Samstag, 6. Juni 2020

Anna Hope "Was wir sind"

Cate, Hannah und Lissa sind Freundinnen seit langer Zeit, inzwischen sind sie Mitte 30 und schauen auf ein mehr oder weniger erfolgreiches Leben. Während Cate überraschend schwanger wurde, versucht Hannah seit langem mit ihrem Manne in Kind zu bekommen und daran droht ihre Ehe zu zerbrechen. Lissa lebt nach wie vor ihren Traum, Schauspielerin zu werden, doch der Erfolg bleibt aus und immer öfter hadert sie mit ihrem fortschreitenden Alter. Es sind sehr alltägliche Probleme und Sorgen, die die drei umtreiben und so berühren einen die Geschichten beim Lesen sehr schnell.
Besonders gut gefällt mir bei diesem Roman der Aufbau, durch das ständige Wechselspiel aus Gegenwart und Vergangenheit lernt man als Leserin oder Leser ständig neue Facetten der Figuren kennen und versteht auch ihre Handlungen immer besser. Obwohl die Themen eigentlich sehr ernst und für die Figuren oft existentiell sind, ist der Schreibstil von Anna Hope sehr fließend und leicht, die Lektüre rauscht einfach dahin, ohne große Brüche oder Unterbrechungen. Dieser Kontrast macht für mich auch das spannende des Romans aus, denn die Figuren sind keineswegs oberflächlich oder klischeehaft, sondern gewinnen mit der Zeit eine große Tiefe und sprechen einen unweigerlich an. Man leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen, hofft mit ihnen, bei allem was die Autorin beschreibt.
Mir hat „Was wir sind“ ausgesprochen gut gefallen und selten fand ich auch einen Titel so gut gewählt wie hier. Ein absolut gelungener Roman, der einen einen schnell in seinen Bann zieht und nicht loslässt. 

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Hanser Verlags. 

Samstag, 23. Mai 2020

Brigitte Riebe "Die Schwestern vom Ku'damm. Tage der Hoffnung"

Florentine ist die jüngste der drei Thalheim-Schwestern und Ende der 50er Jahre soll endlich ihr Traum in Erfüllung gehen: Sie will als Künstlerin Erfolg haben und keineswegs mit in dem ihrer Meinung nach zu konservativen Kaufhaus der Familie arbeiten. Nach einer Zeit in Paris will sie an der Berliner Akademie der Künste studieren und setzt alles daran, dort aufgenommen zu werden. Doch die Familie Thalheim lässt sich natürlich nicht abschütteln und so steht auch Florentine stets zwischen ihrem Leben als Künstlerin und ihrer Familie und deren Wünschen und Ansichten. 
Die Reihe um „Die Schwestern vom Ku’damm“ von Brigitte Riebe überzeugt besonders durch den flüssigen Schreibstil der Autorin und die sympathischen Protagonistinnen, die sich den großen und kleinen Problemen ihres Lebens und den zeitgeschichtlichen Herausforderungen stellen müssen. Im dritten Band geht es hierbei um die voranschreitende Trennung von Ost- und Westberlin, die mit dem Mauerbau 1961 ihren Höhepunkt erreicht. Florentine ist als Fotografin unterwegs und berichtet für die Leserinnen und Leser aus ihrer direkten Sicht auf die Geschehnisse. So entsteht eine spannende Perspektive, die historische Tatsachen perfekt in die fiktive Geschichte um die Thalheims einbindet. 
Brigitte Riebes Roman „Tage der Hoffnung“ ist ein sehr unterhaltsamer und kurzweiliger historischer Roman, der den Schwerpunkt ganz klar auf die Frauenrollen legt, Männer sind hier nur Nebendarsteller. Ein sehr schöner Abschluss für die Ku’damm-Trilogie um die Thalheim-Schwestern. 

