Viele
Cocktailbücher sind eine simple Aneinanderreihung von Rezepten, also eher ein
Kochbuch für Cocktails als wirklich informativ und mit Hintergrundinformationen
aufbereitet. Von diesen Büchern hebt sich „Mixen. Das Cocktailbuch“ von Franz
Brandl positiv ab. Schwerpunkt des Buches sind nicht die Rezepte, sondern die
Erklärungen zu verschiedenen Spirituosen und Alkoholika. Sortiert nach
Grundzutat findet man hinter dem jeweiligen Hauptinhalt dann auch immer einige
Rezepte, sowohl Klassiker als auch mir bisher unbekannte Kreationen.
Mir gefällt das
Buch ausgesprochen gut, da es viele spannende Hintergrundinformationen liefert,
auch zu bekannten Marken. Seit wann gibt es eigentlich bestimmte Gin-Marken,
zum Beispiel den Beefeater, den zwar fast jeder schon mal im Supermarkt gesehen
hat, aber wer weiß schon was es mit dem Namen und der Geschichte auf sich hat?
Gleiches gibt es auch für verschiedenste Whiskeysorten und Marken und von
Champagner über Sekt und Prosecco bis hin zu „Nischenzutaten“ wie zum Beispiel
Pfefferminzlikör.
Meiner Meinung
nach eignet sich „Mixen“ von Franz Brandl ebenso super für alle, die mit dem
Cocktailmixen anfangen wollen wie für Fans, die zu den bekannten Rezepten
einfach mehr Informationen zu den Inhaltsstoffen wollen. Der Rezepteteil ist
sehr schlicht gehalten, aber die Anleitungen sind leicht verständlich und am
Ende des Buches findet sich sogar noch eine sehr schöne Übersicht zu
verschiedenen Gläsersorten und Tipps für Eigenkreationen. Ich kann dieses Buch
nur weiterempfehlen.
Nach dem Tod des
US-Außenministers auf einer Münchener Konferenz wird bei seiner Obduktion eine
seltsame Veränderung am Herzen festgestellt, die auf Bioterrorismus hindeutet.
Gleichzeitig wird in Afrika einer Art superresistenter Mais entdeckt, in Indien
hochgradig weiterentwickelte Ziegen. In den USA versuchen Helen und Greg schon
lange ein Kind zu bekommen. Als sie sich für künstliche Befruchtung
entscheiden, bekommen sie das Angebot, die genetischen Anlagen ihres Kindes zu
verbessern. Irgendjemand scheint weiter zu sein bei der Manipulation von Genen,
als bisher bekannt war, doch wer und wie hängst das alles zusammen? Jessica
Roberts leitet die Task Force, die den Mord am Außenminister aufklären soll und
muss das Puzzle langsam zusammensetzen.
Mit „Helix“ ist
Marc Elsberg ein herausragender und spannender Thriller gelungen, der sich
problemlos mit seinem Bestseller „Blackout“ messen kann. Obwohl das Thema sehr
kompliziert ist, schafft Elsberg es, dem Leser die Problematik der
Genmanipulation und Genforschung auf leichte Art nahezubringen und stellt
gleichzeitig die großen moralischen Fragen. Wenn man so weit ist, solche
bahnbrechenden Dinge entwickeln kann, wer soll dann Zugang dazu haben? Was ist
dann noch Gerechtigkeit und welche Menschen sind dann noch die „wahren“
Menschen, wenn es moderne und optimierte Kinder mit herausragenden Fähigkeiten
und schneller fortschreitender Entwicklung gibt? Was genau definiert denn
eigentlich ein Kind? Ist es nur das Alter in Jahren oder auch sein
Entwicklungsstand? All diese Fragen verpackt Elsberg in eine unfassbar
spannende und mitreißende Story mit Charakteren, die es einem nicht immer
einfach machen. Doch Elsberg lässt kein einfach Urteil zu, er macht es dem
Leser nicht leicht und teilt sein Personal in gut und schlecht ein. Die
Forscher macht er gerade nicht zu Frankenstein- Erschaffern, sondern lässt auch
ihre Perspektive sprechen und ihre Argumente für die geschafften Entwicklungen
ihren Raum haben.
