Mittwoch, 24. März 2021

Louis Slobodkin "Versteckt, versteckt, nicht entdeckt"

 

Susanne sucht ein Versteck vor ihren Brüdern, die sie mit einer Spinne erschrecken wollen. Doch wo soll sie sich nur verstecken, damit keiner sie findet? Überall wird sie entdeckt, bis sie plötzlich das perfekte Versteck im Garten findet. 

 „Versteckt, versteckt, nicht entdeckt“ von Louis Slobodkin ist ein nettes Kinderbuch, das ich jedoch auch selbst für kleine Kinder etwas langweilig finde. Die Zeichnungen sind teilweise farbig und teilweise schwarz-weiß, was nicht so richtig zusammenpassen will. Die Geschichte ist zwar ganz nett erzählt, aber es fehlt ein bisschen Witz oder Spannung, um sie wirklich interessant zu machen. 

 Louis Slobodkin hat mit „Versteckt, versteckt, nicht entdeckt“ ein nettes Kinderbuch geschrieben, mit dem man sicher nichts falsch macht, das aber wenig Überraschendes bereit hält.

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Für Kinder ab 4 Jahren. Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Das Buch wurde vom Diogenes Verlags kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 21. März 2021

Marc Elsberg "Der Fall des Präsidenten"

 

Als der ehemalige US-Präsident Turner in Athen aus seinem Privatjet steigt, wird er schon erwartet. Doch nicht vom üblichen Empfangskomitee, sondern von der Polizei und einer Vertreterin des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, dem ICC. Er wird verhaftet und in ein griechisches Gefängnis gebracht. Und damit beginnt ein Krimi um seine Überführung nach Den Haag und die Versuche der USA, ihn aus dem Gefängnis zu bekommen, ohne das Gesicht zu verlieren. 

 Marc Elsberg ist ein Garant für spannende, aktuelle Themen und ihre großartige Umsetzung in mitreißenden Thrillern. Genau das ist ihm auch mit seinem neuesten Roman „Der Fall des Präsidenten“ gelungen. Von der ersten Seite an packt einen die Story und zieht einen tief hinein in die Fallstricke der internationalen Diplomatie. Besonders interessant und gelungen finde ich die detaillierte Ausarbeitung der juristischen und politischen Zusammenhänge, die für die Entwicklung der Spannung ungemein wichtig sind. Denn die USA haben den ICC nie anerkannt und verhindern mit allen Mitteln, dass ein US-Bürger und dazu noch ein ehemaliger Präsident hier angeklagt wird. Gleichzeitig muss die Vertreterin des ICC vor Ort, Dana Marin, plötzlich den ganzen Fall übernehmen, da ihre eigentlich erwartete Hilfe aus Den Haag ausfällt. Diese Elemente zusammen machen aus dem von Anfang an interessanten Fall einen großartigen, hochspannenden Thriller, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.  

Wieder ist Marc Elsberg ein besonderes Buch mit einem einzigartigen Thema gelungen, die Lektüre macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß und reißt einen mit, ich bin einfach begeistert von dem Buch.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Blanvalet Verlags. 

Das Buch wurde vom Blanvalet Verlag über da Bloggerportal kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Samstag, 13. März 2021

Manuela Inusa "Erdbeerversprechen"

 

Amanda und Carter teilen das gleiche Schicksal, beide haben ihren Ehepartner viel zu früh verloren. Doch das wissen die beiden nicht, als sie sich zum ersten mal treffen und sich gleich sympathisch sind. Amanda hat jedoch andere Sorgen, denn die Erdbeerfarm, die sie von ihrem verstorbenen Mann übernommen hat, kommt kaum noch über die Runden und ihre Tochter Jane spricht fast nicht mehr mit ihr. Sie hat sich völlig vergraben und gibt ihrer Mutter die Schuld am Tod ihres Vaters. Auch Carter hat mit seinen Töchtern Sam und Astor mehr als genug zu tun und so nähern sich die beiden nur langsam an.