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Mittwoch, 20. Mai 2020

Anette Hinrichs "Nordlicht. Die Spur des Mörders"

Ein toter Mann wird in Flensburg vor einem Denkmal zur deutsch-dänischen Freundschaft gefunden, ein verzwickter Fall für das Ermittlerteam aus beiden Ländern. Als auch noch klar wird, dass der Tote Mitglied der dänischen Minderheit war und auf der Suche nach seiner Familiengeschichte, nachdem er in einem dänischen Flüchtlingscamp nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde, wird die Geschichte immer brisanter. Die Ermittler Rasmus  Nyborg und Vibeke Boisen haben darüber hinaus jeder seine privaten Probleme, so dass keineswegs Langeweile aufkommen kann. 
Dies ist bereits der zweite Fall der deutsch-dänischen Ermittlungsgruppe mit dem sympathischen Ermittlerduo und dieser Band ist genauso gelungen wie der erste. Im Mittelpunkt steht ein spannender Kriminalfall, der zudem noch interessante Hintergründe über die deutsch-dänischen Beziehungen und ihre Geschichte vermittelt. Darüber hinaus schaffen die Protagonisten mit ihren privaten Geschichten neue Handlungsstränge, die auch über einen Band hinaus fortgeführt werden, was die Lektüre noch unterhaltsamer macht und einen zudem an die Figuren bindet. Rasmus ist eher der Rebell, der sich nach dem Tod seines Sohnes nur schwer unter Kontrolle hat, während Vibeke fast streberhaft die Regeln befolgt und als Tochter eines Polizisten auch ein bestimmtes Bild von diesem Berufsstand hat, dem sie nacheifern möchte. Diese Ausgangsposition verschafft viel Reibungsfläche und treibt die Handlung so mit vielen Diskussionen weiter voran und den Fall gleichzeitig näher an seine Lösung. Die Autorin Anette Hinrichs schafft es dennoch, stets die Kriminalhandlung in den Vordergrund zu stellen, was für ein in sich runde und schlüssige Story sorgt. 
Der zweite Band der Nordlicht-Reihe mit dem Titel „Die Spur des Mörders“ ist ein spannender und absolut gelungener Krimi, der Lust auf mehr Fälle des Ermittlerduos Boisen und Nyborg macht. 

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Hier geht es zu weitern Informationen des Blanvalet Verlags. 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Martin Walker "Connaisseur"

Bruno, Polizist im Périgord, muss in diesem Krimi den Tod einer amerikanischen Studentin untersuchen. Nach einem Vortrag fiel die junge Frau in einen Brunnen und wurde später dort tot aufgefunden. Doch wer sollte ein Interesse daran haben, diese sympathische Frau umzubringen? Oder handelt es sich doch um einen Unfall? Die Zusammenhänge lassen Bruno nicht daran glauben und so setzt er alles daran, den Tod aufzuklären. 
Es ist schwer, immer etwas neues zu Martin Walkers Krimis zu schreiben, ist doch das Prinzip immer dasselbe: eine sympathische Hauptfigur, die das Leben, Essen und Trinken im Périgord liebt, die Leute dort kennt und zudem noch ein kluger Kriminalist ist. Doch dieses Schema will ich keineswegs kritisieren, im Gegenteil, ich liebe die Krimis rund um den Polizisten Bruno, die Gespräche an seinem Esstisch mit Freunden und die genaue Beschreibung der typischen regionalen Gerichte, die der begeisterte Hobbykoch Bruno zubereitet. Daneben ist auch dieser Kriminalfall wieder sehr spannend und gleichzeitig perfekt in die Geschichte und Tradition des Périgord eingebunden. Es macht einfach Freude, Walkers Krimis zu lesen, die für mich die perfekte Mischung als Lokalkolorit und spannender Krimihandlung auszeichnet. 
„Connaisseur“ von Martin Walker ist ein großartiger Krimi, spannend und gleichzeitig wunderbar dahinfließend vor der wunderschönen französischen Landschaft. Wer Bruno liebt, wird auch von diesem Roman wieder begeistert sein. 

