Donnerstag, 12. Dezember 2019

Ulrike Renk "Zeit aus Glas. Schicksalsjahre einer Familie"

Deutschland 1938: Nach der Progromnacht ist das Leben für Ruth und ihre Familie in Deutschland kaum noch möglich. Ihr Vater, eigentlich ein erfolgreicher Schuhverkäufer, verliert alles und ihr Haus wird verwüstet. Als Juden haben sie in Deutschland keine Zukunft, das wird ihnen klar, doch an Visa für Amerika ist schwer zu kommen und nach Palästina will Ruths Familie nicht. Als ihr Vater verhaftet wird, beschließt Ruth, auf eigene Faust ins Ausland zu gehen und ihre Familie so bald wie möglich nachzuholen. Doch kann das wirklich funktionieren?
In „Jahre aus Seide“ ist einem Ruth mit ihrer Familie bereits ans Herz gewachsen. Doch während in den ersten Jahren noch alle glaubten, die Nazis wären schnell wieder weg und ein normales Leben auch für Juden möglich, zeigt sich in „Zeit aus Glas“ wie sehr sich alle geirrt haben. Ruth muss sich schneller entwickeln, als es ihrem Alter vielleicht entspricht. Sie übernimmt Verantwortung für ihre Familie und handelt sehr erwachsen, während ihr Vater als Leitfigur der Familie ausfällt. Sie ist eine sehr selbstbewusste und gebildete Frau und so ergreift sie ihre Chancen. Ulrike Renk beschreibt ihr Leben für die Leser und Leserinnen sehr spannend und bewegend, das Buch fesselt einen schnell, unabhängig davon, ob man die Vorgeschichte des ersten Bandes kennt. Gleichzeitig flicht die Autorin viele historische Details in den Roman ein, die die Handlung so mitreißend und auch realitätsnah machen, dass man das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen kann. 
Mir hat „Zeit aus Glas. Schicksalsjahre einer Familie“ sehr gut gefallen, ein großartiger historischer Roman basierend auf einer wahren Begebenheit. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Ruth und ihrer Familie weitergeht und welche Chancen sie in dieser schwierigen Zeit haben können. 

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