Obwohl die
beschriebenen Entwicklungen für uns gerade noch wie Zukunftsmusik scheinen,
sind die damit verbundenen Fragen hochaktuell und nicht zu unterschätzen. Unser
Menschenbild könnte sich in der Zukunft dramatisch verändern und die Frage
bleibt, was wir als Grundlagen empfinden, auf denen unser Zusammenleben
basieren sollte. Schon heute haben wenige Produzenten die Kontrolle über einen
Großteil der Nahrungsmittelproduktion, wie die vergangene Übernahmedebatte von Monsanto durch Bayer gezeigt hat. Schafft die Weiterentwicklung von
Nahrungsmitteln mit Genmanipulation nun mehr Gerechtigkeit durch mehr Nahrung
oder mehr Ungerechtigkeit, indem nicht jeder Zugang zu weiterentwickeltem und
produktiverem Saatgut hat? All diese Fragen reißen das Problem zumindest an,
wenn sie es auch nicht allumfassend beschreiben können.
Marc Elsberg
schafft es, all diese Probleme realistisch zu beschreiben, ohne eine trockene
Abhandlung vorzulegen. Er hebt die Debatte auf eine fiktionale Ebene, die es
dem Leser leicht macht, die Problematik zu verstehen, ohne ihm vorgefertigte
moralische Lösungen zu präsentieren. Für mich war „Helix“ ein absolut
außergewöhnlicher Thriller, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Der Schweizer
Regisseur Nägeli nimmt uns in diesem Roman mit in die Filmwelt der 30er Jahre. Dort
erlebt er sowohl das ungehemmte Leben mit Partys und Alkohol, aber auch die
immer stärker werdende Abneigung gegen alles Jüdische, was besonders der
Filmproduzent Hugenberg versinnbildlicht. Der schickt ihn nach Japan, wo er auf
Masahiko Amakasu trifft, den der Leser auch bereits im ersten Teil des Romans
näher kennengelernt hat. Er soll Nägeli eigentlich dabei unterstützen, den von
Hugenberg gewünschten Propagandafilm oder, wie von Nägeli eigentlich geplant,
einen deutsch-japanischen Gruselfilm zu drehen. Doch die Verwicklungen, die
entstehen, bringen ganz andere Dinge hervor als geplant.
Christian
Krachts Roman „Die Toten“ hat mich besonders durch die starke Sprache
beeindruckt, die einen als Leser mitnimmt und im Kopf regelrecht Bilder
zaubert. Das passt sehr gut, geht es in dem Buch doch um die Anfänge des
Tonfilms und so liefert Kracht für seine Leser quasi gleich den Kinofilm im
Kopf mit.
Seine Figuren sind keine einfachen Persönlichkeiten sondern alle mit
einer Vielzahl von Komplexen, Problemen und Störungen ausgestattet. Teilweise
wirken seine Beschreibungen der Berliner Filmclique, in die Nägeli einmal
hereingerät, fast wie eine klischierte Darstellung der frühen 30er Jahre, in
die die goldenen Zwanziger mit ihrer
Vergnügungssucht und scheinbaren Lasterhaftigkeit noch hereinspielen. Dabei
bedient Kracht sich auch bei realen Personen an Namen und Biographien. So
beschreibt er beispielsweise mit der Figur des Hugenberg niemand geringeren als
den berühmten Verleger und zeitweiligen UFA-Chef Alfred Hugenberg, der später
auch Wirtschaftsminister unter Hitler war.
Mit „Die Toten“
ist Christian Kracht ein herausragender Roman gelungen, der es schafft, sowohl
die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Japan (den späteren
Verbündeten im Zweiten Weltkrieg) deutlich zu machen, als auch den beginnenden
Siegeszug des Films zu beschreiben. Die Charaktere stellt er dabei sehr
prägnant dar und nimmt den Leser mit auf eine Reise, die er so schnell nicht vergessen
wird.
