Sonntag, 4. Oktober 2020

Laura Walden "Die Melodie der Zauberbucht"

 

Stella Wilson lebt als Muschelzüchterin auf einer traumhaften Insel in Neuseeland und zieht ihre Tochter Holly dort alleine groß. Hollys Vater ist ein berühmter britischer Pianist, von dem Stella sich getrennt hat, bevor sie von ihrer Schwangerschaft wusste. Denn ihre Mutter hatte sie davon überzeugt, dass ein Fluch auf allen Frauen liegen würde, die auf der Insel Taupathiti leben, ihnen wäre die Liebe nicht vergönnt und eine Beziehung würde ihre große Liebe in den Tod und alle ins Verderben treiben. Jahre später ist Holly erwachsen und studiert Musik auf dem Festland und Hollys Vater kündigt bei Stella einen Besuch an - wird Stella ihr Geheimnis für sich bewahren oder gibt sie der Liebe noch eine Chance? 

Laura Waldens Neuseeland-Romane zeichnen sich durch große Liebesgeschichten vor schöner Kulisse aus. Auch in diesem Fall bekommt man einen guten Einblick in die landschaftliche und kulturelle Vielfalt des Landes, während Stella darum kämpft, mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Die ganze Geschichte ist schön und flüssig geschrieben und man fühlt sich beim Lesen gut unterhalten, viele Überraschungen gibt es jedoch nicht und die Geschichte ist recht vorhersehbar. Das ist jedoch in diesem Genre nicht überraschend und so kann man mit diesem Roman viel Freude haben, wenn man sich darauf einlässt, was einen erwartet. 

 „Die Melodie der Zauberbucht“ ein schöner Liebesroman vor hübscher Kulisse, eine leichte Lektüre, die einem wenig abverlangt aber durchaus gut unterhält.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Bastei Lübbe. 

Samstag, 19. September 2020

Kent Haruf "Kostbare Tage"

 


Dad Lewis lebt in dem kleinen Ort Holt in Colorado. Er ist alt, schwer krank und wird von seiner Tochter Lorraine und seiner Frau Mary gepflegt. Nur der Sohn Frank, mit dem er sich vor Jahren zerstritten hat, kommt nicht um Abschied zu nehmen. Holt ist eine typische Kleinstadt, die Nachbarn nehmen Anteil an seinem Schicksal, auch der neue Pfarrer kommt zu Besuch. Der ist kürzlich mit seiner Frau und seinem Sohn nach Holt versetzt worden, doch auch dort sorgt er schnell wieder für einen Skandal. Trotz allem läuft das Kleinstadtleben weiter. 

 Es der vierte Roman von Kent Haruf über die Kleinstadt Holt in Colorado und niemand kann das typische Leben in einer amerikanischen Stadt so gut beschrieben wie er. Neben den großartigen Beschreibungen der individuellen Charaktere sind es die kleinen Nebensätze, die das Leben so plastisch und den Roman zu etwas Besonderem machen. Man hat sofort ein Gefühl für das Leben in der Kleinstadt, das Klima, das Verhalten der Menschen, was man tut und was sich gemäß der Leute einfach nicht gehört. Es ist ein friedliches Leben, das ein Ausbrechen aus Konventionen jedoch nur schwer verzeiht. Und so suchte Dads Sohn das Weite und den Pfarrer treibt es in einen handfesten Skandal. 

 „Kostbare Tage“ beschreibt die letzten Tage des geachteten Bürgers Dad Lewis in Holt auf eine gelungene und einfühlsame Weise, die einen sehr bewegt und gleichzeitig mit viel Leichtigkeit unterhält. Kent Harufs Roman sind immer etwas Besonderes und das trifft auch auf diesen zu.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diogenes Verlags. 

Samstag, 12. September 2020

Paula Hawkins "Into the water"

 

Beckford ist der Ort von Julias KIndheit, an den es sie aus einem traurigen Grund zurücktreibt: Ihre Schwester Nel soll sich im dortigen Fluss umgebracht haben, dem Drowning Pool. Dieser ist berühmt für viele Frauen, die dort schon den Tod gefunden haben. Doch die Geschichte um Nel ist nicht so einfach wie gedacht, eine Verbindung zum Tod eines jungen Mädchens kurz vorher tut sich auf und auch der ermittelnde Polizist ist nicht unbelastet, starb doch auch seine Mutter schon im Drowning Pool. 