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Dienstag, 28. April 2020

Richard Scary "Die schönsten Märchen für Kinder"

Was ein Märchenbuch in neben den Geschichten in erster Linie braucht, sind meiner Meinung nach Zeichnungen und Bilder, die die Kinder ansprechen und die Handlung unterstreichen. Genau das ist Richard Scary bei seinem Buch „Die schönsten Märchen für Kinder“ sehr gut gelungen. Die bunten und abwechslungsreichen Bilder ermöglichen es den jungen Leserinnen und Lesern oder auch Zuhörern beim Vorlesen schnell einen Bezug zu den Figuren herzustellen. Durch das große Format können auch schon kleine Kinder die verschiedenen Bilder sehr gut erkennen und das Vorlesen macht einfach doppelt Spaß. Zudem ist das Buch sehr schmal und umfasst nur ein paar wenige Märchen, so dass es auch gut einmal mit transportiert werden kann, im Gegensatz zu vielen Märchenbüchern, die zwar den Anspruch auf Vollständigkeit haben, dadurch aber eben auch sehr schwer sind, also nichts zum Einpacken fürs Wochenende bei den Großeltern. 
„Die schönsten Märchen für Kinder“ ist ein gelungenes und schön illustriertes Buch, zum Vorlesen und selber Lesen gleichermaßen geeignet und daher passend für Kinder in den verschiedensten Altersgruppen. 

Sonntag, 26. April 2020

Caren Benedikt "Das Grand Hotel. Die nach den Sternen greifen"

Das Grand ist in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts das beste Hotel in Binz auf Rügen und Bernadette von Plesow, die Inhaberin, hat hart für den Erfolg gearbeitet. Ihre Söhne sind beide Hoteliers, Alexander mit ihr im Grand und Constantin betreibt ein eigenes Hotel in Berlin, lediglich die Tochter Josephine sucht noch ihren Weg als Künstlerin und lebt in den Tag hinein. Doch Bernadette hütet auch Geheimnisse für ihren Erfolg und die drohen sie jetzt auch wieder einzuholen. 
"Das Grand Hotel“ ist ein echter Schmöker, ein historischer Roman mit vielen Emotionen und menschlichen Schicksalen, dafür weniger historischen Details. Der Stil der Autorin Caren Benedikt ist sehr flüssig und sie hat mit der Familie von Plesow äußerst interessante Charaktere geschaffen, die viel Raum für Entwicklung geben und die Handlungsstränge vorantreiben. All das führt zu einer unterhaltsamen und leichten Lektüre, wie geschaffen für lange Nachmittage, an denen man in einer Geschichte versinken und sich einfach unterhalten lassen möchte. 
Mir hat „Das Grand Hotel. Die nach den Sternen greifen“ gut gefallen, das Wechselspiel zwischen Berlin und Binz bot ebenso viel Unterhaltung wie das abwechslungsreiche Personal und der historische Rahmen. Ein gelungener Auftakt zu einer sicher interessanten Romanreihe. 

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Samstag, 18. April 2020

Claire Hoffmann "Das Knistern der Sterne"

Stella steht an einem Tiefpunkt ihres Lebens, von ihrem Mann getrennt und arbeitslos ist sie in einer Jugendherberge am Wannsee untergekrochen und bemitleidet sich selbst. So findet Balthasar sie und macht ihr ein Angebot: Sie begleitet ihn auf eine Kreuzfahrt, er übernimmt alle Kosten. Einzige Bedingung, sie muss dem älteren menschenscheuen Herren beim Abendessen Gesellschaft leisten und ihn so am Leben auf dem Schiff teilhaben lassen. Stella sagt kurzerhand zu und eine seltsame Reise beginnt. 
Die Geschichte klingt für mich zunächst irgendwie banal und kitschig und so wurde ich positiv überrascht. Stella ist eine interessante Figur, die sich selbst viel vorgemacht hat und jetzt vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens steht. Und Balthasar ist ein großer Geheimniskrämer, man kommt ihm nur schwer bei und auch Stella verzweifelt daran, dass er so wenig von sich Preis gibt. Diese Konstellation und die kleinen und großen Geschichten an Bord haben mir sehr gut gefallen, der Stil der Autorin Claire Hoffmann ist sehr ansprechend und locker unterhaltsam.
„Das Knistern der Sterne“ ist ein nette und leichte Unterhaltung mit interessanten Figuren und einer guten Idee für die Handlung, von der aus dann eigentlich alles fast von alleine läuft. Eine gelungenes Buch, das einen problemlos an einem sonnigen Nachmittag auf dem Balkon unterhalten und ein wenig träumen lassen kann.  

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Hier geht es zu weitern Informationen des Diana Verlags.