Man muss sicher auch im Nachhinein noch etwas über die Geschichte
nachgrübeln und sie vielleicht auch das ein oder andere mal erneut lesen, um
die feinen Zwischentöne von Kracht alle mitzunehmen und die vielen Blickwinkel
mitzulesen, die in der wunderbaren Sprache verborgen sind. „Die Toten“ ist
sicher kein unkompliziertes Buch, doch mir hat es ausgesprochen gut gefallen.
Hier geht es zur Leseprobe vom Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Es ist wieder soweit: Lovelybooks vergibt den Leserpreis für die besten Bücher des Jahres 2016! Noch bis zum 10. November 2016 könnt ihr eure Lieblingsbücher nominieren, die zwischen dem 1. November 2015 und dem 31. Oktober 2016 erstmalig auf Deutscher erschienen sind. Also, was sind eure Favoriten, wer muss dieses Jahr unbedingt die Auszeichnung erhalten?
Nach der
Trennung von ihrem Freund zieht Tilly kurzerhand aufs Dorf zu ihrer Freundin
Erin. Dort findet sie schnell einen Job als Mädchen für alles bei Max und
seiner Teenagertochter Lou, die sie beide sofort ins Herz schließt. Und auch
Max’ Freund Jack ist nicht zu verachten, ein charmanter Frauenschwarm wie er im
Buche steht. Doch Jack weiß um seine Wirkung und wechselt die Frauen öfter als
andere ihre Unterwäsche. Und auch sonst leben in dem beschaulichen Örtchen
zahlreiche kuriose und eigenwillige Persönlichkeiten, die Tilly und Erin das
Leben nicht nur leichter machen.
Jill Mansells
Roman „Vorsätzlich verliebt“ erfüllt wirklich alle Erwartungen an einen schönen
Schmachtfetzen. Die Figuren sind durchweg sehr liebevoll beschrieben,
sympathisch bis total verschroben, aber auf eine gewisse Weise alle sehr
liebenswert. Neben der Hauptstory um Tilly und Jack lässt die Autorin auch alle
Nebenfiguren ein eigenes und spannendes Leben führen und erzählt so viele
kleine Geschichten am Rande, die einem die Figuren näher bringen und die Story sehr
lebhaft machen. Dadurch ist die Lektüre eine große Freude und man gibt die
Freunde, die man beim Lesen in den Personen gefunden hat, am Ende nur sehr
ungern wieder her. Mansells Figuren sind keine leeren Hüllen, sie haben alle
einen individuellen Charakter, der sie für die Geschichte unersetzlich macht. Das
unterscheidet sie von vielen Liebesgeschichten, in den die Figuren nur
Projektionsflächen für beliebige Klischees zu sein scheinen.
Ich kann „Vorsätzlich
verliebt“ von Jill Mansell nur allen Fans von Liebesromanen an Herz legen, die
Geschichte ist sehr schön und die Charaktere bis in die kleinste Nebenfigur durchdacht.
Wer auf der Suche nach leichter Unterhaltung ist, die nicht zu klischeehaft
daherkommt, ist hier auf jeden Fall richtig.
Hier geht es zu weiteren Informationen vom S. Fischer Verlag.
Eigentlich
wollte Reacher nur die neue Leiterin seiner alten Einheit bei der
Militärpolizei in Virginia besuchen. Als er jedoch das Gelände betritt, ist ein
neuer Major im Dienst, der in auf der Stelle wieder zur Armee einberuft und
verhaftet. Angeblich wegen eines 16 Jahre alten Falls, in dem er einen
Verdächtigen zu Tode geprügelt haben soll. Reacher glaubt die Geschichte nicht
und versucht, dem ganzen auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit Major Turner,
der Frau, die er eigentlich besuchen wollte und die wegen angeblicher
Bestechlichkeit ebenfalls im Militärgefängnis sitzt.
„Die Gejagten“
ist der erste Roman rund um die Person Jack Reacher, den ich gelesen habe, aber
er hat mich von Anfang an begeistert. Dies basiert größtenteils auf der
wirklich sehr guten Charakterisierung der Hauptfigur. Reacher ist ein
ehemaliger Soldat, der mit unglaublicher Intelligenz und gleichzeitig
körperlicher Kraft überzeugt. Dadurch sind seine Gegner ihm schnell unterlegen.