 Paula Hawkins Roman „Into the water“ ist psychologisch perfide konstruierte Hochspannung, die die Leserinnen und Leser mitnimmt auf eine Reise voller Grusel und Nervenkitzel. Die Figuren sind allesamt so unklar, dass man ihnen alles zutrauen würde und nie sicher ist, bei wem Böses zu vermuten ist und ob es überhaupt Gute in dieser Geschichte gibt. Man begibt sich in die Handlung, wird von ihr gefangen genommen und kann nicht mehr aufhören, weiterzulesen um dem Geheimnis um das Wasser auf die Spur zu kommen.

 „Into the water“ ist einfach unglaublich spannend und mitreißend geschrieben, ein großartiges Buch, das versteht einen zu packen und bis zur letzten Seite nicht mehr wieder loszulassen.

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Blanvalet Verlags. 

Sonntag, 6. September 2020

Claire Winter "Kinder ihrer Zeit"

Alice und Emma sind Zwillinge und werden auf der Flucht aus Ostpreußen im Zweiten Weltkrieg getrennt. Während Emma mit ihrer Mutter in Westberlin aufwächst, kommt Alice in ein Heim in Brandenburg und wird überzeugte Sozialistin. Geprägt von diesen unterschiedlichen Erfahrungen erleben sie Berlin in den 50er und 60er Jahren, eine geteilte Stadt, die gleichzeitig noch völlig durchlässige Grenzen hatte - bis die Mauer gebaut wird. 

 „Kinder ihrer Zeit“ ist der Titel von Claire Winters neuestem Roman und besser hätte man die Geschichte gar nicht zusammenfassen können. Denn genau das sind die beiden jungen Frauen Emma und Alice. Die Autorin beschreibt die Leben der beiden aus den unterschiedlichsten Perspektiven, Freunde und Bekannte spielen eine große Rolle und so ist man als Leser schnell mitgerissen von den Lebensgeschichten dieser unterschiedlichen Figuren. Gleichzeitig vermittelt der Roman einen großartigen Einblick in die historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der 50er Jahre in Berlin als geteilter Stadt. Heute ist es schwer vorstellbar, dass die Menschen damals noch in einem Stadtteil wohnten und im anderen arbeiteten, Essen gingen, Freunde trafen. Erst Anfang der 60er wurde die Mauer gebaut, die in diesem Fall auch das Leben von Emma und Alice völlig erschüttert. 

 Mich hat „Kinder ihrer Zeit“ restlos begeistert, der Roman ist mitreißend und emotional geschrieben und gleichzeitig gut recherchiert. Diese Kombination bewegt einen bei der Lektüre auch persönlich und so ist man schnell gefangen im Schicksal dieser gegensätzlichen jungen Frauen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Hier geht es zu weiteren Informationen des Diana Verlags. 

Montag, 24. August 2020

Barbara Wood "Das goldene Tal"

 

Anfang des 20. Jahrhunderts wandern die Schallers von Deutschland nach Kalifornien aus um dort Wein anzubauen. Clara ist jung und neugierig und hat ihren Mann Wilhelm gerade erst geheiratet. Dessen Vater Jakob und sein Bruder Johann wollen gemeinsam mit den beiden das Weingut aufbauen. Doch mit dem Tod des Vaters zerstreiten sich die Brüder und die Familie lebt getrennt und doch als Nachbarn nebeneinander. Hundert Jahre später will Claras Urenkelin Nicole das Weingut verkaufen und erfährt in alten Briefen alles über die alte Familienfehde. Hat etwa auch die Leiche, die auf dem Weingut gefunden wird, etwas damit zu tun? 

Barbare Wood ist seit Jahrzehnten eine Garantin für gute Unterhaltungsliteratur mit viel historischem Einfluss. Auch ihr neuester Roman „Das goldene Tal“ bildet hier keine Ausnahme. Die Zeitsprünge zwischen Claras und Nicoles Lebenszeiten sorgen für Spannung und machen die Lektüre gleichzeitig unterhaltsamer, die schwelende Geschichte zwischen Nicole und dem eigentlich verhassten Nachbarn Lucas macht deutlich, dass der Familienzwist sich bis in die heutige Zeit gezogen hat. Was wirklich dahinter steckt, löst sich nur ganz allmählich auf und so ist man schnell gefangen in dieser Geschichte rund um die Pioniere, die Richtung Westen aufbrachen um ein völlig neues Leben zu beginnen. Nicht jeder war erfolgreich, doch Claras Familie kämpft jeden Tag darum, dass es sich gelohnt hat.