 „Erdbeerversprechen“ von Manuela Inusa ist der neueste Band ihrer Kalifornien-Reihe und hält was er verspricht. Die Geschichte ist kurzweilig, die Charaktere sind sympathisch und die Story ist unterhaltsam und flüssig geschrieben. Sicher ist das alles etwas einfach gestrickt und es ist sofort klar, wo die Geschichte hinführen wird, dennoch macht die Lektüre Freude wenn man sich darauf einlässt. Allerdings finde ich, dass dieser Band doch Schwächen hat, da einige Konflikte gar nicht richtig aufgelöst werden, wie zum Beispiel von Amanda und ihrer Tochter, der sich einfach von selbst in Luft aufzulösen scheint, ohne dass je ein wirklich klärendes Gespräch stattfindet. Auch die Abneigung von Sam und Jane einander gegenüber verschwindet quasi innerhalb einer halben Seite, ohne dass es wirklich gute Gründe dafür gibt, was ich etwas schade finde. Die Gefühle und Absichten der verschiedenen Charaktere hätte meiner Meinung nach einfach noch viel deutlicher werden müssen. Dann hätte mir das Buch noch besser gefallen und es wäre am Ende nicht das Gefühl geblieben, dass viele Dinge ungeklärt sind. 

 „Erdbeerversperechen“ ist wie alle Bücher von Manuela Inusa wieder ein leichter Liebesroman, der Freude macht. Ich finde jedoch, dass dies ihr bisher schwächstes Buch ist und hoffe sehr auf den nächsten Roman, der im September 2021 erscheinen soll.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Blanvalet Verlags. 

Das Buch wurde über das Bloggerportal von Randomhouse kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Montag, 8. März 2021

Susanne Abel "Stay away from Gretchen. Eine unmögliche Liebe"

 

Der berühmte Nachrichtenmoderator Tom Monderath ist gar nicht begeistert, als er seine Mutter plötzlich nachts in einem Würzburger Krankenhaus einsammeln muss, weit weg vom Wohnort der beiden in Köln. Die alte Dame hatte sich beim Autofahren nicht mehr erinnert, wo sie wohnt und fuhr immer weiter. Tom wird nur langsam klar, dass seine Mutter unter Demenz leidet. Doch in gleichem Maße, wie sie die Gegenwart durcheinanderbringt, öffnen sich die verschlossenen Türen zu ihrer Vergangenheit und sie beginnt, ihrem Sohn zu erzählen: Von der Flucht vor den Russen, ihrer Jugend in Heidelberg und einem großen Verlust, den sie immer vor ihm verheimlicht hat. Toms Bild seiner Mutter gerät ins Wanken und er macht sich daran, ihr einen großen Wunsch zu erfüllen. 

 „Stay away from Gretchen“, der Titel des Romans, galt gleichzeitig als Vorgabe für die amerikanischen Besatzungssoldaten in Deutschland, sich von den deutschen Frauen fernzuhalten. Nicht alle taten das und Greta traf so ihre große Liebe. Der Roman verbindet die Themen Demenz und verdrängte Kriegserinnerungen so geschickt miteinander, dass einen Gretas Geschichte sofort packt. So typisch sie für die damalige Zeit auch sein mag, ist es doch ein sehr persönliche Geschichte, die die Autorin Susanne Abel in ihre Buch erzählt. Nicht ohne Grund ist der Untertitel „Eine unmögliche Liebe“, denn das ist dieser Roman auch ganz besonders: Eine ganz große Liebesgeschichte, die einen berührt und direkt ins Herz trifft. Susanne Abel beschreibt das Schicksal dieser jungen Frau ebenso mitreißend wie die Sorgen und Zweifel, die ihren Sohn Jahre später in Bezug auf die Krankheit seiner Mutter plagen, so dass man von der ersten bis zur letzten Seite einfach mit Begeisterung dabei ist und das Buch kaum noch aus der Hand legen mag. 

 Mir hat „Stay away from Gretchen. Eine unmögliche Liebe“ von Susanne Abel unglaublich gut gefallen. Die geschickte Verbindung zweiter spannender Themen machen den ganze Roman zu einer spannenden und berührenden Geschichte, die einen nicht mehr richtig loslassen will, wenn man sie einmal begonnen hat.

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Das Buch erscheint am 18. März 2021 im dtv Verlag, hier geht es zu weiteren Informationen. 