Die Geschichte fand ich dennoch nachvollziehbar und mit Major Turner stellt der
Autor seinem Protagonisten eine genauso sympathische wie starke Figur an die
Seite. Reacher respektiert sie und hört in vielen Situationen auch auf sie, so
dass sich die Geschichte nicht in einem sinnlose Ansammlung von Gewalt und
Schlägereien auswächst. Gleichzeitig ist die Story sehr spannend, da man
eigentlich bis zur letzten Seite keine Ahnung hat, warum Turner und Reacher etwas
angehängt werde soll und wer so verzweifelt versucht, sie aus dem Weg zu
räumen. So bleibt man wirklich bis zum Schluss voll in der Story und kann das
Buch kaum noch aus Hand legen. Umso logischer löst sich am Ende alles auf, so
dass die ganze Handlung sehr glaubwürdig und nachvollziehbar bleibt.
Mich hat Lee
Childs Thriller „Die Gejagten“ absolut überzeugt. Umso besser finde ich es,
dass es bereits Band 18 ist und jetzt 17 Bände darauf warten, möglichst schnell
von mir gelesen zu werden. Ich hoffe, dass noch viele weitere Leser sich von
Lee Child und seinem Protagonisten Jack Reacher begeistern lassen, es ist
großartige Spannungsliteratur von der ersten bis zur letzten Seite.
Hier geht es zur Leseprobe von Jack Reachers neuestem Fall, erschienen im Blanvalet Verlag.
Hier ist die Liste der bisher erschienen Titel von Lee Childs in der Jack-Reacher-Reihe, für alle, die wie ich jetzt sofort mit Band eins anfangen wollen:
Als Sophie
erfährt, dass ihr Mann mit dem Auto tödlich verunglückt ist, bricht für Sie eine
Welt zusammen. Dann findet sie kurz vor der Beerdigung einen Brief in seinen
Sachen, indem er ihr erklärt, dass er dabei war, sie zu verlassen und mit der
Frau, die ebenfalls im Wagen saß, ein neues Leben beginnen wollte. Jetzt brennt
bei Sophie regelrecht eine Sicherung durch. Sie wirft wütend ein paar Sachen
und ihren Kater ins Auto und fährt einfach los, bloß weg. In Cornwall landet
sie bei einem älteren Ehepaar, das sie nach einem kleinen Unfall aufnimmt und
sie gleich für den Haushalt einstellt. Langsam erholt sich Sophie von dem
Schock und beginnt, sich wieder um ihr eigenes Leben zu kümmern. Und dann ist
da ja auch noch Lucas, der Sophies Gefühle durcheinander bringt.
„Ein Bett in
Cornwall“ von Alexandra Zöbeli ist vom Aufbau sehr ähnlich wie auch ihre
anderen Romane, aber es ist ein Konzept, das wieder aufgeht. Sophie ist eine
sympathische, mit beiden Beinen auf der Erde stehende Hauptfigur, mit der man
sich als Leser gleich identifizieren kann. Lucas ist zwar ein Charmeur, wie man
ihn aus vielen Liebesromanen kennt, aber er ist dabei nett und hat das Herz am
rechten Fleck, ebenso wie Mabel und ihr Mann, die Sophie in Cornwall aufnehmen.
Die Geschichte ist sehr schwungvoll und dynamisch geschrieben und hat keine
Längen, auch wenn alles recht vorhersehbar ist. Aber das ist bei einem
Liebesroman nicht anders zu erwarten und ich empfand das deshalb als nicht
wirklich störend.
Mir hat
Alexandra Zöbelis „Ein Bett Cornwall“ als locker-leichte Urlaubslektüre sehr
gut gefallen, es liest sich einfach und schnell und man kommt immer gut wieder
in die Geschichte rein. Damit hat das Buch meine Erwartungen voll erfüllt, als
kurzweilige Lektüre für zwischendurch kann ich es nur weiter empfehlen.