 „Das goldene Tal“ ist ein sehr schöner historischer Roman, der eine spannende Episode in der Geschichte der Vereinigten Staaten beleuchtet, besiedelt von Menschen aus aller Welt, die Freiheit und eine Zukunft suchten. Das beschreibt Barbara Wood sehr gelungen am Bespiel der Schallers. Mir hat der Roman gut gefallen und die Lektüre hat viel Freude gemacht, wer einen schönen Schmöker sucht, hat hier genau das richtige Buch gefunden.


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Hier geht es zu weiteren Informationen der S. Fischer Verlage. 

Donnerstag, 20. August 2020

Hanna Caspian "Gut Greifenau. Goldsturm"

 

Das Leben auf Gut Greifenau geht endlich weiter. Der Erste Weltkrieg ist beendet und Deutschland leidet unter den hohen Reparationszahlungen an die Siegermächte. Auch das Gut bleibt von den Entwicklungen nicht verschont, mit Getreide und anderen Produkten lässt sich kaum Geld verdienen, hinzu kommt die hohe Inflation, die zahlreiche Menschen in die Armut treibt. Während Konstantin und Rebecca versuchen, Greifenau am Laufen zu halten, lebt Katharina mit ihrem Mann Julius in Berlin in besten Verhältnissen. Doch ihre Unzufriedenheit wächst, hatte ihr Ehemann ihr doch versprochen, ihr ein Medizinstudium zu ermöglichen. 

Hanna Caspians vierter Band der Greifenau-Saga schließt nahtlos an den Vorgängerroman an und überzeugt wieder durch gute Geschichten vor historischem Hintergrund. Sehr gut werden hier Land- und Stadtleben in den 20er Jahren gegenüber gestellt und gleichzeitig das Leben der Wohlhabenden vor dem Hintergrund steigender Armut in den Städten thematisiert. Die Figuren bleiben sympathisch und bringen die Geschichte konstant voran. Ich hätte mir ein paar mehr neue Charaktere und Wendungen gewünscht, um die Geschichte noch unterhaltsamer und spannender zu machen, stellenweise plätschert die Handlung meiner Meinung nach etwas zu langsam dahin. Das ist jedoch nicht dramatisch, denn der flüssige und anschauliche Schreibstil der Autorin sorgen für gute Unterhaltung. 

Mir hat „Gut Greifenau. Goldsturm“ wieder gut gefallen, die Handlung hätte etwas mehr Abwechslung und Spannung vertragen, doch wer die ersten drei Bände mochte, wird auch am vierten Band der Reihe viel Gefallen finden.


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Hier geht es zu weiteren Informationen des Verlags Droemer Knaur. 

Donnerstag, 30. Juli 2020

Zehn Fragen an Alexandra Zöbeli

© Carole Fleischmann

Alexandra Zöbeli begeistert regelmäßig mit schönen Romanen, die in den zauberhaftesten Landschaften Groß- britanniens spielen. Anlässlich ihres neuen Roman "Ein Schotte im Gepäck" könnt ihr hier noch einmal den Frageboge "Zehn Fragen an..." nachlesen, den sie bereits vor zwei Jahren für Sarahs Bücherregal ausgefüllt hat. 

1) Am frühen Morgen - Kaffee oder Tee?

Tee und später am liebsten einen Cappuccino.

2) Wofür sind Sie dankbar?

Dass ich das Glück habe in einem Land zu leben, in dem Frieden herrscht. Für meinen Mann, meine Familie, meine beiden vierbeinigen Kumpanen und meine Freundinnen. Dass wir Arbeit haben, ein Dach über dem Kopf, gesund sind und dafür, dass ich so wunderbare Leserinnen und Leser habe. Ich könnte noch weiter aufzählen, denn ich bin wirklich dankbar, so ein Glückskind zu sein.