Das Buch wurde vom dtv Verlag als Rezensionsexemplar über die Plattform www.vorablesen.de kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Sonntag, 28. Februar 2021

Christine Drews "Freiflug"

 

Rita Maiburg möchte als Pilotin bei der Lufthansa arbeiten, doch es sind die 70er Jahre und so erscheint es ganz selbstverständlich, als die Lufthansa sie mit der Begründung ablehnt, man würde für den Job keine Frauen einstellen. Doch Rita will kämpfen und mit Katharina Berner, eine Juristin, die sich schon ihr ganzes berufliches Leben gegen männlichen Klüngel und Vorurteile durchsetzen muss, hat sie die perfekte Partnerin an ihrer Seite. Gemeinsam verklagen sie die Lufthansa und damit auch ihre Anteilseignerin, die Bundesrepublik Deutschland. 

 Aus heutiger Sicht ist es verstörend, welche Steine den beiden Frauen in den Weg gelegt werden und welche Erfahrungen sie auf ihrem Weg zu ihrem Traumberuf machen. Immer schwebt über allem der Vorwurf, einem Mann den Platz wegzunehmen, während man selbst ja eh bald heiraten und dann als Hausfrau leben würde. Die Vorstellung, dass eine Frau selbstbestimmt leben und ihr eigenes Geld verdienen möchte, scheint für die meisten Menschen in den 70er Jahren mehr als irritierend gewesen zu sein. Durch die von Katharina Berner bearbeiteten Rechtsfälle kann die Autorin Christine Drews zudem noch viele andere Beispiele zur Diskriminierung von Frauen einbauen, sei es, dass Vergewaltigung in der Ehe weder Straftatbestand noch Scheidungsgrund war oder dass Frauen bestimmte Tätigkeiten verwehrt wurden, weil sie angeblich zu emotional und einmal im Monat ja auch hormonell völlig außer Kontrolle wären. Einen kann bei der Lektüre nur die kalte Wut überkommen, wie lange dieses Denken sich tatsächlich gehalten hat und auch wenn schon viel erreicht wurde, zeigt das Beispiel Rita Maiburg, dass mann immer weiterkämpfen muss und sich nie zufrieden geben darf, wenn es im Alltag und im Berufsleben zur Diskriminierungen kommt, nur weil man ein anders Geschlecht hat, als vielleicht der Großteil der tätigen Personen. Zwar war Rita Maiburg die erste Linienflugkapitänin der Welt, doch bis heute sind Pilotinnen noch eine Randerscheinung. Dies zeigt deutlich, dass Rita Maiburgs Kampf noch nicht zu Ende geführt ist. 

 Christine Drews hat mit „Freiflug“ einen spannenden und mitreißenden Roman geschrieben, der sich wunderbar lesen lässt und sicher nicht nur für Leserinnen einen tollen Einblick in den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung bietet. Ein großartiges Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des DuMont Buchverlags. 

Mittwoch, 24. Februar 2021

Benedict Wells "Hard Land"

 

Missouri 1985, Sam ist ein Teenager und will eigentlich nur das Leben genießen und mit Freunden zusammensein. Doch das Leben ist anders, seine Mutter ist todkrank und Freunde hat er auch keine. Ein Ferienjob im Kino soll ihn in dieser Düsterheit Ablenkung schaffen. Dort findet er nicht nur überraschend Freunde, er verliebt sich auch und so wird der Sommer 1985 für ihn ein ganz besonderer Sommer, ein Sommer der Liebe, ein Sommer voller Freude und Freundschaft und der Sommer, in dem er erwachsen werden muss, ob er will oder nicht. 

 „Hard Land“ beschreibt das Leben von Sam auf berührende Weise, schon nach wenigen Seiten ist man vollständig abgetaucht in Sams Welt und wird mitgerissen wie von einem guten Song oder spannenden Film, der einen von der ersten Sekunde an gefangen nimmt. Sam lebt auf einem schmalen Grat aus Freude über das Leben, das er plötzlich hat und die ständige Angst und Sorge um seine Mutter, deren Krankheit zu Hause wie eine düstere Wolke über allem schwebt, ebenso wie die Arbeitslosigkeit seines Vaters. Alles was er unternimmt, wirkt wie ein Flucht vor diesen Sorgen und dabei versteht man ihn einfach so gut und Benedict Wells beschreibt seine Gefühlswelt und Intentionen so nachvollziehbar, das man ihm als Leser oder Leserin einfach nur wünscht, er möge diesen Sommer genießen, möge jede Sekunde auskosten, jeden Sonnenstrahl auf der Nase spüren, der von morgens bis abends vom Himmel fällt. Jede der vier Figuren in der neuen Clique hat ihre Probleme und Eigenarten, doch bei der Lektüre hat Sam für mich alles zusammengehalten, aus seinem Blickwinkel lernen wir alle Figuren kennen, seine Einschätzung führt uns in ihre Welt ein. Selten hat mich eine Hauptfigur so berührt wie Sam, der zerrissen ist zwischen der Angst um seine Mutter und der Lust am Leben und dem der Autor Wells dennoch mit soviel Zuneigung und Verständnis begegnet, dass er einfach beides haben darf, den schlimmsten besten Sommer seines Lebens. 

 Benedict Wells schreibt großartige Geschichten mit sehr viel Gefühl, ohne auch nur an den Rand des Kitsch zu geraten. Die Emotionen sind ehrlich und glaubwürdig und so hat er es wieder einmal geschafft, dass ich ein Buch von ihm zur Seite gelegt habe und erst einmal kein neues beginnen wollte, denn innerlich war ich immer noch bei Sam in Missouri und habe mit ihm und seinen Freunden im Kino einen alten Film geschaut.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Freitag, 19. Februar 2021

Christoph Peters "Dorfroman"

 

Hülkendonck ist ein kleines Dorf am Niederrhein, in dem der Erzähler in den 70er Jahren aufwächst. Als dort ein neuartiges Atomkraftwerk gebaut werden soll, wird der Ort in zwei Teile gespalten und der Protagonist sieht sich erstmals in der Situation, die Meinungen und Entscheidungen seiner Eltern zu hinterfragen. Er lernt mit Juliane eine Gegenaktivistin kennen und verliebt sich in sie. Dreißig Jahre später ist er zurück in seinem Elternhaus und es ist, als wäre die Zeit dort stehengeblieben. 

 In „Dorfroman“ beschreibt Christoph Peters die gesellschaftliche Spaltung der 70er Jahre am Beispiel des kleinen Ortes Hülkendonck, konservative Katholiken treffen auf linke Freigeister, größer konnte der Unterschied kaum sein. Der Erzähler wird erstmals mit „der Welt da draußen“ konfrontiert und beginnt, vieles zu hinterfragen, was er bisher einfach hingenommen hat. Nicht nur die Eltern, auch die Kirche als Institution verliert ihre Vorbildfunktion und so sucht er sich ein neues Umfeld, das er mit Juliane und der Aktivistenszene vor Ort auch findet. Die ganze Entwicklung beschreibt Peters auf sehr ruhige, geradezu beschauliche Art und Weise, wie es zu einem Dorf wie Hülkendonck ursprünglich auch gepasst hatte. Bevor der Reaktor kam und das Dorf wie wild geworden auf einander losging. Es hat etwas gedauert, bis ich mich an das Tempo und die Sprache des Autors gewöhnt hatte, doch dann hat er mich voll und ganz in die Welt hineingezogen, die er in „Dorfroman“ geschaffen hat. Besonders die innere Zerrissenheit des Protagonisten und seine beginnende Abgrenzung von den für ihn bisher als selbstverständlich angenommene Strukturen beschreibt Peters detailliert und nachvollziehbar, die Liebe zu Juliane als erste Liebe ist schwierig und führt ihn dennoch auf einen eigenen Weg, den er so vorher nicht gekannt hat. 

 Mir hat „Dorfroman“ von Christoph Peters sehr gut gefallen, ein Roman mit einer ganz eigenen Sprachmelodie und einem ganz eigenen Tempo. auf das man sich einlassen muss. Doch dann wird man den Streit in Hülkendonck mit Spannung verfolgen können und mit dem Erzähler und seiner jugendlichen Begeisterung mitfiebern.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Luchterhand Literaturverlags.