Die Hauptfigur Leopoldo begibt sich in diesem Roman auf die
Suche nach seiner Identität und seiner Familiengeschichte. Nachdem sein Vater
sich das Leben genommen hat, nimmt er dessen Hündin Beta bei sich auf und zieht
in einen kleinen Ort direkt ans Meer. Dort soll sein Großvater vor Jahren
ermordet worden sein, doch niemals wurde seine Leiche gefunden. Nachdem seine
Frau Leopoldo verlassen hatte um mit seinem Bruder zusammenzuleben und sein
Vater tot ist, scheint er kaum noch einen Plan für sein Leben zu haben und
konzentriert sich jetzt auf die Idee, die Familiengeschichte aufzudecken.
Obwohl der Protagonist einem gar nicht unbedingt sympathisch
ist, schafft der Autor Daniel Galera es, dass er einem ans Herz wächst. Er
sucht mit seinem Großvater auch ein wenig seine Identität, was sehr deutlich daran
wird, dass wir erst ganz zum Schluss seinen Namen erfahren. Bis dahin ist es
immer nur „er“, ein namenloser ohne besondere Bedeutung. Die Geschichte und der
Stil des Autors nehmen einen schnell gefangen und ziehen einen in eine fast
düstere Welt mit viel Schatten, aber wenig Licht. Das Buch beeindruckt und
lässt einen nicht los. Die Suche nach der Vergangenheit, um die Gegenwart zu
verstehen, ist kein neues Motiv, wird von Daniel Galera aber auf wunderbare
Weise umgesetzt.
„Flut“ von Daniel Galera ist kein Buch, das man nebenbei
liest, man muss sich darauf einlassen, aber dann wird es einen nicht mehr
loslassen und mitreißen. Ein großartiges Stück Literatur.
Hier geht es zur Leseprobe.
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