3) Urlaub – in die Berge oder an den Strand?

Rumliegen liegt mir gar nicht. Bei einem Strandurlaub auf den Malediven wurde ich wohl aus lauter Langeweile krank *lach*. Auch wenn ich das Meer wirklich sehr liebe, brauche ich etwas mehr als „nur“ Strand. Daher würde ich mich wohl für die Berge entscheiden, diejenigen am Meer *grins*… Mount Snowdon in Wales zum Beispiel.

4) Ihr Lieblingsbuch?

Ein Lieblingsbuch habe ich eigentlich gar nicht. Ich lese viel und gern, weil ich süchtig nach Geschichten bin. Ich gestehe aber, dass ich ein Buch selten mehr als ein Mal lese. Ich mag aber die Bücher von Katie Fforde, Robin Pilcher, Barbara Delinsky und Luanne Rice. Sie zaubern mir immer wunderbares Kino in den Kopf.

5) Ihr Tipp, wenn es mal stressig wird?

Ruhe bewahren und eines nach dem anderen erledigen. Flippt man nämlich aus (was ich auch ganz gut kann), kann man nicht mehr logisch denken und kriegt gar nichts mehr gebacken. Manchmal hilft auch eine kurze Teepause einzulegen, um danach wieder konzentrierter an die Sache rangehen zu können.

6) Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

The Walled Garden von Jules Hudson. Das ist kein Roman, sondern ein Gartenbuch über die Geschichte der englischen Walled Gardens. Natürlich gewährt das Buch auch Einblicke in diverse britische Gärten, die ich unbedingt besuchen möchte😊.

7) Welches Buch können Sie immer wieder lesen?

Hmm, wie oben geschrieben, ich lese kaum ein Buch zwei Mal. Lieber habe ich immer wieder neue Geschichten, da kann ich einfach nicht genug davon kriegen.

8) Ihr Berufswunsch als Kind?

Oh, ich glaube, da gab es einiges wie Köchin, Konditorin, Tierärztin, Tierpflegerin, Bäuerin, Seiltänzerin, … Als ich den Film „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ gesehen hatte, wollte ich auch kurz mal Schauspielerin werden, damit ich mit Michael Douglas durch den nächsten Urwald rennen konnte … Tja, da ich aber weder Talent noch das Aussehen habe, habe ich mich am Ende zu einer Ausbildung als Kauffrau entschieden.

9) Mit wem würden Sie gerne einen Tag Ihr Leben tauschen?

Mit meinem Kater. Der darf am Morgen liegen bleiben und meint höchsten, ob wir bitte die Haustür leise von aussen schliessen könnten, damit er nicht aufwacht. Wenn er sein Futter nicht mag, wird es so lange stehen gelassen, bis Frau Zweibeiner ihm etwas anderes serviert, damit er nicht tot umfällt. Es wird ihm die Tür aufgehalten und der Bauch gekrault, wenn er mal von seinem Mittagsschläfchen an der Sonne zurückkehrt. Irgendwas mache ich wohl einfach falsch in meinem Leben *seufz* :o).

10) Und zum Abschluss - Sie haben drei Wünsche frei! Was wünschen Sie sich?

1. Wunsch: Dass wir Menschen mit den Tieren endlich anständig umgehen und sie als Lebewesen und nicht als Dinge behandeln.

2. Wunsch: Dass wir respektvoller miteinander umgehen. Damit meine ich, dass ein „Danke“, „Bitte“, „Hallo“ und „Tschüss“ wieder selbstverständlich werden sollte. Dass es einem wirklich interessiert, wenn man den anderen fragt: „Wie geht es dir?“
Manchmal habe ich den Eindruck, wir benehmen uns nicht viel anders als Trump, mit seinem „America first“. Jeder schaut in erster Linie nur noch für sich, das finde ich sehr bedenklich.

3. Wunsch: Mein letzter Wunsch ist ein egoistischer: Ich wünsche mir Gesundheit für meine Familie, meine Liebsten und nicht zuletzt auch für mich selbst.


Hier geht es zu meiner Rezension von Alexandra Zöbelis neuem Roman "Ein Schotte im Gepäck". Doch auch die anderen Romane der Autorin kann ich nur empfehlen. Bisher erschienen sind folgende Titel: