwestern im Krankenhaus, sondern außerhalb. Das sorgt für eine Menge Gerüchte und tatsächlich hat Violet einige Geheimnisse, die nur Stück für Stück ans Licht kommen. Auch Millie, Dora und Helen, die drei Schwesternschülerinnen haben einige Probleme zu bewältigen. 
Die Reihe um die Nightingale Schwestern geht im Jahr 1936 weiter und bringt mit neuen Figuren auch neuen Schwung in die Handlung. Es stehen nicht mehr nur die drei Schwesternschülerinnen im Mittelpunkt, sondern mit anderen Figuren auch Probleme und Lebensphasen, was der Geschichte sehr gut tut. Die Charaktere sind wieder sehr gut beschrieben, so dass man bei der Lektüre schnell ein Bild vor Augen hat, egal ob es um die sympathische Oberin des Krankenhauses oder die miesepetrige Schwester Sutton mit ihrem Hund geht. Man hat beim Lesen einfach Freude an der Handlung, auch wenn die historischen Elemente wie gesellschaftliche und politische Entwicklungen meiner Meinung nach etwas zu kurz kommen. Es ist eher eine leichte Lektüre als ein fundierter historischer Roman, dabei aber sehr unterhaltsam. 
Mir hat „Die Nightingale Schwestern. Geheimnisse des Herzens“ wieder gut gefallen, eine leichte Lektüre, die einen gut unterhält und sehr kurzweilig ist. 

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Dienstag, 28. Januar 2020

Petra Hartlieb "Meine wundervolle Buchhandlung"

Es ist eigentlich eine Schnapsidee: Im Urlaub im Wien entdecken Petra Hartlieb und ihr Mann eine leerstehende alte Buchhandlung, gut gelegen und sehr charmant. Ein Traum entsteht, wie wäre es hier, eine eigene Buchhandlung zu haben, was wäre möglich, wie würde man es angehen? Mehr als Testballon wird ein Angebot abgegeben und plötzlich sind sie Inhaber eines Buchladens in Wien, während sie eigentlich mit den zwei Kindern in Hamburg leben. Und gerade der Teenager ist wenig begeistert von der Idee, Freunde und Schule hinter sich zu lassen, um in Wien mit seinen Eltern neu anzufangen.
Petra Hartlieb erzählt unglaublich charmant und unterhaltsam vom dem teilweise steinigen, aber auch wunderbaren Weg, den sie zurückgelegt hat, um „ihre“ Buchhandlung in Wien zu eröffnen. Sie erzählt von durchgearbeiteten Nächten und anspruchsvollen Kunden ebenso wie von geliebten Stammkunden und Nachbarn, die ungefragt aushelfen oder im Weihnachtsgeschäft die Belegschaft bekochen. Diese verschiedenen Personen fügen sich zu einem wunderbaren Bild zusammen, das den Leserinnen und Lesern einen großartigen Einblick in das Treiben in der Wiener Buchhandlung geben. Der Stil der Autorin ist dabei so wunderbar flüssig und anschaulich, dass man fast selbst mit im Laden steht und im verrückten Weihnachtsgeschäft Bücher nacherzählt und mit der Kasse kämpft. 
„Meine wundervolle Buchhandlung“ von Petra Hartlieb ist eine äußerst unterhaltsame und kurzweilige Geschichte, perfekt für alle, die Bücher so lieben wie die Autorin. Doch man muss auch eine Warnung aussprechen: Die Folge der Lektüre ist, dass man so einige der dort erwähnten Bücher unbedingt lesen möchte und so erst einmal in die nächste Buchhandlung muss. 

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Sonntag, 26. Januar 2020

George Saunders "Fuchs 8"

Fuchs 8 ist ein echter Träumer und er lebt sehr zufrieden mit seinem Rudel in einem Wald in der Nähe der Menschen. Ihn fasziniert die Sprache der Menschen und ihre Geschichten findet er spannend, also lernt er ihre Sprache. Als ein neugebautes Einkaufszentrum die Lebensgrundlage für ihn und alle anderen Tiere zerstört, schreibt er den Menschen einen Brief um seine Lage zu schildern und die Menschen zu mehr Rücksicht und Nettigkeit aufzufordern.
George Sauners Geschichte „Fuchs 8“ ist eines der bewegendsten und gleichzeitig liebesvollsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Der Fuchs schreibt den Menschen so, wie er denkt, dass man die Worte schreibt, die er gehört hat und so muss man sich schon ein bisschen „einlesen“ in die Sprache von Fuchs 8. Doch sein Schicksal ist so rührend und traurig zugleich, dass man sich schnell in die Welt des Fuchses hineinziehen lässt und seine Sichtweise annimmt. Seine Verständnislosigkeit gegenüber dem rücksichtslosen Verhalten der Menschen, denen er doch so viel Respekt und Neugierde entgegengebracht hat, können einen bei der Lektüre einfach nicht unberührt lassen. Hinzu kommen noch die wunderbaren Illustrationen, die die Geschichte begleiten und noch plastischer werden lassen. 
Mich hat „Fuchs 8“ ebenso traurig wie glücklich zugelassen, denn Fuchs 8 ist einfach ein Träumer und auch ein Optimist, er will sich nicht unterkriegen lassen. Ein wirkliches Ausnahmebuch, das einen sicher lange begleitet und immer wieder gelesen werden kann. Zudem ist es in Zeiten von Natur- und Klimaschutz so aktuell, dass man den Spiegel, den Fuchs 8 den Menschen vorhält, nur schwer zur Seite schieben kann. Wirklich ein beachtenswertes Buch!

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Mittwoch, 22. Januar 2020

Petra Hartlieb "Ein Winter in Wien"

Im Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts sucht die junge Marie eine Zukunft für sich. Nach vielen Tiefschlägen findet sie schließlich Arbeit als Kindermädchen bei der Familie des berühmten Dramatikers Arthur Schnitzler. Das Leben dort kommt ihr vor wie das Paradies und die beiden Kinder der Schnitzlers wachsen ihr schnell ans Herz. Und auch ein Mann kann ihr Herz erobern, der Buchhändler Oskar schafft es, dass sie ihr Schneckenhaus verlässt und beginnt, das Leben zu genießen.
„Ein Winter in Wien“ von Petra Harlieb ist eine wunderbare Lektüre, die schöne Unterhaltung mit einem Einblick in das Wiener Gesellschaftsleben rund um Arthur und Olga Schnitzler verbindet. Marie ist ein schüchterner, aber keinesfalls naiver Charakter und so wächst sie einem schnell ans Herz, ebenso wie der junge Oskar Novak, der sein Herz neben Marie den Büchern geschenkt hat, seit er seine Eltern als Kind verloren hat. In der Buchhandlung hat er sein Zuhause gefunden und mit dem Buchhändler Storck eine Ersatzfamilie. Diese verschiedenen Schauplätze aus dem Leben von Marie und Oskar fügt die Autorin wunderbar zu einer schönen Geschichte zusammen, die einem ans Herz geht. 
Mir hat Petra Hartliebs Auftakt zu der Reihe um das Kindermädchen Marie im Hause Schnitzler sehr gut gefallen, „Ein Winter in Wien“ ist ein sehr gelungener und kurzweiliger Roman. 

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